Deutsche Industrie baut massiv Stellen ab – Baden-Württemberg besonders betroffen
Die deutsche Industrie hat 2025 mehr als 120.000 Stellen abgebaut. Auf Baden-Württemberg entfällt dabei ein Viertel. Experten rechnen für 2026 mit keiner Besserung. Im Gegenteil.
In der Wirtschaftskrise hat die deutsche Industrie 2025 im großen Stil Jobs gestrichen. Ende vergangenen Jahres arbeiteten dort rund 5,38 Millionen Menschen – und damit gut 124.000 oder 2,3 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Das zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY.
Der Jobabbau in der Industrie fiel damit fast doppelt so hoch aus wie 2024, so die Studie, die auf Daten des Statistischen Bundesamts basiert und Firmen mit mehr als 50 Beschäftigten erfasst.
Deutsche Industrie 2025: 124.000 Jobs verloren und Beschäftigung stark gesunken
Am härtesten traf es 2025 die kriselnde Autobranche, wo allein rund 50.000 Jobs verloren gingen, während die Chemie- und Pharmaindustrie mit einem Minus von rund 2000 Stellen glimpflich davonkam. „Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise“, sagte Jan Brorhilker, Managing Partner bei EY. Seit 2023 seien die Industrieumsätze um fast fünf Prozent geschrumpft. Der Stellenabbau sei daher noch moderat.
Klar sei aber: „Es bräuchte schon einen echten und deutlichen Aufschwung, um ein weiteres Abschmelzen der Beschäftigung zu verhindern.“

Südwestmetall: Politik muss ihren Fokus auf die Rahmenbedingungen legen
Davon geht die Südwestmetall für Baden-Württemberg aber nicht aus. „Auch dieses Jahr rechnen wir nicht mit einem starken Wachstum, jedoch mit einer weiter sinkenden Beschäftigung“, sagte Peter Sebastian Krause, Vorsitzender des Arbeitgeberverbands. „Politik und Sozialpartner müssen ihren Fokus jetzt strikt auf Rahmenbedingungen richten, die unsere Unternehmen in der Transformation unterstützen, die Wachstum ermöglichen und so dabei helfen, Beschäftigung zu sichern.“
„Auch dieses Jahr rechnen wir mit einer weiter sinkenden Beschäftigung.“
Peter Sebastian Krause
Baden-Württemberg ist von den Stellenstreichungen am stärksten betroffen: In der Metall- und Elektroindustrie im Südwesten gingen im Vorjahr 32.450 Arbeitsplätze verloren – das entspricht einem Viertel der Stellenstreichungen in der Industrie deutschlandweit. In Baden-Württemberg waren zum Jahresende nur noch 938.700 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt.
Experten erwarten für 2026 einen weiteren Stellenabbau in der Industrie
Bundesweit sank der Umsatz der Industrie im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent, das vierte Quartal 2025 war bereits das zehnte in Folge mit Rückgängen. Während besonders die Auto-, Papier- und Textilbranche Umsatz verloren, legte die Metallindustrie und Elektrotechnik zu. Aber nur deutschlandweit. In Baden-Württemberg stand unterm Strich gar ein Minus von 0,3 Prozent – und dass, obwohl die Firmen im Dezember ein Plus von 24 Prozent beim Auftragseingang verbuchten. 2024 war die Produktion im Südwesten um acht Prozent geschrumpft.
Mittelfristig fällt der Stellenabbau in der Industrie noch größer aus als 2025. Seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 sank die Zahl der Beschäftigten um rund 266.000, laut EY ein Minus von rund fünf Prozent. Ähnlich wie Krause erwarten auch die Experten der Beratungsgesellschaft wegen schwacher Aufträge und hohen Wettbewerbsdrucks einen weiteren Stellenabbau. Dazu komme die steigende Zahl von Insolvenzen, sagt Brorhilker. Auch bauten Autokonzerne verstärkt Produktion sowie Forschung und Entwicklung im Ausland auf – „das geht auf Kosten der Arbeitsplätze in Deutschland“.
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am 21.02.2026 10:44 Uhr
Wir reden hier von Betrieben über 50 Mitarbeiter. Kleine Familien- oder Eigentümer geführte Unternehmen verschwinden still und leise. Es ist von Änderungen der Rahmenbedingungen die Rede. Klar genannt werden muss ist die immens hohe Steuer-, und Abgabenlast sowie die hohen Energiekosten. Lohnnebenkosten um die 50 %.
Jeder Betrieb, der externe Handwerker ob Maler, Elektriker, Sanitär, Kfz Werkstatt oder Buchhalter und IT Fachleute beauftragen muss ächzt unter Stundensätze zwischen 75 und bis zu 180 Euro.
Der größte Teil dieser Kosten fallen dem Staatshaushalt zugute und fehlt für dringende Investitionen. Wenn es nicht gelingt diese Kosten für die Betriebe um nahezu die Hälfte abzusenken gerät die deutsche Wirtschaft mit all den kleinen Unternehmen, Gewerben und Arbeitnehmern und den ganzen Rattenschwanz dahinter in eine Todesspirale die sich immer schneller dreht.
Davon profitieren die Wirtschaftskriminalität und Steuer- und Sozialbetrüger die unter den Augen unseres Staates an dem Finanzamt vorbei wirtschaften. Siehe Clankriminalität.
Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass die Politik noch immer so tut als würde das schon wieder werden, wenn man nur weiter die Steuerbelastung für Bürger die nicht aus staatlicher Hand ihren Lebensunterhalt finanzieren beziehen erhöht und weiter soziale Wohltaten über Menschen ausschüttet, die noch niemals und auf viele Jahre hinaus auch nicht in unser System einbezahlen werden können.
Jürgen Mosthaf