Polizistin gießt Öl auf Klima-Aktivistin – Innenministerium prüft Fall
Eine Polizistin soll im Zuge einer Klima-Demonstration der "Letzten Generation" in Mannheim einer festgeklebten Person Öl über den Hinterkopf geschüttet haben. Jetzt befasst sich auch das Innenministerium mit dem Fall – jedoch nicht um die Aufarbeitung.

Nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch ist das Innenministerium aber nicht in die Aufarbeitung involviert. Das sei Sache des Mannheimer Präsidiums, um festzustellen, ob zum Beispiel strafbares Handeln vorliege. Würde der Fall als größer eingestuft, übernähme ein anderes Präsidium. Dazu könne man im Moment aber noch nichts sagen, erklärte die Sprecherin. Es gebe keine zeitlichen Vorgaben für derartige Prüfungen.
Die Mannheimer Polizei hatte am Dienstag mitgeteilt, sie untersuche den Fall und schaue, ob der Vorfall vom Samstag strafrechtliche und disziplinarrechtliche Konsequenzen für die Frau hat. Am Mittwoch gab es zunächst keine neuen Informationen seitens der Polizei hierzu.
Video zeigt Polizistin, die Öl über festgeklebte Aktivistin schüttet
Im Internet kursiert ein Video. Es zeigt eine Beamtin, wie sie zuerst Öl über die angeklebten Hände eines Demonstranten oder einer Demonstrantin gießt und wenig später auch über den Hinterkopf. Der Ministeriumssprecherin ist kein anderer vergleichbarer Fall bekannt.
Die Klima-Aktivisten der "Letzten Generation" reagieren auf X (ehemals Twitter) auf den Vorfall und schreiben über den veröffentlichten Clip die Zeile: „Hoppala! Da ist der Polizistin der Ölkanister ausgerutscht".
Protestaktionen der "Letzten Generation" in Mannheim und Heidelberg
Erst am vergangenen Samstag hatten Aktivisten in Heidelberg und in Mannheim protestiert. Wie der Mannheimer Morgen berichtete, blockierten Aktivisten am Mittag die Konrad-Adenauer-Brücke zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Mehrere Männer und Frauen hätten sich gegen 13.45 Uhr auf Fahrspuren in beide Richtungen festgeklebt. Laut des Berichts war ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz – wohl vor allem, um aufgebrachte Autofahrer zu beruhigen. Nach dpa-Angaben klebten sich neun Aktivisten auf der Fahrbahn fest. Zwei weitere seilten sich von der Rheinbrücke ab. Die Polizei räumte die Blockade, die Aktivisten wurden festgenommen.
Für Beeinträchtigungen im Verkehr sorgten Klimaaktivisten auch in Heidelberg. Von einer Blockade war der Verkehr auf der B37 betroffen, berichtete das Onlineportal Heidelberg24.de.
Mehrfach gab es Aktionen der "Letzten Generation" in Heilbronn
Auch in Heilbronn hatten Mitglieder der "Letzten Generation" bereits Straßen blockiert. So etwa im März 2023 die Neckarsulmer Straße – daran beteiligte Aktivisten waren kurz zuvor erst vom Heilbronner Amtsgericht verurteilt worden. Die Heilbronner Wilhelmstraße war ebenfalls im März Schauplatz tumultartiger Szenen – Passanten versuchten dabei, Aktivisten von der Straße zu zerren.
Bei Klima-Protesten kleben sich immer wieder Demonstranten etwa an Straßen fest. Als Lösungsmittel für den verwendeten Sekunden-Kleber werden zumeist herkömmliche Pflanzenöle verwendet.


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