Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken investieren mehr in den USA
Die Firmen mit Sitz in Heilbronn-Franken wollen vor allem in den USA und China investieren. Das ergab eine Umfrage der regionalen IHK. Für die Verlagerung von Betriebsteilen gaben sie vor allem einen Grund an.
Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken zieht es verstärkt nach Nordamerika. 76 Prozent der international aufgestellten regionalen Industriebetriebe planen in diesem Jahr Investitionen in den USA und Kanada – zehn Prozentpunkte mehr als noch im Jahr zuvor. Das ist das Ergebnis einer Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Heilbronn-Franken.
Umfrage der IHK Heilbronn-Franken: USA-Investitionen aus Sorge vor Handelshemmnissen
Als Grund für eine geplante Auslandsinvestition in den USA nannten demnach bereits jetzt ein Fünftel der Industriebetriebe die Sorge vor Handelshemmnissen. US-Präsident Donald Trump hat für mehrere Importwaren bereits Strafzölle angekündigt oder sogar schon verhängt.

Aber auch China legt bei den Auslandsinvestitionen nach wie vor zu, berichtet die Heilbronner Kammer weiter. 62 Prozent der Unternehmen nannten demnach China als Investitionsziel, verglichen mit 59 Prozent im Vorjahr. Die aufstrebenden Märkte in der Region Asien/Pazifik kommen auf 76 Prozent, Afrika und Nahost auf 37 Prozent sowie Süd- und Mittelamerika ebenfalls auf 37 Prozent.
IHK-Hauptgeschäftsführerin Döring: „Geld, das im Ausland investiert wird, fehlt im Inland“
„Aus regionaler Sicht beunruhigt uns, dass das Geld, das im Ausland investiert wird, im Inland fehlt“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring. „Hier zeigen sich die sich verschlechternden Rahmenbedingungen, die anhaltenden Strukturprobleme und der Attraktivitätsverlust am Standort Deutschland.“
Bei den Industrieunternehmen, die Auslandsinvestitionen planen, gaben demnach 30 Prozent an, in den nächsten Monaten Inlandsinvestitionen zugunsten von Auslandsinvestitionen zurückstellen zu wollen. Laut einer Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) begründeten 35 Prozent Teilnehmer ihre Auslandsinvestitionen mit dem Ziel der Kostensenkung – fast so viele wie im Jahr 2008 während der Finanzmarktkrise. Elke Döring meinte dazu: „Deshalb braucht es dringend Sofortmaßnahmen, um den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Ich kann nur hoffen, dass die neue Bundesregierung auch liefert und nachhaltige Anreize schafft, im Inland zu investieren.“
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