Seit über einem Jahr wissen Arta und Mergim Klimenta, dass sie „Die Höhle der Löwen“ mit einem Deal in der Tasche verlassen haben. Nur: Sagen durften sie es niemandem. „Wir sollten es möglichst geheim halten“, verrät der Gründer. Nur ein kleiner, ausgewählter Kreis war eingeweiht. Als nun die Nachricht die Runde machte, dass das Paar in der Investorensendung zu sehen sind, wurden die Gründer immer wieder nach dem Ausgang gefragt. „Wir haben immer gesagt: Schaut Euch die Sendung an“, sagt Arta Klimenta.
Heilbronner Start-up holt Deal bei „Die Höhle der Löwen“ – mit besonderem Spray
Mit seinem Schutzspray für Strumpfhosen sorgen die Gründer des Heilbronner Start-ups Nylam auch im Fernseh-Studio für Begeisterung. Am Ende gibt es sogar zwei Angebote.
Das Gespür für Zeit ist Arta und Mergim Klimenta im Fernsehstudio irgendwann abhandengekommen. Wann das Gründer-Ehepaar aus Heilbronn bei der Aufzeichnung zur TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ (Vox) sein Schutzspray für Strumpfhosen endlich den Investoren vorstellen durfte, weiß es nicht mehr. „Wir waren aber beide total aufgeregt“, verrät Mergim Klimenta der Heilbronner Stimme. „Das sieht man im Fernsehen auch“, findet seine Frau Arta.
Irgendwann am Nachmittag des langen Studiotages präsentieren die Gründer des Start-ups Nylam aus Heilbronn den fünf Löwen ihr Produkt. Und auch wenn das Zeitgefühl verloren war: Der Moment, als ein Angebot für einen Deal kam, hat sich ins Gedächtnis eingebrannt. „Meinem Gesicht sieht man die Erleichterung richtig an, diesen Moment werde ich nie vergessen“, berichtet Mergim Klimenta. Am Ende haben er und seine Frau Arta zwei Angebote auf dem Tisch – und entscheiden sich für ihren Wunschlöwen Ralf Dümmel. Für 100.000 Euro übernimmt er 30 Prozent am Start-up.

Heilbronner Gründer bei „Die Höhle der Löwen“ – „Sendung war ein großer Meilenstein“
„Die Sendung war ein großer Meilenstein für uns“, verrät Mergim Klimenta. Das Problem ist nicht das Produkt an sich. „Das ist der Hammer“, lobt auch Ralf Dümmel. Es ist vielmehr die fehlende Bekanntheit. „Niemand sucht nach einem Schutzspray für Strumpfhosen“, hatte Arta Klimenta der Stimme vergangene Woche bereits gesagt. Daher waren die Verkaufszahlen, die das Paar zur Sendung präsentierte, auch nicht wirklich überzeugend.
Seit dem Launch hatte Nylam in den vier Monaten bis zur Aufzeichnung der Sendung erst 140 Dosen verkauft. Mit entsprechender Unterstützung – rechnete die Gründerin den Löwen vor – strebe das Start-up im ersten Jahr einen Umsatz von 320.000 Euro, im zweiten dann von 620.000 Euro an. Aber eben noch keinen Gewinn. „Im dritten Jahr rechnen wir dann mit einem Gewinn von 200.000 Euro“, stellt Arta Klimenta in der Sendung die aus Gründer-Sicht vorsichtigen Zahlen vor.
Weiche Knie beim Gründer nach Absage von drei der fünf Löwen-Juroren
Carsten Maschmeyer verabschiedet sich als Erster: „Ich habe nicht das Gefühl, das Investment meines Lebens zu machen“, sagt der Unternehmer. Auch Judith Williams und Janna Ensthaler sind bald raus – Letztere, weil sie nicht die richtige Investorin sei. Zuvor zeigten sich die Frauen bei den Tests an Strumpfhosen angetan. „Es riecht gut“, ist die erste Reaktion von Williams. Janna Ensthaler konstatiert beim Test mit Schmirgelpapier an einer eingesprühten Strumpfhose: „Null Beschädigung.“ Ohne Spray ist die Strumpfhose dagegen gleich ein Fall für den Müll.

„Nach drei Absagen hatte ich schon weiche Knie bekommen“, erinnert sich Mergim Klimenta. Doch dann wendet sich das Blatt, die Löwen Dagmar Wöhrl und Ralf Dümmel sind überzeugt, bieten den Gründern beide die erhofften 100.000 Euro für 30 Prozent ihres Start-ups. Dümmel, der den Vorzug erhält, adelt das Start-up. „Nylam ist für mich eine dieser Ideen, bei denen man sich fragt: Warum gab es das nicht schon längst?
Spray der Heilbronner Firma Nylam ist jetzt im Internet und im Handel zu finden
Seit der Aufzeichnung im Januar 2025 ist über ein Jahr vergangen. Zusammen mit dem Team des Gesellschafters der DS Gruppe, einem Großhandelsunternehmen, hat das Gründer-Paar in den vergangenen Monaten die Weichen für Wachstum gestellt. „Wir mussten einen neuen Hersteller finden, der auch große Mengen liefert“, berichtet Arta Klimenta. Zudem wurden Logo und Homepage überarbeitet. Und auch der dermatologische Test erneuert.
Alles vorbereitende Aufgaben, „damit wir mit der Ausstrahlung der Sendung startklar sind“, sagen die Klimentas. Ihr Schutzspray steht inzwischen in den Regalen des stationären Handels in der DACH-Region, ist also nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz und Österreich erhältlich. Auch auf mehreren Online-Marktplätzen ist das Produkt vertreten. „Jetzt liegt es allein am Endverbraucher.“ Ziel der Gründer ist, eine Marke aufzubauen, am besten jeder soll mit Nylam irgendwann ein Schutzspray für Strumpfhosen in Verbindung bringen.
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