Herausforderungen in Deutschland größer als gedacht
Das Land steckt in der wohl größten Transformation seiner Geschichte, entsprechend wird das Gesicht nach der Krise ein anderes sein. Welches das sein wird, hat Deutschland noch selbst in der Hand.

Die stolze Industrienation Deutschland, einst Exportweltmeister, darbt dahin. Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Tiefschläge, neue Hiobsbotschaften für die Wirtschaft. Diese Krise ist nicht neu, auch dass sie auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, überrascht nicht. Die absoluten Zahlen, wie jetzt die 120.000 abgebauten Stellen im Vorjahr allein in der Industrie, verleihen ihr aber eine andere Dimension. Noch mehr Wucht. Oder ein Gesicht, wenn Menschen im eigenen Umfeld ihren Job verlieren.
Was die Zahlen auch verdeutlichen: Der Standort D steht vor viel größeren Herausforderungen als alle bisher gedacht haben. Entsprechend bedarf es viel größerer Anstrengungen, um diesen Trend überhaupt zu stoppen. Noch mehr Kraft, ihn auch noch umzukehren. Was nicht heißt, dass die verlorengegangenen Arbeitsplätze bei Gelingen wiederkommen. Das Land steckt in der größten Transformation seiner Geschichte, entsprechend wird das Gesicht der Wirtschaft nach der Krise ein anderes sein.
Deutschland braucht einen großen Wurf, vielleicht doch eine Agenda 2030
Ob es ein gutes, strahlendes ist, wie früher: Das hat Deutschland noch immer selbst in der Hand. Der Ruf nach der Politik ist groß, und ganz klar: Es braucht neue Rahmenbedingungen. Reformen, ja. Aber bitte keine Reförmchen, damit ist der Wirtschaft nicht geholfen. Und dem Land gleich gar nicht. Deutschland braucht mehr, einen großen Wurf, vielleicht doch eine Agenda 2030.
Die Wirtschaft ist für den Wohlstand im Land der größte Faktor – also muss das Land zumindest in der aktuellen Lage viel mehr von der Wirtschaft her gedacht werden. Doch auch die Unternehmen müssen mehr liefern als die immergleiche und reflexartige Verlagerung von Kapazitäten ins kostengünstige Ausland. Mehr liefern: Das gilt für alle, auch für Arbeitnehmer. Vor Deutschland liegt ein Kraftakt. Wenn jeder anpackt, geht auch diese Krise vorbei.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare