Groninger investiert 30 Millionen Euro am Standort in Crailsheim
Es ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte: Der Maschinenbauer Groninger baut auf seinem Campus in Crailsheim eine neue Montagehalle samt Bürokomplex – für 30 Millionen Euro.
Die Firma Groninger reagiert auf eine starke Nachfrage: Der Hersteller von Füll- und Verschließmaschinen für die Pharmaindustrie plant nach eigenen Angaben, auf seinem Campus in Crailsheim eine neue Montagehalle inklusive Bürokomplex zu errichten. Der insgesamt 7000 Quadratmeter große Neubau sei ein klares Bekenntnis zum Standort, betont das 1980 gegründete Familienunternehmen.
Rund 30 Millionen Euro fließen den Angaben nach in das Projekt und stellen zugleich die größte Einzelinvestition in der 45-jährigen Geschichte des Maschinenbauers dar. Für das Familienunternehmen Groninger ist es die zweite Großinvestition binnen weniger Jahre: Im Jahr 2021 fand der Spatenstich für das neue Lagerlogistikzentrum statt. Investitionsvolumen damals: rund 20 Millionen Euro, ebenfalls in Crailsheim.

Groninger aus Crailsheim wächst stetig, Kapazitäten stoßen an ihre Grenzen
„Wir befinden uns in der glücklichen Situation, dass wir weiter stetig wachsen. Unsere Auftragslage ist nach wie vor gut, auch wenn die intensive Dynamik der vergangenen Jahre nachgelassen hat“, beschreibt Jens Groninger, geschäftsführender Gesellschafter, die Hintergründe für den Neubau. Das Unternehmen stoße mit seinen Kapazitäten zunehmend an seine Grenzen. „Der Bedarf nach zusätzlichen Produktions- und Büroflächen bleibt deshalb hoch.“
Bereits Ende Juni war deshalb der Startschuss für die Bauarbeiten gefallen. Aktuell würden die Erdarbeiten vorangetrieben, bevor ab Januar 2026 mit dem Stahlbau begonnen wird – und das Gebäude sukzessive in die Höhe wachsen soll. Bis Mitte 2027, so der Plan, soll der Neubau fertiggestellt sein und in Betrieb genommen werden.
Reibungslose Infralogistik steht im Zentrum der Groninger-Gebäudeplanung
Der Anspruch an das neue Gebäude ist hoch: Neben einer flexiblen Flächenaufteilung in der Montagehalle, die sich an die wechselnden Produktionsprozesse und Auslastungen anpassen lassen muss, stehen vor allem Aspekte wie Energieeffizienz, Nachhaltigkeit, Arbeitskomfort und eine kluge Infrastruktur im Fokus. „Produktionsfläche ist teuer geworden. Entsprechend sinnvoll muss sie genutzt werden“, sagt Groninger.
„Wir befinden uns in der glücklichen Situation, dass wir weiter stetig wachsen.“
Jens Groninger
Heute stünde unter anderem eine reibungslose Intralogistik im Zentrum der Gebäudeplanung – auch im Bereich der Produktion: kurze Wege, eine gut getaktete Teileversorgung aus der Zentrallogistik, insgesamt ein solider Materialfluss, damit eine Just-in-Time-Versorgung in der Produktion gewährleistet ist. „Die Pharmalinien, die wir in Crailsheim bauen, werden immer größer – da sind meterlange Produktionsstraßen dabei“, sagt Groninger.
Groninger legt Wert auf zukunftsfähige Lösungen – für eine lebenswerte Welt
Doch es gehe um mehr als Effizienz. Der Neubau sei Ausdruck einer verantwortungsvollen unternehmerischen Haltung. Ziel sei nicht einfach nur, ein Mehr an Fläche zu schaffen, sondern diese verantwortungsvoll zu nutzen, betont der geschäftsführende Gesellschafter. „Ich bin selbst Vater von vier Kindern. Ich möchte ihnen und meinen Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlassen.“ Groninger denke in seiner Geschäftstätigkeit langfristig. „Warum sollte das bei unseren Bauvorhaben anders sein?“
Entsprechend lege man besonderen Wert auf zukunftsfähige Lösungen. „Die Gebäudeplanung orientiert sich an deutlich höheren Standards als gesetzlich gefordert“, erklärt Michaela Groninger, Ehefrau von Gesellschafter Jens Groninger. Als Architektin verantwortet und koordiniert sie Bauprojekte aller Art beim Anlagenbauer. „Für uns ist das eine Art Selbstverpflichtung, die wir im Sinne unserer Verantwortung gerne eingehen.“
Technik im Groninger-Neubau ist auf maximale Energie-Effizienz ausgelegt
Das selbst gesteckte Ziel: Die für das Gebäude benötigte Energie wie Strom und Wärme soll vor Ort weitgehend selbst produziert werden. Beheizung und Kühlung der neuen Gebäude soll mittels hochmoderner Wärmepumpen sichergestellt werden. Die damit erzeugte Wärme- und Kälteenergie wird in großen Schichtenspeichern gepuffert.
Des Weiteren ist die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Hallendach geplant, mit deren gewonnener Energie die Geräte betrieben werden sollen. „Die Technik im gesamten Gebäude ist auf maximale Klima-Effizienz ausgelegt, bei gleichzeitig idealen Raumbedingungen für unsere Mitarbeiter“, erklärt Michaela Groninger.
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