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Heilbronn-Franken

Schwarzarbeit im Handwerk: Warum der Kampf dagegen so schwierig ist

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Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken ahndet Schwarzarbeit konsequent. Illegale Tätigkeiten schaden dem Handwerk und den Verbrauchern. Doch der Nachweis ist meist schwierig.


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Durch Schwarzarbeit entsteht der deutschen Wirtschaft Experten zufolge jedes Jahr ein Schaden von 766 Millionen Euro (2024).  Die Dunkelziffer liegt aber weitaus höher, weil Schwarzarbeit nur schwierig aufzudecken und nachzuweisen ist. Neben dem Zoll gehen auch die Handwerkskammern konsequent gegen Schwarzarbeit vor. Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken hat jetzt ihren entsprechenden Bericht für das Jahr 2025 vorgelegt.

Schwarzarbeit in Heilbronn-Franken: Behörden und Kammern verstärken Kontrollen

Schwarzarbeit liegt nach Angaben der Kammer vor, wenn ein zulassungspflichtiges Handwerk ohne entsprechende Eintragung in der Handwerksrolle ausgeübt wird. Die Kammer ging im vergangenen Jahr in 48 Fällen erfolgreich gegen Betriebe vor, die nicht ordnungsgemäß eingetragen waren. In allen Fällen wurden den Angaben zufolge bei den zuständigen Ordnungsbehörden Untersagungsverfahren angestoßen und Antrag auf Betriebsschließung gestellt.

Die Behörden verhängten demnach im vergangenen Jahr Bußgelder in einer Gesamthöhe 62.821 Euro. Im Jahr 2024 betrug das verhängte Bußgeld bei zwölf Fällen 4357 Euro, 2023 waren es bei 25 Fällen rund 18.000 Euro.

Eintragung in die Handwerksrolle ist an klare Voraussetzungen geknüpft

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken weist darauf hin, dass die Eintragung eines Betriebs in die Handwerksrolle an klare Voraussetzungen geknüpft ist. Der Inhaber oder ein angestellter Betriebsleiter muss einen Meisterbrief oder eine gleichwertige Qualifikation nachweisen. Ist dies nicht der Fall, darf er die entsprechende handwerkliche Leistung nicht anbieten.

Tut er dies dennoch, informiert die Kammer die zuständigen Behörden und beantragt ein Untersagungsverfahren. Die zuständigen Ordnungsbehörden in den Landkreisen und Städten übernehmen die weitere Prüfung. Sie können den Betrieb untersagen und Bußgelder von bis zu 50.000 Euro verhängen.

Nicht eingetragene Handwerksbetriebe verschaffen sich einen illegalen Preisvorteil

Viele Unternehmen erfüllen die Voraussetzungen für eine Eintragung in die Handwerksrolle nicht, weil sie die Kosten und den Zeitaufwand scheuen. Denn Meisterqualifikationen zu erwerben kostet nach Angaben der Kammer Zeit und Geld – dazu kommen die laufenden Kosten eines Unternehmens. „Eingetragene Handwerksbetriebe investieren erheblich – etwa in Qualifikation, angestellte Betriebsleiter und Kammerbeiträge – und stehen dann im Wettbewerb mit Anbietern, die diese Anforderungen umgehen“, erklärt Martin Weiß, Abteilungsleiter Recht der Handwerkskammer.

„Das führt zu erheblichen Preisunterschieden. Betriebe ohne Eintragung können ihre Leistungen rund 25 Prozent günstiger anbieten. Das ist schlicht unfair“, sagt er. Zumal diese Betriebe kaum die Qualität von Meisterbetrieben bieten können und in der Regel auch nicht ausbilden.

In der Praxis ist Schwarzarbeit nur schwer nachzuweisen

Weiß weist darauf hin, dass Schwarzarbeit in der Praxis trotz des Zusammenspiels aller beteiligten Stellen schwer nachweisbar sei. Verstöße müssten eindeutig nachgewiesen werden – insbesondere, wer wann und in welchem Umfang tätig war. „Da häufig Absprachen getroffen werden, sind Belege schwer zu sichern“, sagt Weiß. Hinzu komme eine angespannte Personalsituation in vielen Ordnungsämtern, die eine lückenlose Kontrolle erschwere.

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