150 Jahre Armaturenfabrik Schneider: Nordheimer Traditionsunternehmen feiert mit Stil
Die Armaturenfabrik Franz Schneider in Nordheim feierte ihr 150-jähriges Bestehen. Der Ventiltechnik-Hersteller lud nicht nur Führungskräfte und Geschäftspartner zur Gala nach Lauffen ein.
Wenn schon Jubiläum feiern, dann mit allen: Die Auszubildende aus der Buchhaltung, die DHBW-Studentin, der Vertriebler, sie waren ebenso eingeladen wie Geschäftsführung, Abteilungsleiter, Gesellschafter und Geschäftspartner. Von den 250 Mitarbeitern am Stammsitz Nordheim seien dadurch mehr als 150 gekommen, wurde am Rande der Veranstaltung berichtet. Und so feierten alle gut 250 Gäste bis tief in die Nacht 150 Jahre Armaturenfabrik Franz Schneider. Und zwar, das war der ausdrückliche Wunsch, die Herren in schwarzem Anzug mit Fliege oder Krawatte, die Damen im Abendkleid. Daran hielten sich auch alle, was dem Ganzen ein sehr elegantes und edles Gepräge gab.
150 Jahre Armaturenfabrik Schneider: Kunstwerke zeigen die inneren Werte des Unternehmens
Abwechslung und Kurzweiligkeit standen dennoch im Vordergrund. Statt langer Vorträge oder dutzender Grußworte gab es nur eine Handvoll kurze Beiträge, mal in Interviewform, mal frontal und schließlich, von einem Comedy-Redner, auch nicht ganz so ernst gemeint. Was das Unternehmen ausmacht, sollten die Mitarbeiter als Kunstwerk darstellen – der in der abendlichen Abstimmung ermittelte Sieger kam vom Produktionsstandort Rumänien. Und damit fremdsprachige Gäste auch der Veranstaltung folgen konnten, waren Dolmetscherkabinen eingerichtet – für ein Unternehmen, das weltweit zwar nur etwa 400 Beschäftigte hat, aber auch in fast allen Ländern aktiv ist.
Armaturenfabrik Schneider: Anfänge lagen in einer ganz anderen Branche – und in Heilbronn
Dabei deutete anfangs noch nichts auf die Spezialisierung auf Ventiltechnik hin: Gegründet wurde das Unternehmen 1875 in Heilbronn, Schwerpunkt war die Reparatur von Fahrrädern und Nähmaschinen. Der heutige Namensgeber Franz Schneider übernahm den Betrieb 1901. Mit dem Einsetzen der Industrialisierung, dem Umstieg von Dampfmaschinen auf Elektrizität, begann er mit der Herstellung von Ventilen und Metallteilen, zunächst für Fahrzeughersteller wie Opel.

1936 zog die Firma mit gerade mal 35 Beschäftigten nach Nordheim an den Bahnhofsvorplatz um, wo sie noch heute ansässig ist. „Dieser Standort ist für uns weiter wichtig“, bekräftigte die Beiratsvorsitzende Christiane Jedlitzke. „Er ist gesetzt und unsere Heimat.“ Soeben erste seien Flächen überdacht und Photovoltaik installiert worden.
Nordheims Bürgermeister Volker Schiek: „Ihre Erfolgsgeschichte ist auch unsere“
Von kuriosen Entwicklungen wie einer fahrbaren Waschmaschine, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, führte der Weg dann zu Industrieventil- und Armaturentechnik, vorangetrieben von Schneiders Enkel Paul Rhein. Dessen Enkelin Christiane Jedlitzke war schon als Kind regelmäßig in der Firma. „Für mich ist es folgerichtig, dies fortzuführen“, meinte sie. Nordheims Bürgermeister Volker Schiek bescheinigte dem größten Arbeitgeber der Kommune: „Ihre Erfolgsgeschichte ist auch unsere. Wenn Ihr Unternehmen stark ist, ist auch unsere Gemeinde stark.“
Armaturenfabrik Franz Schneider stellt neuen Geschäftsführer in Kürze vor
Geleitet wird Schneider zurzeit interimsweise von Geschäftsführer Franz Joachim Trasser, der zuvor seit 2017 dem Beirat angehörte. Die Suche nach einem neuen Geschäftsführer war erfolgreich, er soll in Kürze vorgestellt werden, war am Rande der Feier zu erfahren.
Trasser kann dann ein bestelltes Feld übergeben: 2024 wurde ein Rekord-Auftragseingang von 58 Millionen Euro verbucht. Neben Ventilen für Gas und Öl ist die Technologie aus Nordheim auch auf Zukunftsfeldern wie Wasserstoff, CCS und Geothermie im Einsatz sowie im Bereich Wasserversorgung und -aufbereitung. „Ich schaue sehr positiv nach vorne“, meinte Trasser daher.
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