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Albert Berner feiert 90. Geburtstag – Reinhold Würth unterbricht Urlaub für Gratulation

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Beim Festakt zum 90. Geburtstag von Albert Berner ist Reinhold Würth einer der Redner. Er erzählt, dass er Berner auf ewig dankbar sei – in privater und in beruflicher Hinsicht.


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Schon an seinem eigentlichen Geburtstag am Samstag war die Runde überschaubar geblieben: Freunde, Weggefährten und Familie, insgesamt wohl 80 Gäste, hatten sich ein Stelldichein gegeben, schätzt Christian Berner. Am Ende, erinnert sich der jüngste Sohn von Albert Berner, hat sein Vater wieder mit einigen in der Runde gesunden – „My Way“ von Frank Sinatra. „Das hat mich sehr berührt“, gesteht der 40-jährige, inzwischen Konzernchef und Inhaber der Berner Group, die sein Vater 1957 gegründet hat.

Übersichtlich bleibt der Rahmen auch zum offiziellen Festakt am Montag: Exakt 54 Namen stehen auf der Gästeliste. Medien und regionale Politiker, befreundete Unternehmer und Wirtschaftsvertreter, aber auch die Mitglieder der Golfrunde sind dabei. Albert Berner begrüßt sie alle persönlich am Eingang zusammen mit seiner Frau Ulla, man plauscht ein wenig und lässt den Morgen ruhig angehen. Stress – den hatte der nun 90-Jährige schließlich lange genug, und auch viele seiner Gäste sind ja schon in fortgeschrittenem Alter.

Reinhold Würth hat für Albert Berners Feier eigens seinen Urlaub unterbrochen

Allen voran Reinhold Würth, der mit seiner Frau eigens den Urlaub im Mittelmeer für einen Tag unterbrochen hat, um zum Gratulieren auf den Garnberg zu kommen. „Willkommen im Club der Neunziger“, begrüßt ihn der einstige Klassenkamerad zum Auftakt seiner Geburtstagsrede, erinnert an die gemeinsamen Erlebnisse zur Schulzeit und danach.

Glückwunsch vom Schulkameraden: Reinhold Würth gratulierte Albert Berner zum 90. Geburtstag.
Glückwunsch vom Schulkameraden: Reinhold Würth gratulierte Albert Berner zum 90. Geburtstag.  Foto: Fritze, Heiko

Detailgenau erzählt er von Wandertagen und dem Kriegsende – und betont, dass er Albert Berner in privater und beruflicher Hinsicht auf immer dankbar sein müsse. Privat, weil er 1955 dank Berner seine Frau Carmen in Friedrichshafen kennenlernte. Und beruflich, weil der Jungunternehmer, der anfangs noch „Stift“ bei Würth war, beim jungen Reinhold Würth den Ehrgeiz angestachelt habe. „Würth wäre ohne dich heute nicht da, wo es ist“, meint der langjährige Weggefährte. „Ich verliere einfach nicht gerne.“ Das Verhältnis sei aber immer fair geblieben, betont Reinhold Würth. „Wir beiden waren nie Feinde im kriegerischen Sinne, aber wir waren Gegner, wie im Sport.“

Albrecht Berner wird 90: Warum Sohn Christian kein Tattoo hat

Was Würth und Berner erlebt und geleistet haben, sei heute wichtiger denn je, betont Christian Berner. „Diese Generation hat gesehen, wie die Gesellschaft sich selbst zerstört. Eine Generation, die von der Stunde Null an ein Land aufgebaut hat, ist enorm wertvoll.“ Sie seien Zeitzeugen, könnten in Zeiten wie diesen mahnen und warnen, meint der Konzernchef. Wohlstand funktioniere nun einmal nur durch Leistung und Anpassung an Veränderungen. Dieser Gründergeist müsse wieder Einzug halten in einer Gesellschaft, die nach Ansicht von Christian Berner träge und verwöhnt geworden ist, die sich auf staatliche Leistungen wie Bürgergeld und Mietpreisbremse verlässt.

Carmen und Reinhold Würth tragen sich in das Gästebuch ein. "Viel Glück und viel Segen Dir, lieber Albert", schreibt Reinhold Würth.
Carmen und Reinhold Würth tragen sich in das Gästebuch ein. "Viel Glück und viel Segen Dir, lieber Albert", schreibt Reinhold Würth.  Foto: Fritze, Heiko

Doch der Sohn bescheinigt dem Vater auch eine gehörige Portion Realismus. Als Jugendlicher habe er sich einst ein Tattoo stechen lassen wollen, erzählt Christian Berner. Sein Vater fand das nicht gut. Aber nicht nur, weil sich die Einstellung zu dem Thema bei 50 Jahren Altersunterschied so stark unterschieden habe. „Er sagte zu mir: Wenn dich mal die Steuerfahndung jagt, erkennen die dich daran.“ Der Sohn zog seine Schlussfolgerungen: „Ich bin immer noch untätowiert.“ Und ist sich heute sicher: „Ich hätte mir nie jüngere Eltern gewünscht.“

FDP-Politiker Walter Döring: „Wir sind ein reichlich bequemes Volk geworden.“

Mehr Unternehmertum, mehr Mut, mehr Leistungswille – die Appelle ziehen sich durch alle Beiträge. Der ehemalige Landes-Wirtschaftsminister Walter Döring münzt seine Laudatio um zum politischen Statement. „Von solchen Typen wie Würth, Berner oder Gerhard Sturm brauchen wir heute wieder viel mehr“, meint er.

Begrüßung vor dem Eingang: Christian und Albert Berner mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann (von rechts).
Begrüßung vor dem Eingang: Christian und Albert Berner mit Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann (von rechts).  Foto: Fritze, Heiko

„Mit dem Blick nach vorn, der Übernahme von Verantwortung statt dem Rufen nach dem Staat. Wir sind ein reichlich bequemes Volk geworden“, sagt der FDP-Politiker, der in der Runde vor allem CDU-Vertreter findet. „Wir müssen wieder Hunger auf Erfolg entwickeln.“ Berner habe dabei nie vergessen, aus welch bescheidenen Verhältnissen er stammt, ergänzt Döring. Er habe nie abgehoben und sei so nicht nur ein beispielhafter Familienunternehmer, sondern auch ein „Wegbegleiter und Mitbegründer des deutschen Wirtschaftswunders“.

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