Bausparkasse Schwäbisch Hall verdoppelt Ergebnis und bleibt Marktführer
Die Bausparkasse Schwäbisch Hall bleibt beim Bausparen mit einem Drittel Marktanteil unangefochtener Marktführer. Das Neugeschäft in der Baufinanzierung ist kräftig gewachsen - genauso wie das Ergebnis 2025.
Diese Bilanz kann sich sehen lassen: Die Bausparkasse Schwäbisch Hall hat 2025 das vorläufige Ergebnis vor Steuern eigenen Angaben zufolge zum zweiten Mal in Folge spürbar gesteigert. Mit 122 Millionen Euro konnte Schwäbisch Hall das Vorjahresergebnis erneut verdoppeln – trotz schwieriger Marktbedingungen. Ein wesentlicher Treiber war der Zinsüberschuss, der von einem höheren Zinsniveau und der konsequenten Tarifpolitik profitierte. Der Verwaltungsaufwand stieg aufgrund von Investitionen in Wachstum und IT-Sicherheit leicht an.
In einem schwachen Wohnbaumarkt hat das mit den genossenschaftlichen Banken erreichte Baufinanzierungs-Neugeschäft kräftig zugelegt – und zwar auf 15,8 Milliarden Euro. Das entspricht einen Plus von 16 Prozent. Stark gewachsen ist den Angaben zufolge auch die Nachfrage nach zinsgünstigen Bauspardarlehen, sie erleben demnach eine regelrechte Renaissance. „Nach der Zinswende rückt der Kernnutzen des Bausparens wieder ins Bewusstsein“, sagt Vorstandsvorsitzender Mike Kammann. Zinsgünstige Bauspardarlehen seien für die Kunden ein verlässlicher Finanzierungsbaustein für ihre Bauvorhaben – gerade in bewegten Zeiten.

Schwäbisch Hall behauptet Marktanteil im Bausparen und spricht junge Leute an
Mit einem Marktanteil von 33,3 Prozent im Bausparen bleiben die Schwäbisch Haller nach eigenen Angaben der unangefochtene Marktführer. Auf eine Sonderkonjunktur nach der Zinswende normalisiere sich der Bausparmarkt. In einem insgesamt rückläufigen Markt erzielte Schwäbisch Hall ein eingelöstes Neugeschäft von 20,5 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von 25 Prozent. Das Unternehmen hat deshalb die Aufklärungsarbeit zum Bausparen intensiviert: „Mit der Kampagne „MakeItReal“ haben wir gezielt junge Menschen angesprochen“, sagt Kammann. „Dazu sind wir auf Kanälen wie Tiktok sowie im Gaming-Umfeld neue Wege gegangen und haben nicht nur die Markenbekanntheit, sondern auch das Geschäftsvolumen in der Zielgruppe spürbar gesteigert.“
Mit seiner Strategie „Fokus100“ setzt die Bausparkasse den Weg zum Lösungsanbieter rund um die Immobilie in der Genossenschaftlichen Finanzgruppe fort. Ziel sei, die gesamte Kundenreise im Ökosystem Bauen und Wohnen abzudecken – von der Immobiliensuche über Finanzierung, Modernisierung, Werterhalt bis zum Verkauf. Zu dem Ziel tragen neue Tochter- und Beteiligungsgesellschaften wie der Vermittlermarktplatz Baufinex bei. Der ermögliche einen direkten Zugang zu 560 Produktanbietern und hat im Vorjahr ein überproportionales Wachstum erzielt: Das Transaktionsvolumen lag bei 16,8 Milliarden Euro, was einem Plus von knapp 27 Prozent entspricht.
Starker Wohnungsbau braucht politische Reformen und einen Masterplan
Die Aussichten für profitables Wachstum seien nach Ansicht der Schwäbisch Haller auch für 2026 gut. Der Wunsch nach Wohneigentum ist ungebrochen. Die Bausparkasse rechnet mit einer weiter hohen Nachfrage – bei allerdings unzureichendem Angebot an Wohnraum sowie großem Bedarf an Sanierungen und Modernisierungen. Für 2026 erwartet die Bausparkasse moderat steigende Immobilienpreise und Mieten sowie stabile bis leicht höhere Zinsen. Deshalb dürfte die Nachfrage nach Baufinanzierungen und Bausparen zum Eigenkapitalaufbau weiter wachsen.
Um eine Trendwende im Wohnungsbau zu erreichen, brauche es ernsthafte Anstrengungen, um die Bau- und Erwerbskosten zu senken. „Politische Impulse wie die Verabschiedung des Wohnungsbau-Turbos oder die vorübergehende Wiedereinführung des EH-55-Förderstandards weisen in die richtige Richtung, sind aber noch kein Grund, sich zurückzulehnen“, sagt Mike Kammann. Die Politik solle Reformen bei der Grunderwerbsteuer sowie zur Reduzierung baurechtlicher und umweltbezogener Anforderungen entschlossen angehen. Kammann: „Nur mit einem ganzheitlichen Ansatz im Sinne eines Masterplans können wir den Wohnungsbau nachhaltig stärken und bezahlbaren Wohnraum schaffen.“
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