Am Anfang haben Arta und Mergim Klimenta immer nur von „unserem Projekt“ gesprochen. „Irgendwann haben wir gesagt, dass wir einen richtigen Namen brauchen“, verrät die Gründerin. Auf jeden Fall sollte dabei Nylon eine Rolle spielen. Herausgekommen ist Nylam. „Ny steht für Nylon, lam für Laufmasche“, erklärt Mergim Klimenta. Das Gründer-Ehepaar hat sich den Namen patentieren lassen.
Heilbronner Start-up bei TV-Sendung „Höhle der Löwen“ – Kampf gegen die Laufmasche
Ein Spray soll Strumpfhosen haltbarer machen – und ein Massenproblem lösen. Heilbronner Gründer setzten auf einen Deal mit einem bekannten Investor bei „Die Höhle der Löwen“.
Das Problem ist Generationen von Frauen bekannt. Ein falscher Moment, ein kleiner Riss – schon hat die schicke Strumpfhose eine Laufmasche und ist bestenfalls noch ein Fall für den Müll. Die Erfahrung hat auch Arta Klimenta wieder und wieder gemacht. „Die eine Strumpfhose ist hier kaputt, die andere da“, sagt die 33-Jährige. Als gelernte Einzelhändlerin im Modebereich wollte die Heilbronnerin das Problem aber nicht einfach so hinnehmen.
Stattdessen machte sich auf die Suche nach einer Lösung. Allerdings ergab ihre Recherche: „Es gab nichts, was Strumpfhosen haltbarer macht.“ Das war vor knapp vier Jahren. Damals war ihr und ihrem Mann Mergim – der als Projektleiter im Automobilbereich arbeitet – klar: „Wir müssen was machen“, beschreibt der 35-Jährige. Es war die Geburtsstunde einer Idee, die in einem Start-up und einem Produkt mündete, das nun seinen großen Auftritt hat.
Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“: Heilbronner Gründer hoffen auf Investor und Deal
In der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ präsentiert das Heilbronner Paar am Montag, 23. März ab 20.15 Uhr, den bekannten Investoren und einem Millionenpublikum beim TV-Sender Vox seine Lösung: ein Schutzspray, das Strumpfhosen haltbarer macht. Um ihr Produkt einem breiten Publikum bekannter zu machen, hoffen die Gründer auf einen Deal mit einem der fünf Investoren. Am liebsten mit Ralf Dümmel.

„Er ist unser Wunschlöwe“, verrät Arta Klimenta. Für das Start-up Nylam wäre vor allem die Vertriebsexpertise des Chefs des internationalen Handelsriesen DS Produkte eine Hilfe. „Wir wollen unser Baby jetzt groß machen“, sagt die Gründerin über das Schutzspray. Mithilfe eines strategischen Investors soll der Weg zum Massenmarkt geebnet werden. Für 100.000 Euro bieten die Gründer den Löwen in der Sendung 30 Prozent ihres Unternehmens an.
So funktioniert das Strumpfhosen-Spray – und das steckt hinter dem Konzept
Die prüfen das Schutzspray im Fernsehen auf Herz und Nieren. Anwendung und Effekt demonstriert das Gründer-Ehepaar direkt vor den Löwen. Während die unbehandelte Strumpfhose bei leichter Beanspruchung reißt, zeigt sich die behandelte Variante deutlich widerstandsfähiger. Neben dem praktischen Nutzen sehen die Heilbronner zudem einen nachhaltigen Ansatz: Das Spray wirke lebensverlängernd auf die Strumpfhosen. „Dadurch lässt sich auch die Müllproduktion verlangsamen“, sagt Mergim Klimenta. Zumindest ist das die Vision des Start-ups.
Vier Jahre nach der ersten Idee für ihr Schutzspray haben die Gründer noch immer keine direkte Konkurrenz in diesem Bereich ausgemacht. Umso mehr wollen sie jetzt skalieren, größere Massen produzieren – und auch mehr Menschen erreichen mit ihrem Spray, das sie für knapp sieben Euro die Dose anbieten. Daher der Weg über das Fernsehen. „Wir haben gemerkt, dass wir Investoren brauchen“, sagt Mergim Klimenta. Wenige Wochen nach dem Produkt-Launch im September 2024 schickten die Gründer eine Bewerbung an „Die Höhle der Löwen“.
Entwicklung und Tests: Wie das Nylam-Produkt zur Marktreife kam
Zuvor hatten die Klimentas eineinhalb Jahre mit Herstellung und Tests verbracht. Mithilfe eines Chemikers eines Kosmetikherstellers aus Bietigheim-Bissingen waren zunächst drei Prototypen entwickelt worden, die Freunde, die Familie und Produkttester ausprobierten. „Die Rückmeldungen waren von allen positiv“, so die Gründerin, die auch darauf verweist, dass das Spray dermatologisch getestet wurde. Aus dem Umfeld kam dann die Idee, sich bei „Die Höhle der Löwen“ zu bewerben. „Ich im Fernsehen – oh Gott“, beschreibt Arta Klimenta ihre erste Reaktion. Doch schnell sah sie darin auch eine Chance für das Start-up.
Denn: „Ohne zu wissen, dass es ein Schutzspray für Strumpfhosen gibt, sucht niemand danach.“ Für das Gründer-Ehepaar, das einen Online-Shop betreibt und die Spraydosen von zu Hause aus verschickt, ist es von Bedeutung, in den Handel zu kommen. Bisher haben sich die Gründer komplett selber finanziert und eine fünfstellige Summe in ihr Produkt investiert. Zweifel daran, dass das Produkt funktioniert, haben beide nicht. „Die Frage war aber: Wie schaffen wir den Durchbruch?“, sagt Mergim Klimenta. „Die Höhle der Löwen“ könnte darauf die Antwort sein.
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