Donald Trumps Schlingerkurs schickt US-Börsen auf Talfahrt – Angst vor „Trumpcession“
Die Tesla-Aktie stürzt ab, der Dollar verliert an Wert: Der Wirtschaftskurs des US-Präsidenten schadet der Wirtschaft in den USA massiv. Analysten fürchten eine Rezession und schaffen dafür das Wort Trumpcession.
Unsicherheit, Chaos, Massen-Entlassungen: Donald Trumps Zickzack-Kurs bei den Zöllen und Elon Musks angekündigter Kahlschlag beim Personal im US-Staatsapparat haben massive Auswirkungen auf die US-Wirtschaft und die Börsenkurse.
Trump kündigt Zölle an und rudert dann wieder zurück
Trump kündigt Zölle an, unter anderem gegen Kanada und Mexiko, verschiebt diese wieder, nur um wenige Tage später erneut damit zu drohen. Dieser Schlingerkurs macht es für Unternehmen extrem schwierig, verlässlich zu planen und zu investieren. Keiner weiß, wie sich die Kosten durch die weiteren Eskapaden des US-Präsidenten entwickeln werden.
Neue Verträge abzuschließen erscheint auf dieser Basis wie ein unkalkulierbares Risiko. Die US-Großbanken an der Wall Street befürchten, dass Trumps erratischer Kurs die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen wird. Ein Wort dafür gibt es auch schon: Trumpcession, zusammengesetzt aus seinem Namen und dem englischen Wort „Recession“.
Rezession statt Wachstum in den USA: Angst vor der Trump-cession geht um
Die Großbank Goldman Sachs schätzt das Risiko dafür auf zehn Prozent, die Bank JP Morgan sieht es sogar bei 35 Prozent. Das Resultat des Chaos’, das der Mann im Weißen Haus anrichtet, lässt sich an wichtigen Wirtschaftszahlen ablesen. Der Dow Jones hat seit seinem Rekordhoch am 30. Januar, kurz nach dem Amtsantritt Trumps, um fünf Prozent verloren, der US-Dollar gegenüber dem Euro um vier Prozent eingebüßt.
Elon Musks Autokonzern Tesla hat in nur fünf Wochen 40 Prozent seines Werts eingebüßt, das entspricht 500 Milliarden Dollar oder eine halbe Billion. An einem einzigen Tag, dem Montag, fiel sie sogar um mehr als 15 Prozent und büßte damit auch die letzten Kursgewinne nach der US-Präsidentenwahl vom November wieder ein. Dieser Einbruch könnte für Musk persönlich zum Problem werden, denn der Tech-Milliardär ist bekannt dafür, Kredite mit seinen Tesla-Aktien abzusichern. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell jedoch immer noch auf gut 300 Milliarden Dollar.
Hoffnung auf Goldenes Zeitalter der USA unter Trump ist vorbei
Das Hoffen auf das „Goldene Zeitalter“, das er für Amerika versprochen hatte, „Trump Trade“ genannt, ist jedenfalls weg. Trump selbst wollte eine Rezession nicht ausschließen. Er sagte in einem Interview am Wochenende: „Ich hasse es, solche Dinge vorherzusagen.“ Es werde eine „Übergangsphase“ geben, meinte er mit Blick auf die Auswirkungen seiner wirtschaftspolitischen Pläne.“ Denn was wir tun, ist sehr groß - wir bringen den Wohlstand zurück nach Amerika“, erklärte er, fügte aber an: „Es braucht ein wenig Zeit“.

Was Tesla angeht, bleibt sich Trump ebenfalls treu. In seinem eigenen Nachrichtendienst Truth Social behauptete Trump, „radikale linke Wahnsinnige“ boykottierten Tesla, um Musk zu schaden. Er werde gleich am Dienstag ein Tesla-Auto kaufen, als Zeichen der Unterstützung für den „großen Amerikaner“ Musk.
Hat deutsche Wirtschaft Talsohle durchschritten? Ökonomen mit unterschiedlichen Prognosen
In Deutschland gab es derweil zu Anfang der Woche einen leichten Hoffnungsschimmer. Die Industrieproduktion war im Januar überraschend stark und die Auslandsaufträge für den Maschinenbau stabil. Für positive Stimmung sorgte zwischenzeitlich auch die Aussicht auf massive staatliche Investitionen in die Infrastruktur. Die Prognosen von Ökonomen fallen unterschiedlich aus. Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING-Bank, geht davon aus, „dass die Talsohle der deutschen Industriekonjunktur erreicht“ ist, es sei allerdings noch zu früh, um von einer grundlegenden Trendwende zu sprechen.
Michael Herzum, Leiter Volkswirtschaft bei der Fondsgesellschaft Union Investment, erwartet für die kommenden Monate eine leichte Zunahme der Industrieproduktion: Es glaubt, dass das Frühlingsgefühl auch dann anhalten werde, wenn US-Präsident Trump etwa durch seine Zollpolitik zwischendurch für Eintrübung sorge.
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