Unternehmen greifen verstärkt zu Kurzarbeit – auch im Raum Heilbronn
Die Wirtschaft schwächelt und Unternehmen setzen vermehrt auf Kurzarbeit, um Entlassungen zu vermeiden. Auch im Raum Heilbronn trifft es Firmen.

Die anhaltende konjunkturelle Krise macht sich in der regionalen Wirtschaft immer stärker bemerkbar. Immer mehr Unternehmen nutzen das Instrument der Kurzarbeit, um den Abbau von Arbeitsplätzen zu vermeiden. Die Arbeitsagenturen in der Region verzeichnen steigende Zahlen bei der Anmeldung und der tatsächlichen Nutzung von Kurzarbeit.
Kurzarbeit steigt an – auch im Raum Heilbronn?
Stand Ende Juli hatten nach Angaben der Arbeitsagentur Heilbronn rund 160 Unternehmen aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn für rund 4400 Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt. Wie viele Firmen diese auch tatsächlich umsetzen, zeigt sich erst später. Doch in den zurückliegenden Monaten war auch hier ein klarer Anstieg zu verzeichnen. So waren im Januar 2024 im Agenturbezirk Heilbronn 3035 Beschäftigte in Kurzarbeit, ein Jahr zuvor waren es nur 1252 Arbeitnehmer und im August 2022 nur 551.
Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim ist die Entwicklung ähnlich. Hier haben derzeit knapp 200 Unternehmen für rund 7000 Beschäftigte Kurzarbeit angemeldet. "Bei den Anzeigen und beim Beratungsbedarf zur Kurzarbeit stellen wir einen Anstieg fest, der auf die angespannte Konjunktur zurückzuführen ist", teilt eine Sprecherin auf Stimme-Anfrage mit. Im Januar 2024 (aktuellere Zahlen liegen nicht vor) arbeiteten im Agenturbezirk 1941 Beschäftigte kurz, im Januar 2023 waren es noch 1086. Im Hohenlohekreis waren im Januar dieses Jahres 537 Beschäftigte in 19 Unternehmen in Kurzarbeit, während es im Januar 2023 nur 30 Mitarbeiter in acht Betrieben waren.
Immer mehr Kurzarbeit auch in Baden-Württemberg
Auch im Land nimmt die Kurzarbeit wieder zu. Nach Angaben der Regionaldirektion Baden-Württemberg wurden von Mai bis Juli für rund 20 Prozent mehr Personen Kurzarbeit angezeigt als im Vorjahr. Im Mai arbeiteten im Land 59.960 Beschäftigte kurz, deutlich mehr als in den zurückliegenden Jahren. 2023 etwa waren es durchschnittlich 21.000 Kurzarbeiter. Die Kurzarbeiterquote ist im Südwesten mit 1,2 Prozent deutlich höher als im Bund, wo sie im Juni bei 0,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten lag.
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