Edeka Ueltzhöfer setzt auf eigene Fertiggerichte – was der Heilbronner Händler plant
Edeka Ueltzhöfer hat die Produktion von Fertig-Lebensmitteln gestartet. Damit liegt der Heilbronner Händler im Trend. Was wird den Kunden geboten?
Die Ueltzhöfers bleiben ihrem Namen treu. Wo normalerweise ein „ü“ steht, verwenden sie gerne das „ue“ – und darum heißt ihre neue Abteilung auch „Kuechenwerk“. Dabei wäre diese Abteilung auch ohne die ungewöhnliche Schreibweise etwas Besonderes: Der größte Edeka-Betreiber der Region ist einer der wenigen selbstständigen Kaufleute der Handelskette, die bereits auf eigene Herstellung von Convenience-Produkten setzen.
Ein erstes Team produzierte schon in der Edeka-Filiale am Heilbronner Südbahnhof
Zwar ist der Gedanke, Salate, geschnittenes Obst oder Saucen zu produzieren, gar nicht mal so neu, berichtet Florian Ueltzhöfer, Sohn von Unternehmensgründer Steffen Ueltzhöfer und Geschäftsführer der zu Jahresbeginn gegründeten Produktionssparte.
In der Filiale am Südbahnhof in Heilbronn startete die Familie schon vor einigen Jahren die Fertigung von zubereitetem Obst und Salat. „Das machte aber nur ein kleines Team, und wenn jemand davon krank oder in Urlaub war, fand das nur noch eingeschränkt statt“, erzählt Ueltzhöfer. Dabei sei der Bedarf da: Die produzierte Fertigware verkaufe sich gut.
Edeka Ueltzhöfer setzt auf eigene Fertiggerichte: Neuer Schwung durch Spitzenkoch
Saucen und Fonds kamen 2020 hinzu, als Markus Reinauer, zuvor Küchenchef des Restaurants Jagstmühle im Hohenlohischen, zu dem Unternehmen wechselte. Damals wurde auch das Kuechenwerk als Eventlocation ins Leben gerufen. Seitdem werden dort Seminare, interne und externe Events ausgerichtet, lange Zeit zwischen den Küchengeräten, die dafür erst einmal zur Seite geräumt werden mussten.
Mit der steigenden Nachfrage beschlossen die Ueltzhöfers schließlich: Für die Produktion müssen eigene Räume geschaffen werden. Und die in den Filialen bestehenden kleinen Fertigungen werden gleichzeitig zentralisiert. „Es wächst gesund, aber wir hätten die Produktion nicht mehr guten Gewissens dort machen können“, erklärt der Geschäftsführer.
22 Beschäftigte bei Edeka Ueltzhöfer in der neuen Abteilung
Also gibt es seit Oktober die Convenience-Produktion im oberen Stockwerk der Filiale Sontheim, mit der einst die Geschichte von Edeka Ueltzhöfer begann. 22 Beschäftigte sind für die Convenience-Küche tätig, vom Küchenpersonal bis zu den Auslieferfahrern. Produziert werden neben Salaten, Obst-Bowls, Saucen und Fonds auch Maultaschen, Suppen und Joghurts bis hin zu momentan sechs Fertiggerichten, darunter Chili con Carne und Schmortopf.
Und Florian Ueltzhöfer deutet an, dass an weiteren Artikeln gearbeitet wird. „Wir produzieren alles so, wie wir es selbst zu Hause zubereiten würden“, betont er: Es werde wenig gewürzt, es gebe keine Konservierungsstoffe oder Geschmacksverstärker.
60 Ochsen werden pro Jahr verarbeitet
Auch bei der Beschaffung werde Wert auf Qualität gelegt. Das Rindfleisch komme von 17 Landwirten, die Limpurger Ochsen lieferten – inzwischen werden 60 Tiere pro Jahr bei Ueltzhöfer verarbeitet. Je nach Saison komme auch Reh oder Wildschwein in die Küche. „Alles ist regionale Wertschöpfung“, sagt der Geschäftsführer. „Das beeinflusst auch die Kunden bei ihrer Kaufentscheidung. Wir müssen aber dennoch wettbewerbsfähig sein.“ Dazu sei die Zentralisierung der Küche ein Beitrag – denn dadurch würden Effizienzen gehoben.
Neben den eigenen Filialen Sontheim, Heilbronn-Südbahnhof, Oedheim, Neuenstadt, Ellhofen und Oberstenfeld werden nur einzelne Gastronomen mit manchen Produkten beliefert, verrät Ueltzhöfer. „Wir wollen das gar nicht ausbauen, zumal unser eigener Bedarf ja auch gedeckt werden muss.“
Eigene Produktion bei Edeka Ueltzhöfer: Bundesweit nur wenige Vorreiter
Bundesweit haben nur wenige andere Edeka-Kaufleute bereits solch eine eigene Produktion in Betrieb genommen. Florian Ueltzhöfer nennt als Beispiele Edeka Scheck mit Sitz in Achern, Edeka Schmidts in Bad Säckingen oder Edeka Schenke in Bielefeld – wie das Heilbronner Unternehmen größere Händler mit mehreren Filialen in ihrer jeweiligen Region. Teilweise haben solche Kaufleute sich wiederum spezialisiert, hat der Geschäftsführer festgestellt.
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