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Audi-Tochter PSW schließt Standort in Neckarsulm – rund 100 Jobs fallen weg

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Der Kampf um den Erhalt des PSW-Standorts Neckarsulm ist verloren. Die Audi-Tochter schließt in Neckarsulm, alle Beschäftigten verlieren ihren Job. 


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Bis zuletzt haben Beschäftigte und Gewerkschaft um den Erhalt des PSW-Standorts in Neckarsulm gekämpft. Vor gut zwei Wochen tagte die Einigungsstelle zum zweiten Mal im PSW-Gebäude in der Heiner-Fleischmann-Straße, während draußen die Beschäftigten des Entwicklungsdienstleisters ihrem Protest gegen die geplante Schließung des Standorts Ausdruck verliehen.

Standortschließung in Neckarsulm: PSW einigt sich mit Gewerkschaft auf Abwicklung

Unternehmensleitung und Gewerkschaftsvertreter haben sich nun nach intensiven Verhandlungen darauf geeinigt, dass der Standort Neckarsulm geschlossen wird. Rund 100 Beschäftigte erhalten eine Abfindung. Zudem können sie sich den Angaben zufolge für den Übergang in eine Transfergesellschaft entscheiden.

Audis 100-prozentige Tochter, der Entwicklungsdienstleister PSW, muss seinen Standort in Neckarsulm schließen..
Audis 100-prozentige Tochter, der Entwicklungsdienstleister PSW, muss seinen Standort in Neckarsulm schließen..  Foto: Simon Bitsch

Über die Einigung für den Standort im bayerischen Gaimersheim unweit des Audi-Stammsitzes in Ingolstadt wurden die Beschäftigten unseren Informationen zufolge bereits im Dezember informiert. Diese sieht eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029 vor. Bis dahin sind betriebsbedingte Kündigungen in Gaimersheim ausgeschlossen.

Doppelte Freiwilligkeit und Mehrarbeit: Bedingungen des Kompromisses

Im Gegenzug wurde ein Stellenabbau von insgesamt rund 100 Stellen im Rahmen eines Freiwilligenprogramms vereinbart. In Gaimersheim werden danach noch etwa 800 Beschäftigte tätig sein.  Hierbei gilt das Prinzip der doppelten Freiwilligkeit. Das bedeutet: Sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer müssen zustimmen.

Neben dem Verzicht auf Gehaltskomponenten umfasst die Einigung auch eine Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um 0,5 Stunden auf 38 Stunden.

PSW-Personalchef: „Die Entscheidung haben wir uns nicht leicht gemacht“

„Die Entscheidung unseren Standort Neckarsulm zu schließen, haben wir uns nicht leicht gemacht. Ich kann nachfühlen, welche persönliche und berufliche Belastung dieser Schritt für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen bedeutet“, sagt PSW-Personalchef Peter Mosch gegenüber der Heilbronner Stimme. „Deshalb war es uns wichtig, sozialverträgliche Lösungen zu finden und die Menschen bestmöglich in ihrem Übergang zu unterstützen.“ Mosch, der vor seiner Zeit bei PSW Betriebsratschef des Audi-Standorts Ingolstadt war, dankt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Neckarsulm „für ihre Professionalität und ihr Engagement in einer Zeit, die für niemanden einfach ist“.

Die Audi-Tochter PSW soll sich in Zukunft stärker auf wirtschaftlich relevante Zukunftsfelder wie Elektrik, Elektronik und automatisiertes Fahren konzentrieren. Beschäftigte aus weniger ausgelasteten Bereichen will das Unternehmen durch gezielte Qualifizierung für neue Aufgaben vorbereiten. 

Die Beschäftigten der Audi-Tochter PSW hatten mehrfach gegen die geplante Standortschließung in Neckarsulm protestiert.
Die Beschäftigten der Audi-Tochter PSW hatten mehrfach gegen die geplante Standortschließung in Neckarsulm protestiert.  Foto: Paul, Jürgen

PSW-Betriebsratschef. „Viele Kompetenzen gehen verloren“

Der PSW-Betriebsratsvorsitzende Michael Koch hatte im Vorfeld zur Entscheidung immer wieder kritisiert, dass durch eine Schließung des Standorts Neckarsulm wertvolle Kompetenzen verlorengingen. „Und diese Kompetenzen kauft man dann künftig von extern ein“, so Koch.

Natürlich sei der Standort Deutschland teurer als viele ausländische Standorte. Aber die Qualität sei sehr gut und habe in den zurückliegenden Jahren dazu beigetragen, dass Audi Milliardengewinne einfahren konnte. 

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