Wie Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken vom Rüstungsboom profitieren
Umfrage der IHK Heilbronn-Franken zeigt, dass sich die Industrieunternehmen auf die neue Sicherheitslage einstellen und verstärkt für die Verteidigungsindustrie produzieren. Elke Döring lobt die Flexibilität der hiesigen Industriebetriebe.
Der Rüstungsboom in Europa hat auch Auswirkungen auf die Region. Wie eine aktuelle Umfrage der IHK Heilbronn-Franken zeigt, profitiert jedes fünfte Industrieunternehmen in der Region vom fortschreitenden Aufbau der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland. Damit liegt Heilbronn-Franken über dem Bundesdurchschnitt.
Nur wenige Firmen im Raum Heilbronn produzieren eindeutige militärische Güter
19 Prozent der 160 befragten Industrieunternehmen in der Region gaben an, Teil der Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie zu sein. Bundesweit sind es 17 Prozent. Allerdings ist die Anzahl der Unternehmen, die eindeutige militärische Güter produzieren, mit rund einem Prozent in der Region vergleichsweise gering. Hier ist das Heilbronner Unternehmen AIM Infrarot-Module zu nennen, das sich auf Infrarotsensoren für Waffensysteme spezialisiert hat.
Rund neun Prozent der befragten Industrieunternehmen in der Region produzieren sogenannte Dual-Use-Güter: Das sind Produkte, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können – beispielsweise Werkzeugmaschinen, Prüf- und Messvorrichtungen, Ventile oder elektronische Komponenten. Weitere neun Prozent der Industrieunternehmen sind Zulieferer der Rüstungsindustrie.
IHK-Hauptgeschäftsführerin: Industriebetriebe haben die neuen Chancen schnell erkannt
„Die Industrieunternehmen in der Region sind bereits überdurchschnittlich in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden“, sagt Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken. „Das ist ein gutes Zeichen und beweist die Flexibilität und Handlungsfähigkeit unserer Betriebe, die die Chancen schnell erkannt haben und sich in schwierigen Zeiten und unter erschwerten Rahmenbedingungen neue Geschäftsmodelle erschließen“, so Döring.

Allgemein steige das Interesse der Industrieunternehmen am Rüstungsmarkt. Laut der IHK-Umfrage sind mehr als zehn Prozent der Betriebe aktuell nicht im Rüstungsbereich aktiv, haben aber grundsätzliches Interesse signalisiert. „Unsere Unternehmen müssen den Wettbewerb nicht scheuen“, betont Elke Döring. Die Betriebe seien bereit, die Herausforderungen anzunehmen, die sich durch die neue geopolitische Sicherheitslage und den Handlungsdruck zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit Deutschlands ergäben, betont die IHK-Hauptgeschäftsführerin.
IHK Heilbronn-Franken will Mitgliedsbetriebe in schwierigen Zeiten unterstützen
Dabei könnten die Unternehmen auf die Unterstützung der IHK setzen, so Döring. Wirtschaftliche Resilienz und Sicherheit in der Region seien tragende Säulen der IHK-Strategie 2030+. „Ziel ist es, die Mitgliedsbetriebe auf Krisen, Disruptionen und Lieferausfälle vorzubereiten“, erläutert Döring. Dabei gehe es um die Vorsorge für kritische Infrastrukturen, die Entwicklung von Notfallplänen und den Aufbau wirtschaftlicher Vorsorgestrukturen.
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