Lidls Reederei lässt erstmals eigene Schiffe bauen und erweitert ihr Streckennetz
Die Reederei Tailwind hat offenbar gut zu tun. Das Schifffahrtsunternehmen des Discounters Lidl hat nicht nur sein Streckennetz in Fernost um drei Häfen erweitert, sondern will sich auch erstmals Schiffe bauen lassen.
Die Reederei Tailwind des Discounters Lidl hat erstmals eigene Schiffe in Auftrag gegeben. Das bestätigte das Unternehmen der „Deutschen Verkehrszeitung“ (DVZ). Es sei ein Kaufvertrag über fünf neue Frachter abgeschlossen worden, die jeweils 8400 Containerstellplätze haben, heißt es weiter.
Damit sind diese Schiffe größer als die bislang eingesetzten, die maximal 5500 Container tragen können. Nach Angaben der Zeitung verfügt Tailwind derzeit über ein eigenes Schiff und hat weitere acht gechartert.
Eigene Schiffe: Lidl will vor allem Nonfood-Artikel transportieren
Die 2022 gestartete Reederei soll vor allem Nonfood-Artikel wie Kleidung, Spielwaren und Elektronikartikel von ostasiatischen Herstellern bringen. Während der Corona-Pandemie hatte auch Lidl unter gestörten Lieferketten gelitten. Seitdem hat das Handelsunternehmen der Schwarz-Gruppe ein eigenes Schifffahrts-Streckennetz aufgebaut.

Es umfasst den „Panda Express Service“, der von China nach Barcelona und Koper (Slowenien) fährt, den Tiger Express Service, der Waren in Sri Lanka und Bangladesch einsammelt, sowie den Dolphin Express Service, der zwischen Barcelona und Moerdijk in den Niederlanden pendelt. Von Koper aus verkehrt inzwischen eine Bahnlinie, der Panther Shuttle, zu einem Logistikzentrum bei Graz in Österreich. Außerdem bietet Tailwind mittlerweile Transporte für externe Kunden an.
Neuer Fahrplan ab Juni: Tailwind ändert Tiger- und Panda-Express-Routen deutlich
Von 17. Juni an wird dieses Netz nun erweitert und leicht abgeändert. Bislang wurden die Container vom Tiger Express in Colombo (Sri Lanka) auf den Panda Express umgeladen. Künftig verlässt der Tiger Express Service alle zwei Wochen Chattogram in Bangladesh und steuert zunächst das malaysische Port Kelang an.
Von dort unternimmt der Dienst künftig eine Etappe nach Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam, bevor er über einen erneuten Anlauf von Port Kelang sowie Colombo in Sri Lanka zurück nach Chattogram fährt, teilt Tailwind mit. Die Container der beiden Schiffe „Nordtiger“ und „ASL Peony“ werden dann in Malaysia umgeladen. Der Panda Express fährt dafür Colombo nicht mehr an.
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