Bosch-Jubiläumsprämien in Deutschland gestrichen – an Standort in Portugal aber erhöht
Der Technologiekonzern Bosch hat Sonderleistungen für Mitarbeiter in Portugal erhöht – dabei wurden die Jubiläumsprämien in Deutschland erst gestrichen. Nun äußert sich das Unternehmen dazu.
Diese Nachricht sorgte Ende Juni für Unmut unter den Beschäftigten in Deutschland: Der Technologiekonzern Bosch streicht Sonderleistungen wie Jubiläumsprämien und zusätzlichen Sonderurlaub ab nächstem Jahr ersatzlos. Damit will der kriselnde Konzern eine Summe im zweistelligen Millionenbereich einsparen. Von Arbeitnehmervertretern hagelte es harsche Kritik am Bosch-Management, die IG Metall sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ der Mitarbeiter und vom Abschied des Unternehmens von der lange gepflegten Sozialpartnerschaft.
Jubiläumsleistungen für Bosch-Mitarbeiter in Braga in Portugal wurden erhöht
Der Ärger der deutschen Bosch-Mitarbeiter dürfte noch größer werden, wenn sie erfahren, dass die Kollegen in anderen Ländern durchaus noch in den Genuss dieser Sonderleistungen kommen. Wie eine Bosch-Sprecherin auf Anfrage der Heilbronner Stimme bestätigte, wurden die Jubiläumsleistungen am portugiesischen Bosch-Standort in Braga seit 2023 schrittweise erhöht.
Wie die Sprecherin betont, wurden die Sonderzahlungen in Braga damit an das Niveau der anderen portugiesischen Standorte angeglichen. Bosch hat in Portugal neben Braga mit rund 3500 Mitarbeitern noch Standorte in Aveiro, Ovar und Lissabon.

„Bosch bietet in seinen Unternehmenseinheiten weltweit unterschiedliche, marktspezifische Leistungen an – dies schließt auch Leistungen für Arbeitsjubiläen mit ein“, teilt die Sprecherin weiter mit. Die bestehenden Regelungen und Leistungen an den Standorten würden regelmäßig auf ihre Wirksamkeit und Angemessenheit überprüft, sagt sie.
Grundsätzlich sei aufgrund der aktuell schwierigen konjunkturellen Lage jede Bosch-Einheit weltweit angehalten, Kosten zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. „Jede Kostenerhöhung wird sehr genau abgewogen und geprüft“, betont die Sprecherin.
Bosch äußert Verständnis für Unmut bei Mitarbeitern in Deutschland
„Wir können die Emotionen unserer Mitarbeitenden im Zusammenhang mit der Entscheidung zur Beendigung von Jubiläumsleistungen in Deutschland nachvollziehen – doch wir sind überzeugt, dass dies eine notwendige Maßnahme ist, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und die Zukunft unseres Unternehmens langfristig zu sichern“, teilt die Sprecherin mit.
Die hohe Wertschätzung des Unternehmens für langjährige Verbundenheit bleibe unverändert. „Das bringen wir zum Ausdruck, indem wir zukünftig Ausbildung und Qualifikation unserer Mitarbeitenden in den Mittelpunkt stellen“, erläutert sie.
Bosch kündigt Überprüfung der internationalen Einheiten an
Nach der Entscheidung in Deutschland erfolge im nächsten Schritt eine Bewertung gemeinsam mit den Regionaleinheiten unter Berücksichtigung der regional- und länderspezifischen Gegebenheiten, kündigt die Bosch-Sprecherin an. Es ist also gut möglich, dass bald auch Bosch-Mitarbeiter in anderen Ländern auf Jubiläumsleistungen verzichten müssen.
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