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Steigender Ölpreis: Warum Cornflakes und Zucker im Supermarkt teurer werden

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Der Heilbronner DHBW-Professor Carsten Kortum hat ausgerechnet, welche Warengruppen sich bei steigenden Ölpreisen am stärksten verteuern. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend.


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Wenn der Ölpreis steigt, werden nicht nur Benzin und Diesel teurer. Auch im Supermarktregal machen sich höhere Energiepreise in manchen Warengruppen rasch bemerkbar.

Im Zuge des Iran-Konflikts hat Carsten Kortum, Professor für Betriebswirtschaft-Handel an der DHBW Heilbronn, nachgerechnet. Und dabei mehrere Artikel entdeckt, die besonders empfindlich auf steigende Energiekosten reagieren.

Diese Warengruppen werden am ehesten teurer, wenn der Ölpreis steigt

Anders als erwartet stehen dabei Backwaren gar nicht mal ganz vorne. Besonders hohe Zusammenhänge zeigen sich demnach bei stark transport- oder importabhängigen Produkten sowie bei energieintensiver Verarbeitung, schreibt der Professor auf seinem Linkedin-Profil: Ganz vorne liegen Frühstückscerealien, also Cornflakes und Müsli, die auf einen Korrelationswert von 0,74 kommen, gefolgt von Zucker (0,71), Olivenöl (0,67) sowie anderen Pflanzenölen wie Sonnenblumen- oder Rapsöl (0,62).

Je höher der Wert, desto stärker gehen steigende Ölpreise mit steigenden Preisen für die Produkte im Supermarkt einher. Datenbasis sind die monatlichen Verbraucherpreisindizes 2025 des Statistischen Bundesamts in Verbindung.

Auch Brot, Milchprodukte und Fleisch betroffen – Energie für Verarbeitung und Kühlketten entscheidend

Auf den weiteren Plätzen folgen nach Kortums Analyse Brot und Backwaren (0,58), Milchprodukte (0,55), verarbeitetes Fleisch und Wurstwaren (0,54), Tiefkühlprodukte (0,52) sowie frisches Obst (0,50) und frisches Gemüse (0,49). Denn nicht nur Verarbeitung und Haltbarmachung verbrauchen Energie – auch die Transportkosten müssen berücksichtigt werden erklärt der Professor:

„Besonders betroffen sind Produkte mit hoher Importquote, energieintensiver Verarbeitung oder komplexen Kühlketten. Für den Handel bedeutet das: Die Entwicklung von Diesel- und Benzinpreisen ist nicht nur ein Thema für Logistik oder Mobilität, sondern auch ein relevanter Frühindikator für Kostenentwicklungen in einzelnen Food-Kategorien.“

So reagiert Schwarz Produktion auf die Situation

Einer der großen deutschen Lebensmittelproduzenten ist Schwarz Produktion, die Herstellersparte der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe. Aus ihren Werken kommen Mineralwasser, Backwaren, Nudeln, Eis, Kaffee und Nüsse, die an Lidl und Kaufland geliefert werden.

„Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen an den Rohstoff- und Energiemärkten sehr genau, um die Produktion und die Belieferung unserer Handelspartner weiterhin zuverlässig sicherzustellen“, teilt ein Sprecher mit. „Durch langfristige Verträge und ein etabliertes, effizientes Energiemanagement sind wir auf Volatilitäten an den Rohstoffmärkten vorbereitet, um Auswirkungen auf unsere operativen Prozesse so gering wie möglich zu halten.“ Inwiefern dennoch Preise angehoben werden müssen, wurde nicht mitgeteilt. 

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