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Rekordjahr für Armaturenfabrik Franz Schneider

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Der scheidende Geschäftsführer Rolf Kummer übergibt seinem Übergangsnachfolger ein gesundes Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern. Die Internationalisierungsstrategie des Mittelständlers macht sich bezahlt. Bekenntnis zum Stammsitz Nordheim.

Der langjährige Geschäftsführer Rolf Kummer (rechts) verlässt AS Schneider. Für den Übergang übernimmt Beiratsmitglied Franz Joachim Trasser die Leitung des Nordheimer Armaturenherstellers.
Der langjährige Geschäftsführer Rolf Kummer (rechts) verlässt AS Schneider. Für den Übergang übernimmt Beiratsmitglied Franz Joachim Trasser die Leitung des Nordheimer Armaturenherstellers.  Foto: Paul, Jürgen

Rolf Kummer hinterlässt in Nordheim das, was man ein bestelltes Haus nennt. Der langjährige Geschäftsführer übergibt seinem Nachfolger den Industriearmaturenhersteller AS-Schneider in bester Verfassung. „Wir hatten 2024 das beste Geschäftsjahr in unserer Firmengeschichte“, sagt Kummer. Das Nordheimer Unternehmen feiert in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag. „Die Auftragsbücher sind voll“, blickt Kummer auch optimistisch nach vorne. Den 58-Jährigen zieht es nach 13 Jahren AS Schneider zurück in die Heimat Heidenheim. Dort sucht der Familienvater eine neue berufliche Herausforderung. 

Bei AS Schneider läuft die Suche nach einem neuen Geschäftsführer

Bis Kummer Ende März seine Zelte in Nordheim abbricht, dürfte sein Übergangsnachfolger gut eingearbeitet sein. Franz Joachim Trasser ist seit 2017 Mitglied im Beirat der Armaturenfabrik Franz Schneider und war davor 20 Jahre lang Vorstand eines Armaturenherstellers aus Nordrhein-Westfalen. Der 68-Jährige kennt die Branche und das Unternehmen also bestens. Trasser wird AS-Schneider so lange leiten, bis ein neuer Geschäftsführer gefunden ist. Gemeinsam mit Kummer führt er schon seit rund 15 Monaten die Geschäfte, denn Kummer hatte seinen Abschied frühzeitig bekanntgegeben. Die Suche nach einem Nachfolger ist in vollem Gange, „es laufen Gespräche“, sagt Trasser. 

 Übergangsgeschäftsführer Trasser will gar nicht viel verändern

Der Interimsgeschäftsführer hat sich zum Ziel gesetzt, „das Schiff am Laufen zu halten“, wie er sagt. Angesichts der gut laufenden Geschäfte müsse auch gar nicht viel geändert werden, betont Trasser. AS-Schneider habe zahlreiche Projekte - etwa in den Gas- und Ölländern Katar und Oman, aber auch im Rest der Welt. „Die Projekte sind gut gestreut“, sagt Kummer. Die Rückkehr in den USA zu Gas und Öl spielt dem Armaturenspezialisten natürlich in die Karten. Und auch in Indonesien und Malaysia ist die Nachfrage nach den Industriearmaturen für die Mess- und Regeltechnik aus Nordheim groß. Der Internationalisierungsprozess, den Kummer in den zurückliegenden Jahren konsequent verfolgt hat, macht sich bezahlt. 

In Nordheim wird aktuell sogar samstags gearbeitet

Angesichts der guten wirtschaftlichen Lage des Familienunternehmens gibt es derzeit keinerlei Überlegung, Produktion aus Nordheim ins Ausland zu verlagern. „Es gibt ein klares Bekenntnis zum Headquarter“, betont Kummer. Seitdem AS-Schneider die beiden Werke in Nordheim am Bahnhofplatz zusammengelegt hat, sind die Wege kürzer und die Abläufe effizienter. Am Stammsitz, wo rund 220 der insgesamt 400 Mitarbeiter der Schneider-Gruppe beschäftigt sind, werden die komplexen Armaturen hergestellt, die etwa besonders hohen Druck oder extreme Temperaturen aushalten müssen. Aktuell wird wegen der hohen Nachfrage auch an den Samstagen gearbeitet. Daher würde Trasser gerne noch zusätzliche Auszubildende und Fachkräfte einstellen. „Vor allem Schweißer sind gesucht“, sagt er.

Am Standort in Rumänien fertigen rund 130 Mitarbeiter die Standardarmaturen von AS-Schneider. Weitere Standorte betreibt das Unternehmen in Singapur, USA, Dubai und Indien. In Indien werden seit kurzem auch Armaturen für den dortigen Markt produziert. Der Umsatz in der Schneider-Gruppe lag zuletzt bei rund 50 Millionen Euro.

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