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Reaktion auf schwache Nachfrage

Kritik an Schließung von Würth-Werk in Schopfheim: "Für die Region ein Tiefschlag"

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Würth Elektronik schließt ein Werk in Schopfheim. Die IG Metall Lörrach wirft dem Unternehmen vor, nicht nach Alternativen für den Leiterplattenstandort in Südbaden gesucht zu haben.


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Die von Würth Elektronik angekündigte Schließung des Leiterplattenwerks in Schopfheim hat am Montag für Schlagzeilen gesorgt. 300 Mitarbeiter des Werks der Würth-Tochter Würth Elektronik Circuit Board Technology in Südbaden werden bis Mitte nächsten Jahres ihre Arbeitsplätze verlieren. Der Künzelsauer Würth-Konzern begründete die Schließung des Standorts mit der dramatisch eingebrochenen Nachfrage nach Leiterplatten und zu hohen Kosten am Standort Deutschland.

IG Metall appelliert an Verantwortung von Würth nach Werkschließung in Schopfheim

Die IG Metall in Lörrach kritisiert die Entscheidung von Würth hart. "Würth Elektronik in Schopfheim sollte sich nicht aus der Verantwortung stehlen", teilte Norbert Göbelsmann, Geschäftsführer der IG Metall in Lörrach, auf Anfrage der "Heilbronner Stimme" mit.  Für die mehr als 300 Beschäftigten des Werks in Schopfheim sei die angekündigte Schließung nicht einfach.

"Für die Region ist es ein Tiefschlag", betonte der Gewerkschafter. "Anstatt frühzeitig mit den Beschäftigten über Zukunftsstrategien in und für Schopfheim zu arbeiten, wählt Würth den Weg der Werksschließung", kritisiert Göbelsmann den Würth-Konzern.  Die Entscheidung zur Werksschließung werde den Beschäftigten in Schopfheim nicht gerecht, meint der Gewerkschafter.

Gewerkschaft: Andere Lösungen als Werksschließung in Schopfheim wären besser gewesen

„Es hätte sicherlich andere und vor allem sozialverträglichere Möglichkeiten gegeben, als bis zuletzt zu warten und dann die Beschäftigten auf die Straße zu setzen“,  sagt Yvonne Sotorrios, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Lörrach. Die harte Entscheidung des Würth-Konzerns könne nur noch mit den Interessenausgleichs- und Sozialplanverhandlungen zwischen Betriebsrat und Würth Elektronik etwas abgefedert werden. 

Am Montag hatte der Würth-Konzern die Schließung des Leiterplattenwerks in Schopfheim bekanntgegeben. Grund sei die "aktuell schwerste Krise in der Geschichte der Leiterplattenindustrie in Europa", schrieb der Konzern zur Begründung.  Die Produktion sei Schritt für Schritt nach China und in andere Niedriglohnländer abgewandert, in Europa würden nicht einmal mehr zwei Prozent der Weltproduktion an Leiterplatten hergestellt. "Wir sehen leider leider aktuell keine Alternative zur Einstellung der Produktion in Schopfheim", sagte Daniel Klein, Geschäftsführer von Würth Elektronik Circuit Board Technology. 

Gespräche zwischen Würth-Geschäftsführung und Betriebsrat laufen

300 Mitarbeiter am Standort Schopfheim werden demnach bis Mitte nächsten Jahres ihre Arbeitsplätze verlieren, wenn die die letzten Aufträge abgearbeitet sind. "Die Geschäftsführung und der Betriebsrat haben am 4. Oktober Gespräche über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufgenommen", sagte Andreas Gimmer, Geschäftsführer von Würth Elektronik.  Es gehe nun darum, "die notwendige Entscheidung durch sozialverträgliche Lösungen abzufedern und die Kolleginnen und Kollegen zu begleiten", so Gimmer. Weitere Termine seien vereinbart worden, konkrete Ergebnisse gebe es aber noch nicht.

Thomas Beck, Geschäftsführer von Würth Elektronik Circuit Board Technology, hatte sich im Gespräch mit der "Heilbronner Stimme" optimistisch gezeigt, dass die betroffenen Mitarbeiter bald wieder einen Job finden. Beck verwies dabei auf die gute Situation am Arbeitsmarkt im Drei-Länder-Eck Deutschland-Schweiz-Frankreich. "Ich bin zuversichtlich, dass die meisten betroffenen Mitarbeiter zügig eine neue Stelle finden", sagte Beck.

Die Hohenloher Werke von Würth Elektronik sollen von der Schließung profitieren

Würth Elektronik Circuit Board Technology betreibt in Deutschland noch zwei weitere Werke in Hohenlohe mit rund 500 Mitarbeitern. Die Standorte Niedernhall und Rot am See seien sicher und profitierten von der Schließung in Schopfheim, betonte Beck. Denn künftige Aufträge für die Leiterplattenproduktion würden nun nach Hohenlohe gehen. Insgesamt beschäftigt der Bereich Würth Elektronik Circuit Board Technology derzeit rund 1000 Mitarbeiter im In- und Ausland und erwirtschaftet einen Jahresumsatz im dreistelligen Millionenbereich. 

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