KI-Agenten des Heilbronner Start-Ups sollen Fahrzeugentwicklung beschleunigen
Das Start-Up Kaizenics will als Ausgründung des Ferdinand-Steinbeis-Instituts Software und Künstliche Intelligenz schneller ins Auto bringen. Die Vorarbeiten hat die digital.auto-initiative geleistet, das Potenzial ist enorm.
Das Auto der Zukunft, da sind sich die Experten einig, wird vor allem durch die Software und Künstliche Intelligenz (KI) geprägt, die in ihm verbaut ist. Doch die traditionellen Autobauer tun sich nach wie vor schwer mit dem Software Defined Vehicle (SDV).
Um das zu ändern, gründete sich im Herbst 2024 in Heilbronn die Digital Auto Garage, die vor allem vom Ferdinand-Steinbeis-Institut (FSTI) in Heilbronn und Bosch Engineering in Abstatt getragen wurde. Erklärtes Ziel der Initiative war es, Software- und KI-Lösungen deutlich schneller in Autos zu bringen und die Hersteller dabei zu unterstützen. Neben Autobauern wie Audi und Mercedes engagierten sich auch Start-ups und Mittelständler in der digital.auto-initiative.
Die Automobilindustrie braucht neue Werkzeuge für moderne Autos
Nun geht das Projekt in die nächste Stufe. Aus der Ferdinand-Steinbeis-Reallabor GmbH in Heilbronn hat sich das Start-Up Kaizenics Systems ausgegründet, um die Entwicklung voranzutreiben. Denn aus der bisherigen Arbeit der Initiative wurde laut FSTI deutlich: „Die Automobilindustrie braucht neue Werkzeuge, um ihre nun stark von der Software abhängigen Produkte schneller zur Marktreife zu bringen.“ Kaizenics Systems soll dieses Ziel als selbstständiges Unternehmen unter der Leitung von Geschäftsführer Svante Wellershoff verfolgen.
Heiner Lasi vom FSTI sieht einen fundamentalen Wandel in der Produktentwicklung der Autobranche
Beim FSTI ist man überzeugt, dass die Ausgründung der richtige Schritt ist. Die Entwicklung schreite rasch voran, Fahrzeuge würden in Rekordzeit digital entwickelt, traditionelle Hersteller drohten, den Anschluss zu verlieren. „Nur wer Innovationsprozesse neu denkt und Entwicklungszyklen drastisch verkürzt, bleibt konkurrenzfähig“, heißt es seitens des Forschungsinstituts.
Heiner Lasi, wissenschaftlicher Leiter des Ferdinand-Steinbeis-Instituts, sagt über Kaizenics: „Was hier entsteht, ist ein fundamentaler Wandel in der Produktentwicklung. KI-Agenten übernehmen künftig komplexe Prozessschritte. Das beschleunigt nicht nur Innovationszyklen, sondern ermöglicht überhaupt erst, software-definierte Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen.“ Dies gehe weit über die Optimierung bestehender Prozess hinaus, so Lasi.
Kaizenics aus Heilbronn will die Fahrzeugentwicklung mit KI-Agenten optimieren
Bei Kaizenics sollen KI-Agenten die gesamte Engineering-Landschaft eines Unternehmens – von Produkt- und regulatorischen Anforderungen über Prozesse, Prozessvarianten und -abhängigkeiten bis hin zu Testszenarien – erfassen. Auf dieser Grundlage sollen die KI-Agenten die Identifikation von Optimierungspotenzialen, Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen und die Automatisierung von Routineaufgaben gezielt unterstützen. Wie das FSTI betont, bleibe die Verantwortung beim Menschen, für den so die Komplexität beherrschbar werde.
FSTI-Geschäftsführer Michael Köhnlein weist auf erste Erfolge mit Ausgründungen hin und betont: „Es zeigt sich abermals, wie wertvoll das Heilbronner KI-Ökosystem mit dem Ipai als zentralem Akteur und der Zusammenarbeit mit etablierten Playern wie den Campus Founders ist.“
Heilbronner Start-up Kaizenics arbeitet bereits mit namhaften Autobauern und Zulieferern zusammen
Kaizenics arbeitet den Angaben zufolge bereits mit namhaften Autoherstellern und Zulieferern zusammen. „Wir können unsere Expertise in den laufenden Kundenprojekten erfolgreich einbringen“, sagt Geschäftsführer Svante Wellershoff. „Das Marktpotenzial für KI-gesteuerte Produktentwicklung ist enorm, und wir werden hier Standards setzen“, sagt er selbstbewusst.
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