Nach Tresor-Coup in Gelsenkirchen: Wie sicher sind Bankschließfächer in der Region Heilbronn?
Nach dem spektakulären Schließfach-Einbruch in Gelsenkirchen rückt auch ein Fall aus Güglingen wieder in den Fokus. Wie sicher sind Bankschließfächer in der Region – und was müssen Kunden zur Versicherung wissen?
Das Schließfach bei der Hausbank, in dem Schmuck, Münzen und Versicherungspapiere liegen – es hat eine Spur von seiner Sicherheit eingebüßt. Nachdem unbekannte Täter über Weihnachten den Schließfach-Tresor einer Sparkasse in Gelsenkirchen nahezu komplett geleert haben, sorgt nicht nur die Schadensumme von etwa 30 Millionen Euro für Erstaunen – sondern auch die Tatsache, dass das nur die Versicherungssumme ist. Sprich: Wer noch höhere Werte gelagert hatte, droht auf jenen Verlusten sitzen zu bleiben.
Schließfächer bei Banken: Kunden werden auf Versicherung hingewiesen
Denn die Geldinstitute stellen in der Regel nur die Schließfächer zur Verfügung, und das gegen eine teilweise durchaus stattliche Jahresmiete, versichern aber – wenn überhaupt – nur bis zu einer Höchstgrenze. So heißt es auf der Internetseite der Kreissparkasse Heilbronn, dass der Inhalt eines Schließfachs bis 10.000 Euro versichert ist. Wer mehr Werte eingelagert hat, könne darüber eine zusätzliche Versicherung abschließen.

Die Kreissparkasse verweist hier auf die organisationseigene Sparkassenversicherung. Deren Beiträge richten sich dann nach dem zu versichernden Wert. „Unsere Kunden werden bei Abschluss eines Schließfachvertrags ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bei höherwertigen Inhalten eine zusätzliche private Schließfach- oder Hausratversicherung dringend empfohlen wird, um im Schadenfall eine angemessene Absicherung gewährleisten zu können“, heißt es dazu.
Versicherung für Schließfächer: So ist die Lage bei Volksbank und Deutscher Bank
Gar keine Mindestversicherung bietet demnach die Volksbank Heilbronn-Schwäbisch Hall: Kunden werden auf deren Homepage gleich auf die Seite der genossenschaftlichen R+V-Versicherung verwiesen. Immerhin gibt es Rabatte für Mitglieder einer Genossenschaftsbank. Die Deutsche Bank verfährt ähnlich.
Bei privaten Anbietern, zu denen auch ein Unternehmen in den Räumen der früheren Heilbronner Bundesbank zählt, ist zwar oft eine große Versicherung im Preis enthalten – dafür kosten die Schließfächer deutlich mehr, gestaffelt nach Größe. Manche richten sich nach der Höhe des Fachs, andere nach dessen Volumen.
Einbrecher knacken Schließfächer: So steht es im Fall Güglingen
Und doch gibt es immer wieder Vorfälle wie in Gelsenkirchen – auch in der Region. Im August war bereits die Filiale Güglingen der Kreissparkasse Heilbronn Ziel von Einbrechern: Die bislang unbekannten Täter stiegen am 6. August abends zwischen 19 und 22.45 Uhr ein und brachen „eine höhere zweistellige Anzahl“ Schließfächer auf, wie die Polizei damals mitteilte. Nach Angaben einer Sprecherin der Kreissparkasse dauern die Ermittlungen immer noch an, so dass keine näheren Angaben möglich seien.
„Wir setzen alles daran, unsere Kunden schnell und unkompliziert zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen Lösungen zu finden, so dass ihnen kein wirtschaftlicher Schaden verbleibt“, teilte ein Sprecher der Kreissparkasse damals mit. Ob und wie viel letztendlich bezahlt wurde, unterliege aber dem Bankgeheimnis.
Wertvolles im Schließfach: Wie Kunden vorsorgen sollten
Verbraucherschützer raten unterdessen: Kunden sollten dokumentieren, was sich in ihrem Schließfach befindet, also Fotos und Kopien anfertigen sowie Kaufbelege sammeln. Denn was Geschädigte geltend machen, müsse plausibel sein.
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