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Schwarz-Gruppe will es mit Amazon aufnehmen

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Lange hat sich die Schwarz-Gruppe bescheiden zurückgehalten. Nun hat sie erstmals eingeräumt, dass sie es mit ihrer Cloud Stackit mit den ganz Großen der Branche aufnehmen will. Angedeutet hat sich das schon 2019.


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Erstmals hat die Schwarz-Gruppe bestätigt, dass sie zu den größten Cloud-Anbietern der Welt, den sogenannten Hyperscalern, aufsteigen will. „Das ist das Ziel, was wir haben“, sagte Christian Müller, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits, in einem Gespräch mit der dpa.

In den vergangenen Jahren hatte er dies, auch im Gespräch mit unserer Zeitung, stets zurückgewiesen.

Schwarz-Gruppe will zum globalen Hyperscaler aufsteigen: Am Anfang saßen auch Würth und die EnBW mit im Boot

Dabei wurde dieser Anspruch schon formuliert, als Ende 2019 erste Informationen über das Projekt durchsickerten, an dem damals auch noch Würth und die EnBW mitarbeiteten. Angetrebt werde eine europäische Cloud-Lösung als Alternative zu den führenden, aber eben außerhalb Europas ansässigen Anbietern, hieß es damals aus informierten Kreisen.

So soll das Schwarz-Digits-Rechenzentrum in Lübbenau einmal aussehen.
So soll das Schwarz-Digits-Rechenzentrum in Lübbenau einmal aussehen.  Foto: Schwarz-Digits

Als bedeutendste Hyperscaler gelten weltweit Amazon mit Amazon Web Services (AWS), Microsoft mit Azure, Google mit Google Cloud Services und der chinesische Anbieter Alibaba, der aber überwiegend in Südostasien aktiv ist. Sie decken einen Großteil des internationalen Cloud-Geschäfts ab, also mit Rechenzentren, auf denen Kunden Daten speichern und über Internetverbindungen abrufen können.

Stackit gewinnt inzwischen wichtige Referenzkunden

Die Schwarz-Gruppe baut gerade in Brandenburg für etwa elf Milliarden Euro ihr größtes eigenes Rechenzentrum. In dem Gebäudekomplex werden künftig vor allem eigene Daten der Gruppe verarbeitet - also Daten aus Liefer- und Bestellprozessen, Bezahlvorgängen und Kundenbindungsprogrammen. Speicher und Rechenleistung sollen aber auch externen Kunden angeboten werden.

Eine Zusammenarbeit wurde bisher unter anderem mit der Polizei Baden-Württemberg und der Bundesagentur für Arbeit vereinbart. In den vergangenen Wochen wurden für die Schwarz-Cloud Stackit auch Abschlüsse mit Klinikverbünden bekanntgegeben. 

Warum das Thema gerade jetzt an Bedeutung gewinnt

Dass zu große Abhängigkeit von IT-Dienstleistern aus China und den USA zum Problem werden kann, sei den meisten politischen Entscheidern erst in den vergangenen zwei Jahren so richtig klar geworden, sagen Experten. Entwicklungen im Ukraine-Krieg spielten hier ebenso eine Rolle wie Spannungen im transatlantischen Verhältnis seit dem Beginn der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump.

Als man gemerkt habe, „mit welcher Klarheit eine Regierung Trump ihre Interessen durchsetzt“, habe das schon einen Effekt gehabt, sagt Rolf Schumann, Co-Vorstandsvorsitzender von Schwarz Digits.

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