Ukraine- und Iran-Krieg verändern Kaufverhalten – welche Discounter profitieren
Krisen rund um den Globus sorgen dafür, dass die Menschen mehr aufs Geld schauen. Das trifft insbesondere auf den täglichen Einkauf zu. Wer zuletzt davon profitiert hat – und wer nicht.
Erst der Krieg in der Ukraine, nun im Iran. Gestiegene Benzinpreise und drohende Preissteigerungen bei Lebensmitteln durch steigende Energie- und Logistikkosten haben die Verbraucher verunsichert.
Das Konsumklima sank laut dem Marktforschungsinstitut NIM zuletzt um 3,2 Zähler auf minus 28 Punkte. Demnach erwarten viele Verbraucher, dass auch die Inflation wieder nach oben geht.
Konsumklima unter Druck: Ukraine-Krieg, Iran-Konflikt und Inflation verunsichern Verbraucher spürbar
Das alles wirkt sich bereits auf den Lebensmittelhandel aus. Dem „Handelsblatt“ liegen Daten vor: Sie deuten darauf hin, dass sich das Kaufverhalten bereits verändert. Demnach kaufen die Menschen nun mehr beim Discounter ein. Das legen Daten des Marktforschungsunternehmens Accurat nahe, die der Wirtschaftszeitung exklusiv vorliegen. Demnach änderten Kunden kurz nach Kriegsbeginn am 28. Februar ihr Kaufverhalten. Besonders zwei Händler profitierten davon.
Aldi Nord und Aldi Süd profitieren deutlich, Lidl hingegen nicht
In der Kalenderwoche 12 – also ab dem 16. März – stieg der Anteil von Aldi Nord an den Kundenbesuchen im Vergleich zur Woche vor Kriegsbeginn um 0,7 Prozentpunkte, Aldi Süd legte sogar um einen ganzen Prozentpunkt zu. Das klingt zunächst nach einer kleinen Verschiebung. Doch der deutsche Lebensmittelhandel setzt jährlich rund 200 Milliarden Euro um – ein Plus von einem Prozentpunkt entspricht rechnerisch zwei Milliarden Euro Mehrumsatz.
Supermärkte verlieren Marktanteile: Edeka, Rewe und Kaufland mit spürbaren Einbußen
Während Aldi zulegt, verlieren die klassischen Supermarktketten spürbar: Edeka büßte den Daten zufolge in Kalenderwoche 12 rund 0,6 Prozent ein, bei Rewe waren es 0,7 Prozent. Auch Kaufland verzeichnete ein Minus von 0,5 Prozent.
Die zusätzlichen Aldi-Besuche gehen nach Angaben von Accurat nicht auf eine höhere Einkaufsfrequenz bestehender Stammkunden zurück. Die Frequenz blieb stabil. Es sind offenbar Kunden, die vorher bei Rewe oder Edeka einkauften – und nun wechselten. Obwohl der Discounter Lidl für niedrige Preise bekannt ist, profitierte das Unternehmen des Heilbronner Gründers Dieter Schwarz kaum von diesem Trend. Der Besucheranteil von Lidl lag in Woche 12 sogar leicht unter dem Niveau von Woche 9.
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