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Mercedes und Nivida kooperieren intensiv beim Thema automatisiertes Fahren

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Mercedes will technologisch wieder vorne mitmischen. Dafür arbeitet der Stuttgarter Autobauer in Zukunft verstärkt mit dem Chiphersteller Nivida. Das ist der aktuelle Stand.


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In kleiner Runde wird Ola Källenius derzeit sehr direkt, berichten Insider. „Die Lage ist ernst, wir müssen 2026 die Wende schaffen“, soll der Chef von Mercedes seinen Topmanagern immer wieder eindringlich sagen.

Wie tief der Stuttgarter Autobauer in die Krise gerutscht ist, zeigt ein Blick auf die ersten drei Quartale des vergangenen Jahres: Der Gewinn der Marke mit dem Stern ist um die Hälfte zurückgegangen.

Mercedes in der Krise: Gewinn bricht um die Hälfte ein – Källenius fordert Kurswende bis 2026

Nun soll es eine großangelegte Modelloffensive richten: Im Frühjahr startet das SUV-Modell GLC mit Elektro- und Verbrennerantrieb. Zudem wird im Lauf des Jahres die vollelektrische C-Klasse erwartet, 2027 die Elektroversion der E-Klasse.

Auch die Sport-Tochter AMG bereitet sich auf den Start von zwei Stromern vor. „Das ist noch lange nicht alles, wir haben noch viel mehr Ideen“, so Källenius.

Nivida-Boss: Autos sollen dank KI Entscheidungen selbst treffen

Nicht nur was Batterien und Laden bei E-Autos angeht, will Mercedes ganz vorne mitmischen. Als nächstes großes Feld will der Hersteller den Markt des automatisierten Fahrens erobern. Dafür kooperieren die Stuttgarter eng mit dem Chipspezialisten Nivida. Das Techunternehmen will zusammen mit Mercedes nun die Straße erobern. Die Grundlage dafür bildet Nvidias KI-Technik, die Autos denken lassen soll wie einen Menschen am Steuer.

Nivida-Gründer und CEO Jensen Huang gab bei der Technik-Messe CES in Las Vegas (USA) nun einen Ausblick darauf, was geplant ist. Seinen Aussagen zufolge sollen Autos mit Künstlicher Intelligenz die unterschiedlichsten Verkehrssituationen analysieren, Regeln beachten und Entscheidungen selbstständig treffen. Zwischen 2028 und 2030 will Nvidia diese Technik auch in Privatfahrzeuge bringen, so Huang.

Mercedes und Nivida: Erste Erfolge mit dem neuen CLA

Wie weit die Entwicklung ist und was alles bereits möglich ist, hat Nvidia vor wenigen Wochen unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Mercedes ließ das Unternehmen ein Serienfahrzeug des neuen Mercedes-Modells CLA durch den Stadtverkehr der kalifornischen Metropole San Francisco fahren. Das Auto hielt sich an Vorfahrtsregeln, erkannte Ampeln, Verkehrsschilder und Fußgänger. Auf der rund 45 Minuten langen Strecke musste der Sicherheitsfahrer den Angaben zufolge nur in wenigen Situationen eingreifen.

Technisch greift Mercedes dafür auf rund 30 Sensoren zurück, darunter Kameras, Radar- und Ultraschallsensoren. Die Auswertung übernimmt ein Hochleistungsrechner. Herzstück ist ein KI-Chip von Nvidia, auch die Software „Drive AV“ stammt von dem US-Konzern. Der neue CLA wird das erste Modell sein, das das System in den USA erhält. Für eine dreijährige Nutzung ruft Mercedes 3950 Dollar auf.

Autonomes Fahren ist einer der Megatrends in der Autobranche

Der Fahrer checkt in Ruhe seine Mails oder schaut entspannt einen Film. Draußen zieht die Landschaft vorbei, das Auto hält die Spur, den Abstand zum Vordermann und bremst bei Bedarf – und zwar von ganz allein, ohne dass ein Mensch eingreifen muss. Erst einmal klingt das Beschriebene wie aus einem Hollywood-Streifen. Autonomes Fahren gehört aber zu den großen Megatrends der Automobilindustrie.

„Es gibt durchaus Autofahrer, die solche Technologien wollen“, sagt zum Beispiel Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. „Somit ist für mich nicht die Frage ob, sondern wann wir in selbstfahrenden Autos unterwegs sein werden.“ Der Trend des autonomen Fahrens sei für die Hersteller eng mit dem Ziel des unfallfreien Fahrens verbunden. Schon heute gebe es einfach viele Situationen, in denen die Systeme der Autos schneller und präziser reagieren können als der Mensch, so Dudenhöffer: „Wir reden hier von Mobilität im Jahr 2030, 2040.“

Bereits heute nehmen Autos dem Fahrer Aufgaben ab

Anfahren, beschleunigen, lenken und bremsen – der Fahrer nimmt die Hände vom Lenkrad und lässt den Wagen im Stau temporär machen. Einige Autos können das schon. Zudem kann der Fahrer auch aussteigen und sein neues Auto via Smartphone selbstständig in eine Parklücke steuern.

Hier sprechen die Ingenieure vom automatisierten Fahren auf Level 2 und 3. Einen Schritt weiter ist das Level 4, das mit vollautomatisiertem Fahren gleichzusetzen ist. Der Wagen soll mit seinen Funktionen unter anderem ohne Mensch hinterm Steuer selbst ins Parkhaus fahren. Level 5 steht dann für das autonome Fahren – das Auto übernimmt dann die volle Kontrolle, der Fahrer muss nicht mehr eingreifen.

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