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Audi setzt auf Elektro-Lkw zwischen Neckarsulm und Ingolstadt 

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Seit knapp einem Jahr läuft bei Audi ein Pilotprojekt zusammen mit den Speditionen Ihro und Elflein. Einmal laden pro Strecke und deutliche Einsparung von Emissionen – eine erste Bilanz.


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Bei elektrisch betriebenen Lastwagen gibt es immer noch ein großes Problem: Sie sind in der Anschaffung sehr teuer. „Ein Diesel-Sattelzug kostet um die 110.000 Euro, eine E-Maschine etwa 270.000 Euro“, berichtet Roland Rüdinger von der Spedition Rüdinger in Krautheim. Weit mehr als das Doppelte also.

Selbst eine Förderung von vielleicht 50.000 Euro pro Lastwagen trägt also nur bedingt zur Linderung des Anschaffungsschmerzes bei. Und dies ist einer der Hauptgründe, warum es bei dem Hochlauf von vollelektrischen Lkw in der Branche noch hakt.

Audi: E-Lkw für die Materialversorgung an den deutschen Standorten

Bei Audi sind vollelektrische Langstrecken-Lkw aber seit März vergangenen Jahres erfolgreich im Einsatz: Der Autobauer mit den vier Ringen hat gemeinsam mit den Speditionen Hans Ihro GmbH und Elflein Transport Europe GmbH die ersten vollelektrischen Lkw-Transporte zur Materialversorgung der Werke Ingolstadt und Neckarsulm gestartet. Die Elektro-Lkw sind auf den Routen zwischen Ingolstadt und Neckarsulm sowie zwischen Schwandorf und Ingolstadt im Einsatz und markieren einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur E-Mobilität im Transportwesen.

Der erste vollelektrische Transport startete am 3. März 2025. Pro Umlauf legt der riesige Stromer nun 478 Kilometer zurück. Ende März vergangenen Jahres folgte der Betrieb der zweiten Strecke, ab Schwandorf, mit einer Strecke von 274 Kilometern pro Umlauf, die zweimal täglich bedient wird. Transportiert werden nach Angaben von Audi Teile für die Serienproduktion der neuesten Audi-Modelle – für die beiden Verbrenner A5 und A6 in Neckarsulm sowie die beiden E-Autos Q6 E-Tron und A6 E-Tron am Stammsitz von Audi in Ingolstadt.

Audi setzt zusammen mit den Speditionen Ihro und Elflein Elektro-Lkw zur Teileversorgung an den deutschen Standorten Neckarsulm und Ingolstadt ein. Seit knapp einem Jaht läuft das Pilotprojekt.
Audi setzt zusammen mit den Speditionen Ihro und Elflein Elektro-Lkw zur Teileversorgung an den deutschen Standorten Neckarsulm und Ingolstadt ein. Seit knapp einem Jaht läuft das Pilotprojekt.  Foto: Audi

E-Lkw von MAN: Elektrische Reichweite von bis zu 500 Kilometern

„Der elektrische Lkw ist für uns kein Pilot mehr, sondern ein wirksamer Hebel, um Emissionen in der Supply Chain zu senken – bei unverändert hoher Versorgungssicherheit – und damit ein zentraler Baustein auf unserem Weg zu einer nachhaltigeren Transportlogistik“, sagt Reinhard Baller, Leiter Transportplanung der Audi AG. „Wir als Audi-Transportplanung prüfen kontinuierlich, wo wir elektrische Lkw einsetzen können.“

Zum Einsatz für die Fahrten kommen moderne, für die Automobilindustrie ausgelegte Lastwagen der Volkswagen-Konzernmarke MAN. Der MAN eTGX hat eine Ladehöhe von drei Meter, verfügt nach Angaben der Unternehmen über eine reale Reichweite von bis zu 500 Kilometern und ist mit Lithium-Ionen-Batterien der neuesten Generation ausgestattet. Möglich macht diese besondere Konfiguration das modulare Batteriekonzept von MAN. Damit müssen die Lkw pro Tour nur einmal geladen werden.

„Unsere Fahrer schätzen den elektrischen Lkw, weil er leise ist und gute Beschleunigungswerte aufweist.“ Kai Ihro

Um die verbrauchte Energie wieder aufzunehmen, werden dafür die gesetzlichen Pausenzeiten genutzt. Geladen werden können die vollelektrischen Elektro-Lkw mit bis zu 375 kW. Zum Vergleich: Der Audi E-Tron GT aus Heilbronn kann mit bis zu 320 kW Strom geladen werden, und dies ist im Autobereich einer der besten Werte aktuell.

Kombination aus öffentlicher Ladeinfrasruktur und regionales Depot-Laden

Der Lkw-Fahrer kenne die realen Reichweiten, damit seien die Touren gut planbar, heißt es von Audi. Wetter und Gewicht würden die wichtigsten Einflussfaktoren im Hinblick auf die Reichweite bleiben.Die Spediteure setzen beim Laden der E-Lkw auf eine Kombination aus öffentlicher Ladeinfrastruktur für den Fernverkehr und auf regionales Depot-Laden bei den Betreiberspediteuren an ihren Standorten in Neuenstein und Regensburg.

„Wir ziehen ein positives Zwischenfazit. Die vollelektrischen Langstrecken-Lkw sind seit knapp einem Jahr zuverlässig und energieeffizient unterwegs“, sagt ein Audi-Sprecher.

Auf beiden Strecken jährlich rund 200 Tonnen CO2 einsparen

„Unsere Fahrer schätzen den elektrischen Lkw des Typs MAN eTGX, weil er leise ist und gute Beschleunigungswerte aufweist – das erhöht die Fahrerzufriedenheit spürbar, während wir weiterhin zuverlässig liefern können“, sagt Kai Ihro, Geschäftsführer der Spedition Ihro. Den ersten Elektro-Lastwagen schaffte das Familienunternehmen bereits 2016 an – er wurde zunächst aber vorwiegend in internen Werksverkehren eingesetzt. Mittlerweile hat sich das bewährt, und auch das Umfeld reagiere positiv auf die E-Lkw – weil sie viel leiser sind als ein Fahrzeug mit Dieselmotor. Nach Angaben von Audi würden durch den Einsatz von 100 Prozent Ökostrom auf den beiden Strecken jährlich rund 200 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Mit Ihro und Elflein setzen zwei unserer Kunden den MAN eTGX im Auftrag von Audi ein. Dabei ist die Einführung vollelektrischer Langstrecken-Lkw in die Audi Logistik ein klares Bekenntnis zur Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft“, sagt Friedrich Baumann, Vorstand Sales und Customer Solutions bei MAN Truck & Bus SE. „Mit dem MAN eTGX zeigen wir, dass emissionsfreier Transport und industrielle Effizienz kein Widerspruch sind, sondern die Zukunft des Güterverkehrs.“

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