KI sinnvoll nutzen: Heilbronner Unternehmerinnen bieten Zukunfts-Workshops
Die Arbeitswelt verändert sich rasant. Margareta Jäger und Dorothée Töreki zeigen mit ihrem Projekt Supernova, welche Chancen sich für Arbeitnehmer ergeben und wo die Herausforderungen liegen.

Wer sich in Heilbronn nur am Rande mit Bildung, KI und der Gründerszene beschäftigt, bemerkt seit einigen Monaten eine rasante Beschleunigung: So zählten die Veranstalter beim dritten KI-Festival rund um den Ipai Mitte Juli über 13.000 Besucher. Gleichzeitig wächst der Bildungscampus in rasender Geschwindigkeit, und mit ihm und den angeschlossenen Institutionen kommt eine Vielzahl neuer Bildungsformate in die Stadt. So haben alle, die sich dafür interessieren, die Chance, mit diesem Aufbruch in Berührung zu kommen – und im Idealfall auch daran teilzuhaben.
Gleichzeitig herrscht bei vielen Menschen Angst, denn die Branchen, die die Wirtschaft im Land bisher stark machten, wie Automobil und Maschinenbau, sind unter Druck. Die Arbeitswelt verändert sich. Jobs gehen verloren, von uns Menschen ist mehr denn je die Fähigkeit gefragt, uns anzupassen – Agilität, wie das im Fachjargon heißt.

Die Arbeitswelt verändert sich, Agilität ist gefragt
Diese Transformation in der Arbeitswelt bildet die Kulisse für ein Projekt, das zwei Unternehmerinnen aus der Region angestoßen haben. Supernova heißt die Serie von kostenlosen Zukunfts-Workshops, die Margareta Jäger und Dorothée Töreki zusammen auf die Beine gestellt haben. Darin verbinden die beiden Expertinnen Wissen aus ihren jeweiligen Bereichen: Neurowissenschaften und Personal bei Jäger, IT und KI bei Töreki. „Wir wollen mit Supernova helfen zu verstehen, wie Menschen Technologie und KI nutzen können, um für sich die Chancen dieser Zeit zu ergreifen“, sagt Töreki. Erkenntnisse aus der Hirnforschung fließen ein – etwa die, dass das Gehirn dann am leistungsfähigsten ist, wenn man sich mit vielen unterschiedlichen Dingen beschäftigt – und sich regelmäßig Pausen gönnt. „Dann verknüpfen sich die Informationen“, sagt Jäger.

Probieren und scheitern zulassen, um sich weiterzuentwickeln
Das Projekt Supernova soll zeigen, wie Denken und Handeln in der Arbeitswelt heute erfolgreich funktionieren, erklären beide. „Wir kommen aus einer Zeit, in der es darum ging, Anweisungen möglichst gut zu befolgen.“ In der Zukunft seien andere Fähigkeiten gefragt, wie etwa Scheitern zulassen und die Devise: „Zur Not haben wir etwas gelernt“. Genauso die Fähigkeit zuzuhören und Fragen zu stellen. „Wir können diese hochkomplexe Zeit nur erfassen, wenn wir unterschiedliche Perspektiven hören“, sagt Jäger. Die Perspektiven von jungen und älteren Mitarbeitern, die von Angestellten und Führungskräften. Die moderne Arbeitswelt brauche mehr Agilität, mehr transparente Kommunikation und die Erkenntnis, dass ein Fehlschlag nicht schlimm sei, „wir fangen an und entwickeln uns weiter im Tun“.
Zukunftsworkshop im Open Space an der Weipertstraße
Genauso hat auch das Projekt der beiden Frauen begonnen: Jäger, die erfahrene Personalerin mit einem Master in Neurowissenschaft, und Töreki, die IT’lerin, sind ins Gespräch gekommen, dabei ist die Idee für Supernova entstanden. Einer zufälligen Begegnung mit Thomas Bornheim, dem Leiter der Programmierschule Arkadia, sei es zu verdanken, dass die Supernova eine Heimat gefunden hat: den Open Space an der Weiperstraße. Dort sind im Juli bereits zum zweiten Mal 65 Interessierte aller Altersgruppen und aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammengekommen, um gemeinsam Mensch-KI-Interaktion zu entdecken und selbst zu experimentieren. Die Stimmung sei mega gut gewesen. „Alle haben zusammengearbeitet und sich getraut, auch kontroverse Aussagen zu machen.“ Töreki sagt: „Die Technologie ist nur ein Werkzeug.“ Sie erhöhe die Leistungsfähigkeit – „aber nur in Zusammenspiel mit dem Mensch, der sie klug einsetzt“.
Nächste Supernova im Oktober
So sind Jäger und Töreki selbst Teil des Aufbruchs in Heilbronn – zwei Frauen, die mit Mut, Agilität und Weitblick eine neue Geschäftsidee auf den Weg gebracht haben und damit nun anderen helfen wollen, sich in dieser von Transformation geprägten Zeit zurechtzufinden. Am 16. Oktober geht es weiter mit der nächsten Supernova, diesmal zum Überbegriff „Macht“.
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