Wechsel von Audi-Topmanager Fred Schulze nach China: Herber Verlust für die Region
Fred Schulze hat viel geleistet für den Audi-Standort Neckarsulm. Aber auch jenseits der Werksgrenzen war der 59-Jährige in der Region stets präsent und engagiert.
Aus Sicht des Unternehmens ist die Entscheidung nachvollziehbar. Mit Fred Schulze schickt Audi einen erfahrenen Manager nach China, der den Markt gut kennt und der die Fähigkeiten mitbringt, die Elektromarke des Autobauers in der Volksrepublik zum Erfolg zu führen. Die Trendwende auf dem größten Automarkt der Welt zu bewältigen, ist mit Sicherheit der spannendste und herausforderndste Job, den es derzeit bei Audi gibt. Aus Sicht des Standorts Neckarsulm geht Schulze in einer Zeit, die im gesamten VW-Konzern von tiefen Einschnitten beim Personal und den Produktionskapazitäten geprägt ist.
Die Entscheidung, welches volumenstarke E-Auto nach Neckarsulm kommt, wird der scheidende Werkleiter nicht mehr beeinflussen können in seiner neuen Rolle. Positiv ist aber, dass er alles getan hat, um Neckarsulm bei der aktuellen Planungsrunde gut dastehen zu lassen. So ist es ihm zusammen mit seinem Team gelungen, die Fabrikkosten deutlich zu senken. Im Vergleich mit anderen deutschen Werken des VW-Konzerns steht Neckarsulm aktuell sehr gut da. Aber auch außerhalb des Werks engagierte sich Schulze für die Region, ob bei der IHK oder der Sporthilfe Unterland, er war bei vielen Veranstaltungen präsent und machte sich stark für die Raumschaft, in der er arbeitet und lebt.
Fred Schulze hinterlässt seinem Nachfolger eine gut aufgestellte, moderne Fabrik.
Keine Frage: Fred Schulze hat in den fünf Jahren als Werkleiter viel geleistet und auf den Weg gebracht. Allein der Anlauf der beiden Modellreihen A5 und A6 war eine Mammutaufgabe. Sein Nachfolger Thomas Bogus wird nun dafür kämpfen müssen, dass die Fabrikkosten weiter sinken und der Standort bei der Werkbelegung mit einem passenden Modell bedacht wird, das in Zukunft die Auslastung stärkt.
Dem obersten Audi-Mann in der Region ist zu wünschen, dass er in Neckarsulm vertrauensvoll aufgenommen wird und die Mannschaft mit vollem Tatendrang sich den Herausforderungen der Zukunft stellt. Bogus kennt den Standort gut und bringt die Expertise mit, um ihn in die Zukunft zu führen. Leicht wird die Aufgabe nicht. Glücklicherweise hinterlässt ihm sein Vorgänger eine gut aufgestellte, moderne Fabrik.
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