Intersport tritt dem Ipai in Heilbronn bei – „müssen voneinander lernen“
Der Sporthändler-Verbund Intersport mit Sitz in Heilbronn will sich in die Arbeit an Künstlicher Intelligenz einbringen – die mögliche Anwendungs-Bandbreite ist groß. Das Wachstum des Ipai geht unterdessen weiter.
Audi, Würth und Schunk sind schon lange dabei, auch die Polizei von Baden-Württemberg und seit Kurzem Mercedes – und nun auch noch Intersport: Der Heilbronner Sporthändler-Verbund ist jüngstes Mitglied des Ipai. Dessen Geschäftsführer Moritz Gräter und Intersport-Finanzvorstand Thomas Storck unterzeichneten dazu die Vereinbarung.
Intersport wird quasi Ipai-Nachbar in Heilbronn
Ein Büro wird die Genossenschaft allerdings nicht beziehen, kündigte Storck an: Die Wege von den Böllinger Höfen, dem Sitz des Unternehmens, bis hinab ins Gewerbegebiet Wohlgelegen seien ja kurz – und mit der Fertigstellung des Ipai-Geländes ist Intersport quasi Nachbar.

Intersport wolle aus dem Netzwerk Nutzen ziehen, für sich, für die Sporthandelsbranche und für Genossenschaften, die kleine Mittelständler vertreten. „Eine Genossenschaft kann verdammt schnell sein, Dinge umzusetzen. Denn hier gibt es nicht die Komplexität wie bei Großkonzernen“, meinte der Vorstand.
Wo Intersport KI bereits anwendet
Künstliche Intelligenz werde längst bei Intersport angewendet, berichtete Storck. Und das soll massiv erweitert werden. „Unsere Leute sollen uns in einem Jahr eher sagen, wo wir sie noch nicht einsetzen.“ Ein Beispiel sei etwa die Werbung für Badebekleidung: Die Models auf den Bildern wurden diesmal mit KI generiert – das sei einfach billiger, als im Winter zu einem Shooting in die Tropen zu fliegen. Mögliche weitere Anwendungen sah Storck bei Stammdaten, Produktdesign, Analyse von Onlineshop-Nutzung oder im Kundendienst. Auch Händler sollen unterstützt werden, indem ein „stummer Berater“ zur Verfügung gestellt wird.
Dennoch müsse noch viel experimentiert werden, meinte IT-Chefin Katja Burkert. „KI ist noch keine ausgereifte Technik. Da ist ein Community-Ansatz wie hier im Ipai der richtige. Wir müssen gemeinsam entwickeln und voneinander lernen.“
Der Ipai will selbst auf potenzielle Mitglieder zugehen
Knapp verfehlt hat Intersport allerdings die Mitgliedsnummer 100 – da kam ihm ein anderes neues Mitglied zuvor, erzählte Ipai-Geschäftsführer Moritz Gräter. Mittlerweile gebe es auch Teilnehmer mit Sitz in der Schweiz und in Österreich. Aus seiner Sicht brauche es hier vor allem Vielfalt, sowohl bei den Branchen als auch bei den Unternehmensgrößen. „Wir können uns nicht ausruhen. Wir müssen gemeinsam zukunftsfähige Modelle entwickeln“, mahnte er. „Qualität ist dabei wichtig, nicht Quantität.“ Der Ipai suche sich seine Mitstreiter aus – und wolle künftig auch aktiv auf geeignete Unternehmen zugehen, ob sie nicht beitreten wollen, kündigte er an.
Aktuell sei Robotik das große Thema, berichtete Gräter. Das bestätigte auch Storck: Im Logistikzentrum auf den Böllinger Höfen soll auch mit humanoiden Robotern experimentiert werden. „Innovation ist richtig intensive, harte Arbeit“, so Gräter. „Von alleine passiert diese KI-Transformation nicht.“
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