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Rheinmetall vor Automotive-Verkauf: Jobs im Raum Heilbronn vorerst gesichert

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Rüstungskonzern und IG Metall schließen eine Vereinbarung, die Mitarbeitern nach dem geplanten Verkauf der Automotive-Sparte Sicherheit bieten soll.  In der Region Heilbronn sind gut 1500 Beschäftigte unterschiedlich betroffen.


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Seit der Ankündigung des Rheinmetall-Konzerns im Sommer 2025, sein Automotive-Geschäft verkaufen zu wollen, ist die Unsicherheit bei den rund 3500 Beschäftigten der zivilen Bereiche groß. Auch in der Region Heilbronn wären rund 1500 Automotive-Mitarbeiter von diesem Schritt betroffen. Nun hat der Düsseldorfer Rüstungskonzern mit den Betriebsräten und der IG Metall einen sogenannten Überleitungstarifvertrag geschlossen, der den Beschäftigten der Division Power Train Sicherheit auch nach der Trennung von Rheinmetall bieten soll.

Verkauf der Automotive-Sparte: Tarifbindung, Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre

Die am Freitag veröffentlichte Vereinbarung enthält für die IG Metall vier Kernpunkte. Zum einen wird es keine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen nach einem Verkauf geben. „Mit dem Verkauf ändert sich für die Beschäftigten nichts. Betriebsvereinbarungen, bestehende Regelungen und die Tarifbindung bleiben vollständig enthalten“, betont die Gewerkschaft.

Zweitens wurde eine Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre ab Verkauf vereinbart. In dieser Zeit sind betriebsbedingte Kündigungen und Standortschließungen ausgeschlossen. Drittens bleibt die Tarifbindung für mindestens drei Jahre erhalten. „Damit bleiben Entgelte, Arbeitszeiten und alle tariflichen Regelungen gesichert“, betont die IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. Schließlich wird es eine Ergebnisbeteiligung der Beschäftigten für das zurückliegende Jahr geben. Für die Gewerkschaft „ein wichtiges Signal der Wertschätzung und Anerkennung“ der Leistung der Mitarbeiter.

Bei KS Huayu Alutech in Neckarsulm sind aktuell rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommen noch rund 540 Mitarbeiter von Motor Service International und 50 Mitarbeiter der KS Kolbenschmidt GmbH in Neckarsulm.
Bei KS Huayu Alutech in Neckarsulm sind aktuell rund 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Dazu kommen noch rund 540 Mitarbeiter von Motor Service International und 50 Mitarbeiter der KS Kolbenschmidt GmbH in Neckarsulm.  Foto: KS Huayu Alutech

In der Region sind KS Huayu Alutech und Motor Service International betroffen

In der Region Heilbronn gibt es aktuell noch drei Unternehmen, die zur Automotive-Sparte von Rheinmetall gehören. Zum einen das Joint-Venture KS Huayu Alutech in Neckarsulm mit rund 1000 Mitarbeitern. Laut IG Metall Heilbronn-Neckarsulm ist der Gussteilespezialist nicht mehr Teil des gesamten Verkaufsprozesses. Daher wurde für KS Huayu Alutech ein klassischer Ergänzungstarifvertrag geschlossen, der ebenfalls eine Beschäftigungssicherung und Standortgarantie beinhaltet. Allerdings bringen die rund 1000 Mitarbeiter dafür auch finanzielle Opfer. Rheinmetall ist in der Region zudem mit dem Ersatzteilgeschäft Motor Services International (MSI) in Neuenstadt mit rund 540 Mitarbeitern vertreten. Dazu kommen noch etwa 50 Mitarbeiter der KS Kolbenschmidt GmbH in Neckarsulm. Für diese beiden Bereiche gilt der mit dem Konzern abgeschlossene Überleitungstarifvertrag.

„Das ist ein starkes und mutiges Ergebnis, das nur dank der Geschlossenheit und Beteiligung der Beschäftigten möglich wurde“, sagt Yvonne Möller, Verhandlungsführerin und Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm. Mit dem Überleitungstarifvertrag seien die Arbeitsplätze der Betroffenen gesichert und der Standort werde erhalten.

„Solidarität wirkt.“ Yvonne Möller, IG Metall Heilbronn-Neckarsulm

Dies sei ein wichtiges Signal in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation. „Die Beschäftigten haben wieder einmal gezeigt: Solidarität wirkt“,. sagt Möller. „Nur so konnten wir Sicherheit, Tarifbindung und gute Arbeit für die kommenden Jahre sichern.“

Auch Rheinmetall zeigt sich zufrieden mit der Vereinbarung

Auch Rheinmetall zeigt sich mit der Vereinbarung zufrieden. „Rheinmetall steht zu seiner Verantwortung. Deshalb hat der Vorstand beschlossen, auch ohne bestehende gesetzliche Verpflichtung freiwillig einen Überleitungstarifvertrag mit der IG Metall abzuschließen“, teilt Personalvorständin Vera Saal mit. „Wir freuen uns über das Verhandlungsergebnis, das allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der vom Verkauf betroffenen deutschen Standorte der Division Power Systems faire Übergangsregelungen bietet: Beschäftigungssicherung, Standortsicherung und Tarifgeltung für drei Jahre“, sagt Saal. Das Ergebnis sei für den Käufer bindend, betont sie. Der Konzern strebe weiterhin eine Vertragsunterzeichnung über den Verkauf des Automotive-Bereichs im ersten Quartal 2026 an.

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