Stimme+
Heilbronn-Franken

Zahl der Handwerksbetriebe geht zurück – erstmals seit vielen Jahren

   | 
Lesezeit  1 Min
audio Anhören
Erfolgreich kopiert!

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Nachfolgeprobleme sorgen nach vielen Jahren für sinkende Betriebszahlen in Heilbronn-Franken. Kammerpräsident Rothenburger nimmt die Politik in die Pflicht.


Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Erstmals seit vielen Jahren ist die Zahl der Handwerksbetriebe in der Region Heilbronn-Franken im vergangenen Jahr gesunken. Wie die Kammer mitteilt, gab es zum Jahresende in der Region 12.555 Betriebe – das sind 151 Betriebe oder 1,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Als Ursache für den Rückgang nennt die Kammer die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für das Handwerk sowie die oftmals erfolglose Suche nach einem Nachfolger.

Weniger Handwerksbetriebe in Heilbronn-Franken: Berufe mit Meisterpflicht sind weiter auf dem Rückzug

Zum zulassungspflichtigen Handwerk, für das man eine Meisterprüfung oder eine andere geeignete Qualifikation benötigt, gehörten zum Jahresende 2025 im Kammerbezirk 8478 Betriebe. Das bedeutet einen Rückgang um 256 Betriebe. Besonders betroffen von dem starken Rückgang sind Fliesen-, Platten- und Mosaikleger (minus 40 betriebe), Raumausstatter (minus 17 Betriebe) sowie Maurer und Betonbauer (minus 16 Betriebe). Bereits seit Jahren beklagt das Handwerk einen Rückgang im zulassungspflichtigen Handwerk, das für einen Großteil der Ausbildung im Handwerk verantwortlich ist.

Bei den Gebäudereinigern, die zum zulassungsfreien Handwerk gehören, gab es 2025 erneut mehr Gründungen.
Bei den Gebäudereinigern, die zum zulassungsfreien Handwerk gehören, gab es 2025 erneut mehr Gründungen.  Foto: IG Bau Tobias Seifert

Der Aufwärtstrend bei Gebäudereinigern und Kosmetikern setzt sich fort

Bei den zulassungsfreien Gewerken gab es im vergangenen Jahr einen Zuwachs um 105 Unternehmen auf nunmehr 2799 Betriebe im Kammerbezirk. Viele Neugründungen gab es wie in den Vorjahren im Gebäudereinigerhandwerk (plus 94 Betriebe) und bei den Kosmetikern (plus 41 Betriebe). Die Handwerkskammer weist darauf hin, dass diese Berufe häufig in Soloselbstständigkeit und im Nebenerwerb ausgeübt werden. Die zulassungsfreien Handwerksberufe dürfen ohne besonderen Qualifikationsnachweis ausgeübt werden, die Kammer empfiehlt aber auch hier eine mögliche Meisterprüfung als sinnvoll.

Bei den handwerksähnlichen Berufen waren im vergangenen Jahr in der Region 1270 Unternehmen eingetragen, das ist ein Betrieb weniger als im Vorjahr. Zum handwerksähnlichen Gewerbe gehören etwa Bodenleger, Eisenflechter oder Rohrreiniger. Bei den Berufen im Bereiche einfache Tätigkeiten gab es einen Zuwachs um einen Betrieb auf acht Unternehmen. Zu den einfachen Tätigkeiten zählen vor allem Hilfstätigkeiten wie Gerüstbauhelfer oder Gartenbauhelfer.

Kammerpräsident Rothenburger fordert Entlastung für das Handwerk

Die Handwerkskammer Heilbronn-Franken fordert angesichts der rückläufigen Betriebsentwicklung in der Region Entlastung für die Unternehmen. „Betriebsinhaber übernehmen sehr viel Verantwortung und wenden viel Zeit und Energie auf, um ihr Unternehmen voranzubringen. Zu viele Gesetze, Vorschriften und Dokumentationspflichten nehmen uns jedoch die Luft zum Atmen“, mahnt Kammerpräsident Ralf Rothenburger, der selbst einen Elektrobetrieb in Heilbronn führt. 

Bundes- und Landesregierung müssten bei der Gesetzgebung stärker den Arbeitsalltag von Selbstständigen berücksichtigen und praxisgerechtere Lösungen finden, fordert Rothenburger.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben