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Kommentar: Stille Beobachter schaffen erst den Raum für Hass

  
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Staatliches Durchgreifen ist notwendig. Doch ohne gesellschaftliche Initiativen kann der Antisemitismus trotzdem weiter sprießen, warnt unser Redakteur Christian Gleichauf in seinem Kommentar.

Kritik an militärischen Auseinandersetzungen wird auf den Straßen selten differenziert vorgetragen. Doch aktuell geht es - wieder einmal - darum, einen Vorwand zu finden, dem Hass auf Israel und alle Juden freie Bahn zu lassen. Das von den Innenministern angekündigte harte Durchgreifen bei antisemitischen Ausschreitungen ist deshalb dringend notwendig. In Deutschland ist kein Platz für antijüdische Hetze.


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Gleichzeitig muss jedem bewusst sein, dass mit harten Sanktionen allein das antisemitische Gedankengut nicht aus den Köpfen verschwinden wird. Es braucht mehr Initiativen wie die in Niedersachsen, wo jüdische und palästinensische Gemeinden eine gemeinsame Erklärung abgeben. Es braucht mehr mahnende Worte von Vertretern der muslimischen Gemeinden in Deutschland. Und es braucht mehr klare Kante gegenüber Querdenkern, die aus einer von einem Virus verursachten Pandemie das Hirngespinst einer jüdischen Weltverschwörung zusammenzimmern und sich gleichzeitig mit einem "Ungeimpft"-Stern als vermeintlich Verfolgte kennzeichnen.

Wie weit es in Deutschland schon wieder gekommen ist, darf man nicht nur an Übergriffen Einzelner festmachen. Es sind die vielen stillen Beobachter, die zustimmend oder achselzuckend erst den Raum für Hass schaffen.

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