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Weber-Hydraulik in Güglingen ist zurück auf Wachstumskurs

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Der Hydraulik- und Rettungstechnik-Spezialist Weber-Hydraulik peilt im laufenden Jahr ein leichtes Umsatzwachstum an. Der Personalabbau in Güglingen ist abgeschlossen, 50 Stellen wurden im vergangenen Jahr gestrichen.


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Nach einem Jahr der Stabilisierung peilt das Güglinger Unternehmen Weber-Hydraulik im laufenden Jahr ein leichtes Wachstum an. „Wir blicken mit vorsichtigem Optimismus auf das neue Geschäftsjahr, wissen aber, dass die Rahmenbedingungen anspruchsvoll bleiben“, sagt die geschäftsführende Gesellschafterin Christine Grotz.

Der Fokus liege 2026 klar auf der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, der Effizienzsteigerung und der konsequenten Weiterentwicklung des Unternehmens. „Wir müssen weiter unsere Hausaufgaben machen“, sagt Grotz.

Bei Weber-Hydraulik entwickeln und produzieren die Mitarbeiter vor allem hydraulische Systemlösungen für Lkws und Busse.
Bei Weber-Hydraulik entwickeln und produzieren die Mitarbeiter vor allem hydraulische Systemlösungen für Lkws und Busse.  Foto: Weber-Hydraulik

Weber-Hydraulik hat an allen Standorten Personal abgebaut

Im zurückliegenden Geschäftsjahr habe sich der Umsatz bei den Güglingern wieder stabilisiert. Rund 350 Millionen Euro hat Weber-Hydraulik erwirtschaftet, nachdem es im Vorjahr eine deutlichen Umsatzrückgang auf rund 320 Millionen Euro gegeben hatte. Diese Stabilisierung habe man mit einem konsequenten Kostenmanagement und zahlreichen Effizienzsteigerungsmaßnahmen erreicht, betont die geschäftsführende Gesellschafterin. Dazu zählte auch ein Personalabbau an allen Standorten. Weber-Hydraulik ist mit insgesamt fünf Standorten in Deutschland, Österreich und Polen aktiv. 

Am Stammsitz Güglingen wurde im vergangenen Jahr mehrere Monate mit den Arbeitnehmervertretern über einen Stellenabbau verhandelt. Über ein sogenanntes Anspracheprogramm, also ein Freiwilligenprogramm, haben letztlich 29 Mitarbeiter am Stammsitz das Unternehmen verlassen. Weitere schieden über die natürliche Fluktuation aus, so dass das Ziel von 50 Stellen weniger erreicht wurde. „Wir haben das sozialverträglich hinbekommen, es gab keine betriebsbedingten Kündigungen“, betont Grotz. In Güglingen sind nun rund 520 Mitarbeiter beschäftigt.

 Foto: Weber-Hydraulik

Christine Grotz kündigt Verlagerungen von Österreich nach Polen an

An den Standorten in Österreich und Polen sind es aktuell jeweils rund 320 Beschäftigte. Dazu kommen die deutschen Standorte in Reichenau am Bodensee, wo sich 50 Mitarbeiter um Ventiltechnik kümmern, und 65 Mitarbeiter in Wörth an der Isar. „Wir haben an allen Standorten Personal abgebaut“, sagt Grotz. Für die deutschen Standorte ist dieses Thema nun vorerst beendet.

Doch die Unternehmenschefin hat bereits angekündigt, dass aus Kostengründen Produktion und Arbeitsplätze von Österreich nach Polen verlagert werden. Details würden aber erst noch ausgearbeitet. „Wir werden auch mehr outsourcen müssen“, sagt Grotz. Der Wettbewerbs- und Kostendruck in der Branche sei nach wie vor sehr hoch.

Mit Innovationen will Weber-Hydraulik zusätzliches Wachstum generieren

Dass das Familienunternehmen trotzdem gut dasteht, liegt auch an der breiten Aufstellung: Weber-Hydraulik ist Spezialist für Hydrauliklösungen, vor allem für Lkws und Busse, für Ventiltechnik und für Rettungsgeräte. Besonders der letzte Bereich, der unter Weber Rescue Systems firmiert, habe in den vergangenen Jahren für stetiges Wachstum gesorgt. Viel Wert legt Christine Grotz auch auf Innovationen. So hat Weber-Hydraulik ein neuartiges elektromechanisches Hinterachslenksystem entwickelt, das ab April in Serie für einen großen Lkw- und Bushersteller produziert wird.  Davon verspricht sich die Unternehmenschefin ein ordentliches Wachstum in diesem Jahr. Dazu kommen sogenannte Axialflussmotoren für elektrifizierte Antriebstechnologien. 

Trotz der herausfordernden Zeiten hält Christine Grotz an ihrer besonderen Unternehmenskultur fest. „Wir setzen weiter auf eine Struktur, in der selbststeuernde Teams und Eigenverantwortlichkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine bedeutende Rolle spielen“, sagt sie. Den Schwerpunkt legt Grotz auf die Stärkung von Eigenverantwortung, die Weiterentwicklung von Führung und den Ausbau eines nachhaltigen Sicherheits- und Gesundheitsmanagements. Damit lässt sich Weber-Hydraulik nach ihrer Überzeugung langfristig leistungsfähig und zukunftssicher aufstellen.

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