Landkreis Heilbronn baute 2025 am meisten Solarenergie aus
Der Landkreis Heilbronn hat in Baden-Württemberg 2025 am meisten Solaraenergie hinzugebaut, sowohl auf Gebäuden als auch auf Freiflächen. Auch insgesamt geht der Ausbau der Erneuerbaren weiter: Bundesweit gab es vor allem bei Windkraft starke Zuwächse.
In keinem Landkreis in Baden-Württemberg sind 2025 so viele Photovoltaikanlagen ans Netz gegangen wie im Landkreis Heilbronn. Das geht aus einer Mitteilung des Landes-Umweltministeriums hervor. Demnach wurden auf Dächern sowie auf Freiflächen insgesamt Anlagen mit einer Gesamtleistung von 169 Megawatt-Peak in Betrieb genommen.
Der Landkreis rückte dadurch auf Platz fünf vor mit einer installierten Gesamtleistung von 625 Megawatt-Peak – vor einem Jahr nahm er im Landesvergleich noch Rang neun ein.
Photovoltaik-Boom 2025: Wie die Kreise in Heilbronn-Franken abschneiden
Die größte installierte Leistung im Land entfällt nun auf den Landkreis Biberach, der den Alb-Donau-Kreis an der Spitze ablöste. Dahinter folgen annähernd gleichauf die Kreise Ravensburg und Ostalbkreis, unmittelbar dahinter der Landkreis Heilbronn. Direkt dahinter rangiert der Landkreis Schwäbisch Hall (563 Megawatt-Peak). Der Main-Tauber-Kreis belegt Rang 10 (523 Megawatt-Peak), deutlich niedriger sind die installierten Leistungen im flächenmäßig kleinen Hohenlohekreis (293) sowie im Stadtkreis Heilbronn (71).
„Baden-Württemberg steht bundesweit auf Platz zwei beim Ausbau der Solarenergie. Damit setzen wir ein starkes Zeichen und zeigen, welches Potenzial in der Photovoltaik steckt“, sagte Landes-Umweltministerin Thekla Walker über die aktuellen Zahlen. Mehr als 2,3 Milliarden Euro seien vergangenes Jahr in PV-Anlagen und PV-Speicher investiert worden. Davon profitierten auch hier ansässige Handwerksunternehmen.
Heilbronn-Franken: Einige große Projekte angeschlossen
Der Großteil des Zubaus in Heilbronn-Franken entfiel 2025 auf Freiflächen-Anlagen. So ging die große Agri-Photovoltaik-Fläche bei Bad Rappenau-Fürfeld ans Netz. Am Böttinger Hof bei Gundelsheim wurde die mit 55 Hektar zweitgrößte Solarfläche im Land mit einer Leistung von 58 Megawatt-Peak eingeweiht, ähnlich groß ist die im Herbst gestartete Anlage bei Gemmingen.
Der Versorger Zeag hat vergangenes Jahr 6,1 Megawatt-Peak ans Netz angeschlossen, die sich auf die beiden Solarparks bei Talheim (3,8MWp) und Neuenstadt-Falkenäcker (2,3 MWp) aufteilen. Aktuell in Bau sind weitere 63,3 MWp, verteilt auf vier Solarparks, davon drei im Neckar-Odenwald-Kreis und einer im Landkreis Schwäbisch Hall, wie ein Unternehmenssprecher mitteilt. Insgesamt betreibt die Zeag momentan elf Solarparks, davob sechs im Landkreis Heilbronn, mit einer Gesamtleistung von 57,7 Megawatt-Peak.
Knapp 2200 Hektar in Heilbronn-Franken sind im Gespräch
Zahlreiche weitere Vorhaben in der Region sind in Vorbereitung. Schließlich hat der Regionalverband im April die entsprechenden Flächen ausgewiesen, um dem Landesklimagesetz Genüge zu tun. Nun sind in Heilbronn-Franken 1453 Hektar im Regionalplan für Photovoltaik ausgewiesen. Für 865 Hektar sind Baugenehmigungen erteilt, für weitere 1352 Hektar sind sie beantragt.
Somit sind in der Region 2197 Hektar für großflächige Solarenergie im Gespräch, davon 272 auf besten Böden. Laut Landesklimagesetz muss die Region bloß 953 Hektar oder 0,2 Prozent der Gesamtfläche dafür reservieren.
Auf den Dächern ist noch viel Platz
Das Ministerium sieht ohnehin noch reichlich Potenzial für Solarenergie: Nach seinen Berechnungen seien alleine auf Gebäuden nur sechs bis 19 Prozent ausgeschöpft. Konkret seien in der Stadt Heilbronn nur 9,1 Prozent der geeigneten Flächen belegt. Im Landkreis Heilbronn sind es demnach 13,7 Prozent, im Hohenlohekreis 16,1 Prozent, im Landkreis Schwäbisch Hall 17,7 Prozent und im Main-Tauber-Kreis 14,9 Prozent.
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