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Audi kommt noch gut durch die Krise – braucht aber Entscheidungen

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Während andere bereits tiefrote Zahlen schreiben, verbucht Audi für die ersten noch mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die VW-Tochter noch viel Arbeit vor sich hat, findet unser Autor.


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Als vor einer Woche Porsche auf die vergangenen neun Monate zurückgeblickt hat, zuckten auch viele bei der Schwestermarke Audi zusammen: Nur noch 114 Millionen Euro Gewinn seit Jahresanfang, im dritten Quartal fast eine Milliarde Euro Verlust. Da hatte sich manch einer schon gefragt, wie schlimm es bei Audi wird.

Die Marke mit den vier Ringen ist im Verbund mit seinen Schwestermarken Bentley, Lamborghini und Ducati nochmal mit einem hellblauen Augen davon gekommen. Mit etwas mehr als zwei Milliarden Euro Gewinn nach den ersten drei Quartalen ist die Audi-Gruppe einer der wenigen Lichtblicke im VW-Konzern. Das ist schon bemerkenswert, wenn man bedenkt, dass der Autobauer mit sinkenden Absätzen und hohen Belastungen durch die US-Zölle gehörig unter Druck steht.

Audi muss 2025 noch einige strategische Entscheidungen treffen

Euphorie ist jedoch nicht angesagt. Audi kämpft wie die meisten Wettbewerber in der Branche mit vielfältigen Herausforderungen. Der Absturz auf dem wichtigsten Einzelmarkt China und die explodierenden Kosten für die Parallel-Entwicklung von Verbrenner- und Elektroautos lösen sich nicht über Nacht in Wohlgefallen auf. Zumal sich die Kosteneinsparungen durch den Abbau von 7500 Stellen erst im nächsten Jahrzehnt voll entfalten wird.

In den nächsten Wochen gilt es für Audi zusammen mit dem VW-Konzern wegweisende Entscheidungen zu treffen. Dazu gehört insbesondere die Frage, ob der Autobauer in Zukunft ein eigenes Werk in den USA betreibt. Blickt man allein auf die US-Zölle, müsste man sofort grünes Licht geben. Ganz so einfach zu lösen ist das Thema indes nicht. Eine Produktionsstätte in den USA setzt voraus, dass sich die ambitionierten Wachstumspläne für den zweitgrößten Automarkt der Welt auch wirklich umsetzen lassen. 

Audi-Standort Neckarsulm braucht endlich Klarheit über Werkbelegung

Aus regionaler Sicht viel wichtiger ist indes die Belegung der mehr als 100 Werke weltweit. Der Audi-Standort Neckarsulm wartet nach wie vor auf die Zusage für ein volumenstarkes Elektroauto. Hier muss endlich Klarheit herrschen. Ebenso wie zur Zukunft des Flaggschiffs A8. Leserinnen und Leser der Heilbronner Stimme wissen, dass der Nachfolger noch einmal als Verbrenner statt als Stromer kommt. Es wäre an der Zeit, dass das den Beschäftigten auch mal offiziell so kommuniziert wird.

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