Wettbewerbsdruck
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Jobabbau bei Maschinenbauer in Heidenheim: Voith will 2500 Stellen streichen

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Ein weiterer Maschinenbauer steckt in einer schwierigen Phase. Voith mit Sitz in Heidenheim an der Brenz plant, 2500 Stellen in Deutschland zu streichen.

Von red/dpa

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Beim Maschinen- und Anlagenbauer Voith könnte gut ein Zehntel der Mitarbeiter den Job verlieren. Wie der Technologiekonzern aus Baden-Württemberg mitteilte, prüft man Anpassungen bei Organisationsstrukturen und Belegschaft im Rahmen einer strategischen Weiterentwicklung. „Im Rahmen der Anpassungen wird eine Reduzierung von bis zu 2500 Stellen erwartet“, hieß es weiter.

Nicht nur bei Voith gibt es solche Überlegungen – viele deutsche Maschinenbauer befinden sich derzeit in einer schwierigen Phase. Die Branche schrumpft 2025 nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) bereits das dritte Jahr in Folge. Mit Bosch, Magna und R. Stahl sind auch Firmen mit Standorten im Raum Heilbronn von Stellenabbau und Pleiten betroffen. Seit Anfang 2023 befindet sich die Produktion demnach im Sinkflug. Erst 2026 erwartet der Verband ein leichtes Plus. 

Stellenabbau bei Voith geplant – Maschinenbauer hat strukturelles Problem

Deutschland nehme bei den Überlegungen eine Schlüsselrolle ein. Zwar verfüge der Standort über technologische Kompetenz und Innovationskraft, gleichzeitig gebe es strukturelle Probleme. Genannt wurden insbesondere hohe Energie- und Arbeitskosten, komplexe regulatorische Anforderungen und ein hoher bürokratischer Aufwand.

Konkrete Entscheidungen zu Standorten oder Bereichen liegen den Angaben zufolge noch nicht vor. In den kommenden Wochen prüfe man Optionen, die gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern diskutiert und bewertet werden sollen. Der erwartete Stellenabbau beschreibe „einen globalen Rahmen und stellt keine Aussage über bestimmte Standorte, Bereiche oder Funktionen dar“. 

Maschinenbauer will Stellen streichen: Was macht Voith in Heidenheim?

Voith hat seinen Stammsitz in Heidenheim an der Brenz. Weltweit arbeiten rund 22.000 Mitarbeiter in 60 Ländern für das Unternehmen. Der Konzern betreibt in Deutschland mehrere Werke, neben Heidenheim und Crailsheim auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Sachsen.

Das 1867 gegründete Unternehmen liefert Maschinen, Anlagen und technische Systeme für gleich mehrere Industriebranchen. Voith produziert unter anderem Turbinen, Generatoren und digitale Steuerungstechnik für Wasserkraftwerke. Ein weiterer traditioneller Schwerpunkt liegt auf Papiermaschinen und Anlagen zur Aufbereitung von Altpapier. Zusätzlich ist Voith im Bereich der Antriebs- und Industrietechnik aktiv. Dazu gehören unter Getriebe und Kupplungen für Züge, Schiffe und industrielle Anwendungen. Der Konzern mit seinen drei Bereichen Hydro, Paper und Turbo hatte zuletzt wegen der Konjunkturflaute rote Zahlen geschrieben. Im Geschäftsjahr 2023/24 sackte das Konzernergebnis auf minus 247 Millionen Euro ab.

Stellenabbau bei Maschinenbauer: „Voith steht vor großen Herausforderungen“

Konzernchef Dirk Hoke verwies auf einen zunehmenden Wettbewerbsdruck. „Voith steht vor großen Herausforderungen auf dem Weltmarkt, weshalb wir eine umfangreiche strategische Analyse unseres Geschäfts vorgenommen haben“, teilte er mit. Um auch langfristig bestehen und wachsen zu können, müsse Voith über ausreichende Mittel für Investitionen verfügen und die Organisation so effizient wie möglich aufstellen. 

„Die Organisation stärken, Innovation beschleunigen und Wachstumschancen nutzen – das müssen wir jetzt gemeinsam angehen, nicht zuletzt, um den Standort Deutschland zu sichern“, betonte Hoke. Bei den Anpassungen geht es demnach unter anderem darum, Prozesse zu vereinfachen, Entscheidungswege zu verkürzen und gezielt in Zukunftsfelder zu investieren, die die langfristige Wettbewerbsfähigkeit sichern. Dazu zählt Hoke das profitable Service- und Digitalgeschäft, globale Wachstumsregionen sowie neue Technologien. 

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