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Rüstungsdeal in Heilbronn: Rheinmetall gibt Anteile am Sensorhersteller AIM ab

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Bislang hielten Diehl Defence und Rheinmetall je die Hälfte an AIM, einem Hersteller von Infrarottechnik. Nun will Diehl alle Anteile des Unternehmens aus dem Telefunkenpark übernehmen.


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Beim Heilbronner Sensorhersteller AIM Infrarot Module ändern sich die Besitzverhältnisse. Bislang hielten die Rüstungskonzerne Diehl und Rheinmetall je die Hälfte an dem Unternehmen, das seit 1976 besteht und eine der Ausgründungen aus der einstigen AEG-Halbleiterfabrik im Heilbronner Telefunkenpark ist.  Nun haben sich die Gesellschafter geeinigt, dass Diehl auch die Rheinmetall-Anteile übernimmt. Das teilte der Nürnberger Konzern am Donnerstag mit. Am Freitag wurde die geplante Übernahme bereits beim Bundeskartellamt angemeldet.

AIM in Heilbronn: Eines der diskretesten Unternehmen der Region

AIM zählt zu den diskretesten Betrieben der Region, schließlich werden dort Sensoren gefertigt, die vor allem in Waffensystemen eingesetzt werden, von Nachtsichtgeräten bis zu Lenkraketen. Laut dem Geschäftsbericht für 2023 wurden damals 81 Prozent des Umsatzes mit Kunden aus der Wehrtechnik gemacht – der Ukraine-Krieg und die darauf basierende Modernisierung und Aufrüstung vieler Streitkräfte haben den Absatz beflügelt. 2023 belief sich der Umsatz auf 75,5 Millionen Euro, vergangenes Jahr waren es nach Unternehmensangaben 90,7 Millionen Euro. Die Zahl der Beschäftigten stieg von etwa 360 Ende 2023 auf 410 Anfang Oktober, wie ein Sprecher von Rheinmetall mitteilte.

Im Telefunkenpark ist auch der Sensorhersteller AIM ansässig. Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber am Standort.
Im Telefunkenpark ist auch der Sensorhersteller AIM ansässig. Das Unternehmen ist einer der größten Arbeitgeber am Standort.  Foto: Fritze, Heiko

Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall laufen die Geschäfte gut, es werde weiter Personal aufgestockt. AIM errichtet außerdem einen Erweiterungsbau auf dem Gelände des Telefunkenparks, der demnächst bezogen werden soll.

So lief das Geschäftsjahr 2024 bei der AIM Infrarot-Module GmbH

Laut dem Konzern-Geschäftsbericht von Diehl sei die AIM Infrarot-Module GmbH 2024 dank gestiegener Auslieferung von Komponenten für Flugkörper wie Iris-T, die auch im Ukraine-Krieg eingesetzt werden, stark gewachsen. Die Geschäftsbeziehungen zu Südkorea seien ebenfalls ausgebaut worden: Während sie sich bislang auf den Weltraumbereich beschränkten, seien erstmals Aufträge über Detektoren für industrielle Anwendungen hinzugekommen. 

Warum sich Rheinmetall zurückzieht

Wie ein Sprecher von Rheinmetall erklärte, wachse der Düsseldorfer Konzern zurzeit stark auf vielen Märkten. Das Portfolio entwickele sich permanent weiter. „In diesem Zusammenhang soll auch Komplexität reduziert werden, weshalb Rheinmetall seine Anteile an den anderen AIM-Gesellschafter Diehl übergibt.“ AIM bleibe aber ein wichtiger Zulieferer für Rheinmetall. 

Diehl teilte mit, AIM solle als hundertprozentige Tochtergesellschaft mit dem etablierten Namen in seiner Organisation weitergeführt werden. Es solle weiter am Standort Heilbronn investiert werden. Die vollständige Übernahme von AIM stärke die Konzernsparte Defence, „weil in der aktuellen Wachstumsphase sowohl der Produktionshochlauf von Serienprodukten als auch Neuentwicklungen besser forciert werden können“. Für AIM bedeute der Wechsel in der Gesellschafterstruktur die Absicherung des erforderlichen Wachstums.

Wie Rheinmetall und Diehl an ihre Anteile kamen

Diehl war 2004 über die Firma BGT (Bodensee Gerätetechnik) nach der Auflösung der Firma AEG im Jahre 1996 an seinen 50-Prozent-Anteil gekommen. Die anderen 50 Prozent hielt der damalige Daimler-Chrysler-Konzern, der sie 2005 an Rheinmetall verkaufte. 

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