Risiko für Menschenrechtsverletzungen bei E-Autos: So schneiden die deutschen Hersteller ab
In einem Bericht kritisiert Amnesty International intransparente Lieferketten der führenden E-Autobauer. Wie die deutschen Autokonzerne im Vergleich mit der Konkurrenz aus dem Ausland abschneiden.
Es gebe "keine Gewinner", schreibt Amnesty International über sein neustes Ranking, das am Dienstag (15. Oktober) veröffentlicht worden ist. Darin hat die Organisation untersucht, wie transparent die führenden Autobauer sind, wenn es um mögliche Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferkette geht. Besonders im Fokus dabei: Die Produktion von E-Autos und die dafür nötigen Rohstoffe wie Kobalt, Kupfer, Lithium und Nickel.
"Viele Menschen entscheiden sich heute bewusst für ein klimafreundlicheres Elektroauto. Genauso bewusst möchten sie sich für einen Hersteller entscheiden, bei dem Menschenrechte nicht nur auflackiert sind", sagt Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland dazu.
Autobauer untersucht: So schneiden die Hersteller bei Menschenrechten ab
Autobauer seien verpflichtet, Menschenrechtsrisiken in ihren Lieferketten zu erkennen und zu minimieren. Als Beispiele nennt Amnesty die Vertreibung von Menschen aus ihren Wohnorten, Gesundheitsschäden durch Umweltverschmutzung und das Verletzen der Rechte indigener Völker in Ländern, in denen Mineralien abgebaut werden.
Für die Rangfolge haben sich die Autoren die Sorgfaltspflichten und Richtlinien angeschaut, die sich die Konzerne selbst auferlegt haben. 13 Autobauer wurden untersucht und konnten dabei 90 Punkte erreichen.
Amnesty-Ranking: Chinesischer Hersteller BYD ist Schlusslicht
Am schlechtesten schnitt der chinesische Hersteller BYD mit 11 Punkten ab, laut dem Amnesty-Bericht halte sich das Unternehmen kaum an internationale Standards. Maßgeblich sind hierfür die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.
Auch Mitsubishi und Hyundai würden kaum oder keine Informationen veröffentlichen, wie sie diese Sorgfaltspflichten erfüllen oder die Risiken für Menschenrechtsverletzungen in der Lieferkette identifizieren. Auch hätten alle drei Konzerne als einzige nicht auf die Ergebnisse des Amnesty-Berichts reagiert.
Bericht von Amnesty International zu Menschenrechten: So schneiden deutsche Autobauer ab
Am besten schnitten dagegen einige deutsche Hersteller ab: Mercedes Benz steht mit 51 Punkten an der Spitze des Rankings, gefolgt von Tesla, VW und BMW. Sie alle würden tatsächliche und mögliche Risiken für Menschenrechtsverletzungen entlang ihrer Lieferkette für die wichtigsten Metalle identifizieren und Maßnahmen ergreifen. "Die Firmen sollten in diesem Bereich mehr tun, können aber als Vorbild für andere gelten", heißt es in dem Bericht.
"Freiwillige Maßnahmen reichen nicht aus", kommentiert Julia Duchrow von Amnesty in Deutschland die Ergebnisse. Es brauche verpflichtende Vorgaben wie das Lieferkettengesetz und es müsse überwacht werden, dass diese eingehalten werden. "Das Gesetz und die damit verbundenen Pflichten sind keine sinnlose Bürokratie, sondern haben reelle Auswirkungen auf die Leben und Rechte von Menschen."
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