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Trotz Sparkurs: Contitech investiert Millionen am Standort Weißbach

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Mit einer neuen Druckmaschine reagiert Contitech auf die steigende Nachfrage nach Oberflächenfolien. Weitere Investitionen am Standort Weißbach sollen folgen. 

Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag hat Contitech für die neue Tiefdruckmaschine in Weißbach investiert und das Werk damit für die Zukunft fit gemacht.
Einen mittleren einstelligen Millionenbetrag hat Contitech für die neue Tiefdruckmaschine in Weißbach investiert und das Werk damit für die Zukunft fit gemacht.  Foto: Contitech

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Gute Nachrichten für das Conti-Werk in Weißbach: Ungeachtet des laufenden Verkaufsprozesses hat Contitech in Weißbach investiert und plant darüber hinaus weitere Anschaffungen. Die Sparte des Reifenherstellers Continental, der derzeit mehrere Geschäftsbereiche verkauft, hat in Hohenlohe eine neue Tiefdruckmaschine für Oberflächen für die Möbelindustrie und für Bauelemente in Betrieb. Nach eigenen Angaben liegen die Kosten für die Investition im mittleren einstelligen Millionenbereich.

Neue Maschine im Werk Weißbach ersetzt zwei alte, deren Betrieb eingestellt wird

Die neue Anlage im Werk Weißbach, das auf den LivTec-Bereich spezialisiert ist, soll nach ihrem Hochlauf mehr als 75.000 Quadratmeter Oberflächenfolie pro Tag drucken. Das entspricht in etwa der Fläche von zehn Fußballfeldern, teilt das Unternehmen mit. Die neue Tiefdruckmaschine ersetzt zwei ältere Maschinen, die mittelfristig nicht mehr die erforderliche Zuverlässigkeit und Kapazität garantieren können – und nun außer Betrieb gestellt werden.

Bedruckte Folien aus Weißbach prägen das Aussehen von Einbauküchen, Haustüren und Möbeln mit Dekoren zum Beispiel in Holz- oder Steinoptik. Die ersten Druckläufe der Maschine produzierten selbstklebende d-c-fix-Folien – Oberflächen für Heimwerker, die Möbel durch eigene Arbeit individuell gestalten wollen.

Hohe Nachfrage nach Folien: Bereich wächst schneller als der Markt

Trotz der konjunkturellen Herausforderungen erwartet das Unternehmen auf lange Sicht eine steigende Nachfrage nach Oberflächen, insbesondere durch Fenster- und Fassadenbauer. „Die Entwicklung der Nachfrage nach unseren Folien für Fensterrahmen, Türen oder Fassadenelementen ist sehr erfreulich. Wir wachsen seit vielen Jahren schneller als der Markt, selbst die jüngste Neubaukrise konnte uns nicht aufhalten“, sagte Rainer Irouschek, Leiter Exterior Living im Geschäftssegment SSL LivTec. „Diese sehr robuste Entwicklung hat uns veranlasst, den Weg der Modernisierung und Kapazitätserweiterung konsequent weiterzugehen.“

Die neue Tiefdruckmaschine im Werk Weißbach kann nach ihrem Hochlauf mehr als 75.000 Quadratmeter Oberflächenfolie pro Tag drucken.
Die neue Tiefdruckmaschine im Werk Weißbach kann nach ihrem Hochlauf mehr als 75.000 Quadratmeter Oberflächenfolie pro Tag drucken.  Foto: Contitech

Sobald die neue Druckmaschine unter Volllast produziert, ist die Anschaffung einer zusätzlichen Schneidmaschine geplant. Die soll im ersten Quartal 2027 in Betrieb genommen werden. Komplettiert wird die Kapazitätserweiterung voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres mit der Aufstellung einer weiteren Prägemaschine. Vor vier Jahren wurde in Weißbach eine sogenannte Kalanderlinie aufgebaut. Ein Kalander formt eine erwärmte Kunststoffmasse zu einer gleichmäßigen Folienbahn.

Für die frühere Hornschuch AG in Weißbach arbeiten noch rund 1000 Mitarbeiter

Das Contitech-Werk in Weißbach ist Hauptsitz der Konrad Hornschuch AG, die 2017 von Continental übernommen wurde. Von Weißbach aus werden Oberflächen wie beispielsweise für Möbel für Arztpraxen, Kreuzfahrtschiffe oder für die Gastronomie sowie für den Fensterbau oder die Fertigung von Türen und Garagentoren weltweit exportiert. In Weißbach beschäftigt der Unternehmensbereich Contitech mehr als 1000 Menschen.

Zuletzt war der Autozulieferer Continental in die Schlagzeilen geraten, als er Ende November ankündigte, seinen Sparkurs verschärfen zu wollen. In dem Zuge sollen bei seiner zum Verkauf stehenden Sparte Contitech in erster Linie in der Verwaltung ab 2028 jährlich 150 Millionen Euro eingespart werden. Aus der Summe errechne sich ein Wegfall von bis zu 1500 Arbeitsplätzen in Deutschland, hieß es dazu aus dem Betriebsrat. 

Ganz ohne Folgen werde der Sparkurs zwar auch für Weißbach nicht bleiben, es sei jedoch kein relevanter Abbau von Stellen zu befürchten, beruhigte Standortleiter Bernd Inhestern damals auf Stimme-Nachfrage. „Die Mehrheit der Kollegen in Weißbach arbeitet im oder für das Werk. Daher ist der Standort in deutlich geringerem Umfang von den Sparmaßnahmen betroffen.“

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