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Porsche Holding nach Milliardenverlust: Fokus auf Rüstungsbereich

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Nach dem Milliardenverlust im vergangenen Jahr plant die Porsche Holding eine Neuausrichtung. Künftig soll der Rüstungsbereich neben dem Autobereich ein drittes Standbein bilden.


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Bei der Porsche Holding zeichnet sich nach dem Milliardenverlust im vergangenen Geschäftsjahr ein Strategiewechsel ab. Der VW- und Porsche-Großaktionär Porsche SE nimmt verstärkt den Rüstungsbereich in den Fokus. Das kündigten Vorstandschef Hans Dieter Pötsch und Vorstand Lutz Meschke an. Die Holding wolle neben den Kernbeteiligungen im Autobereich ein drittes starkes Standbein aufbauen, zitiert das „Manager Magazin“  Pötsch. Dazu gehörten auch Investments im Rüstungsbereich.

Nach Milliardenverlust: Porsche SE sucht ein drittes starkes Standbein

Hintergrund der angestrebten Diversifizierung ist das schlechte Ergebnis der Porsche Holding. 2024 musste die Porsche SE einen Verlust von knapp 20 Milliarden Euro verkraften. Hauptursache waren hohe Wertberichtigungen bei den Beteiligungen an Volkswagen und Porsche. Daneben ist die Holding noch an 19 weiteren Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen beteiligt, unter anderem am Bus- und Bahnunternehmen Flix.

Porsche-Vorstand hat keine moralischen Bedenken gegen Rüstungsbeteiligungen

Meschke, der für das Portfoliomanagement der Holding zuständig ist, sagte dem „Manager Magazin“, die Porsche SE wolle eine „globale Investitionsplattform“ sein mit den Schwerpunkten Industrietechnik und Mobilität. Dazu zählt der Manager explizit auch Engagements in Rüstungsunternehmen. Moralische Bedenken habe er gegen Investments in diesem Bereich nicht, sagte Meschke dem  „Handelsblatt“. Effektive Verteidigungsmöglichkeiten seien ein wichtiges Instrument „zur Verteidigung unserer Werte“.

Porsche Holding ist bereits an einem Drohnen-Start-up beteiligt

Tatsächlich ist die Porsche-Holding bereits jetzt im Rüstungsbereich engagiert. Seit vergangenem Jahr ist das Unternehmen am Rüstungs-Start-up Quantum Systems beteiligt. Die Firma aus dem bayerischen Gilching entwickelt und produziert Drohnen für die sensorgestützte Datenerfassung sowie Überwachungs- und Aufklärungszwecke. 

Wie Holding-Chef Pötsch klarmachte, habe der Konzern derzeit etwa zwei Milliarden Euro Liquidität, um das neue dritte Standbein aufzubauen. Möglich seien solche Geschäfte auch mit Partner, heißt es aus Stuttgart. Grundsätzlich in Frage kämen Beteiligungen in den Bereichen Verteidigung und Infrastruktur, so Pötsch. An der Rolle der Holding als Ankeraktionäre bei Volkswagen und Porsche werde festgehalten, betonte der Vorstandschef. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch planten keinen Verkauf von Aktien der beiden Unternehmen.

Porsche SE ist größter Einzelaktionär bei Volkswagen

Die Porsche Automobil Holding SE ist mit einem Anteil von 53,3 Prozent an den Stammaktien und 31,9 Prozent am Kapital der größte Einzelaktionär von Volkswagen. Zudem hält sie 25 Prozent plus eine Aktie an den Stammaktien der Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG („Porsche AG“).
Ausblick Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Porsche SE ein bereinigtes Konzernergebnis zwischen 2,4 und 4,4 Milliarden Euro. Nach den Verlusten im vergangenen Jahr dringen die Eigentümer darauf, dass der Sparkurs bei den Kernbeteiligungen VW und Porsche konsequent fortgesetzt werden. Und zugleich die Diversifizierung des Beteiligungsportfolios vorangetrieben wird.

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