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Widerstand angekündigt

Bosch streicht Jubiläumsleistungen für Mitarbeiter – Belegschaft protestiert

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Der Technologiekonzern Bosch hat die Streichung von Sonderzahlungen für Betriebsjubiläen beschlossen. Das wollen die Arbeitnehmervertreter nicht hinnehmen und kündigen Widerstand an.


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Der Technologiekonzern Bosch kommt nicht zur Ruhe. Aktuell sorgt die Entscheidung der Geschäftsführung, Jubiläumszulagen für alle Mitarbeiter zu streichen, für großen Unmut unter den Beschäftigten. Am vergangenen Mittwoch informierte das Bosch-Management in einer internen Mitteilung die Beschäftigten darüber, dass Sonderleistungen wie Jubiläumsprämien oder zusätzlicher Sonderurlaub für Betriebsjubiläen vom nächsten Jahr an ersatzlos gestrichen werden.

Bosch begründet diesen Schritt mit Sparzwängen – seit Monaten verhandelt das Unternehmen mit Arbeitnehmervertretern über Sparprogramme und Stellenabbau. Weltweit will Bosch mehr als 12.000 Stellen streichen, davon mehr als 7000 in Deutschland. Kürzlich wurde klar, dass es für den Bosch-Standort Schwäbisch Gmünd eine Zukunftsperspektive gibt – davon profitiert auch der Standort Abstatt

Bosch streicht Jubiläumsleistungen – „Schlag ins Gesicht der Beschäftigten“

Die IG Metall Stuttgart spricht angesichts der jüngsten Maßnahme der Geschäftsführung nun von einem „Schlag ins Gesicht für alle Kolleginnen und Kollegen, die Bosch über Jahre hinweg mit ihrem Engagement und ihrer Loyalität geprägt haben. Gerade in Zeiten des Wandels und der Transformation ist es wichtig, den Menschen im Unternehmen Anerkennung und Sicherheit zu geben – nicht, ihnen Wertschätzung zu entziehen“, sagt Liane Papaioannou, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Stuttgart.

Die Gewerkschaft sieht in der Streichung der Jubiläumszulagen ein fatales Signal. Während die Mitarbeiter mit hoher Flexibilität und Einsatzbereitschaft die Transformation des Unternehmens mittrügen, werde ihnen nun ein wichtiges Zeichen der Anerkennung genommen. 

Daher fordert die IG Metall die Bosch-Geschäftsführung auf, die Streichung der Sonderzahlungen zurückzunehmen. „Wir erwarten, dass Bosch zu seiner sozialen Verantwortung steht. Die Streichung der Jubiläumsleistungen ist nicht nur kleinlich – sie ist ein Bruch mit der Unternehmenskultur, für die Bosch einmal stand“, sagt Papaioannou.

Jubiläumsleistungen bei Bosch gestrichen: Protest am Forschungszentrum Renningen

Am Freitag kam es zu einer Protestkundgebung am Bosch-Forschungszentrum in Renningen mit rund 200 Teilnehmern. Außerdem unterzeichneten Bosch-Mitarbeiter innerhalb von 24 Stunden mehr als 25.000 Postkarten, mit denen sie ihren Protest gegen die Streichung der Jubiläumsleistungen zum Ausdruck brachten. Die Höhe dieser Leistungen ist abhängig vom individuellen Gehalt. Bosch spricht von einer Summe im zweistelligen Millionenbereich, die durch die Streichung der Zahlungen eingespart werden könne.

„Die Jubiläumsleistungen sind mehr als nur ein finanzieller Bonus – sie sind ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts. Wer sie streicht, sendet ein verheerendes Signal“, sagt Papaioannou in Renningen. „Hier wird sozialpartnerschaftliche Haltung nicht nur mit Füßen getreten, mit dieser einseitigen Entscheidung scheint Bosch die Sozialpartnerschaft gänzlich aufgegeben zu haben“, sagt Dirk Taffe, Betriebsratsvorsitzender bei Bosch in Leonberg. Die IG Metall hat angekündigt, die Beschäftigten im Kampf um den Erhalt der Jubiläumsleistungen weiterhin zu unterstützen.

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