Gesucht wird ein Betreiber für das Neckarsulmer Aquatoll Erlebnisbad

Stadt steigt in mehrstufiges Verfahren zur Investorensuche ein - Abschluss bis zu den Sommerferien

Weiterplanschen im Aquatoll? Die Stadt geht auf Investorensuche. Foto: Mario Berger

NECKARSULM Das Aquatoll Erlebnisbad mit Saunalandschaft in Neckarsulm hat den Betrieb unter städtischer Regie am 16. Mai endgültig eingestellt. Die technischen Anlagen sind auf das zum Substanzerhalt notwendige Maß heruntergefahren. Wie vom Gemeinderat in der Sitzung am 28. April beauftragt, bereitet die Verwaltung jetzt ein mehrstufiges Verfahren zur Investorensuche vor. Dieses soll zeigen, ob möglicherweise private Betreiber für das Bad gefunden werden können.

Informelle Marktkontakte Erste positive Signale hat die Stadt bereits erhalten. Wie Hertwig in der entscheidenden Gemeinderatssitzung am 28. April bereits mitgeteilt hat, gibt es einen Interessenten für das Gesamtbad und mehrere Interessenten nur für die Sauna. Diese unverbindlichen Kontakte signalisieren, dass sich ein Markterkundungsverfahren lohnen könnte.

Markterkundungsverfahren In einer Arbeitsgruppe definiert der Gemeinderat zusammen mit Experten der Verwaltung die Rahmenbedingungen, unter denen sich die Stadt einen privaten Weiterbetrieb des Aquatolls vorstellen könnte. So können alle potenziellen Interessenten in einem strukturierten Prozess gleich behandelt werden, und die Stadt bringt in Erfahrung, ob das von ihr vorgesehene Modell tatsächlich marktgängig ist.

Auf dieser Grundlage kann die eigentliche Markterkundung erfolgen, die einem etwaigen Vergabeverfahren vorgelagert ist. Potenzielle Investoren erhalten die Möglichkeit, sich mit den vorgegebenen Rahmenbedingungen zu beschäftigen und eigene Ideen unter Wahrung des allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatzes mit einzubringen. Sofern sie sich eine Übernahme des Erlebnisbades unter diesen Bedingungen vorstellen könnten, haben sie dann die Möglichkeit, ihr Interesse in Form einer Rückantwort schriftlich zu bekunden.

Vergabeverfahren Die Stadt wertet die Rückmeldungen aus. Dabei gewährleisten die vorab definierten Rahmenbedingungen die Vergleichbarkeit der Einsendungen. Erst an dieser Stelle entscheidet sich, ob die ersten informellen Kontakte tatsächlich zu einem konkreten Vergabeverfahren führen und die Stadt das Aquatoll ganz oder teilweise in private Hände legt. Möglich ist freilich auch, dass die Rückmeldungen zur Erkenntnis führen, dass sich das beabsichtigte Modell nicht mit hinreichender Sicherheit am Markt realisieren lässt und die Stadt den Prozess daher stoppt.

Mögliche Vergabe Kommt es zu einem Vergabeverfahren, könnte nach dessen Abschluss dann der vierte und abschließende Schritt folgen: die Vergabe des Aquatolls oder von Teilen des Bades an einen externen Betreiber. „Zum jetzigen Zeitpunkt ist der Ausgang dieses Verfahrens noch völlig offen“, stellt Steffen Hertwig fest. „Aber es lohnt sich in jedem Fall, alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Ich danke dem Gemeinderat, dass er diesen Weg mitgeht.“

Die Stadt strebt an, die Markterkundung nach Möglichkeit bis zu den Sommerferien abzuschließen und das Ergebnis anschließend im Gemeinderat zu beraten. Sollte dann ein Vergabeverfahren folgen, würde dieses mindestens sechs bis acht Monate in Anspruch nehmen. „Ich weiß, dass der Erwartungsdruck in der Öffentlichkeit groß ist“, räumt der OB ein. „Aber wir müssen angesichts dieser rechtlich hochkomplizierten Materie sehr sorgfältig und gewissenhaft vorgehen. Vom Ausgang dieses Verfahrens hängt auch die weitere Zukunft der Neckarsulmer Bäderlandschaft ab.“

Da der Ausgang ungewiss ist, bereitet die Stadt gleichzeitig das Konzept für eine Ideenwerkstatt vor. Damit erfüllt die Verwaltung den zweiten Auftrag aus der April-Sitzung. Sollte sich kein privater Betreiber finden und das Erlebnisbad nicht wieder öffnen, könnte die Ideenwerkstatt sofort starten. Im Rahmen dieses Formats sollen die verschiedenen Nutzergruppen Ideen für die Neckarsulmer Bäderlandschaft der Zukunft erarbeiten. 

Sportbad Damit die Neckarsulmer in der Zwischenzeit ein Schwimmangebot nutzen können, richtet die Stadt den Fokus nach dem Ende der Freibadsaison auf das Aquatoll Sportbad. Der Betrieb soll so optimiert werden, dass der Besuch für Familien mit Kindern attraktiver wird. Hierzu gibt es erste Überlegungen. snp


Verfahren soll keine falschen Hoffnungen wecken

Beim Verfahren zur Investorensuche sind enge rechtliche Vorgaben zwingend zu beachten, daher kann es keine schnellen Ergebnisse geben. „Die mögliche Lösungsvariante, den Betrieb und gegebenenfalls die Sanierung des Bades extern zu übertragen, ist ein vergabe- und vertragsrechtlich hoch komplexes Projekt. „Dieses Vorhaben muss sehr sorgfältig, Schritt für Schritt vorbereitet werden“, betonte OB Steffen Hertwig. Er dämpfte zugleich die Erwartungen. „Wir dürfen keine falschen Hoffnungen wecken. Entscheidend ist auch die Frage, welchen finanziellen Beitrag ein möglicher Investor von der Stadt einfordert. Eine Investorenlösung wäre jedenfalls nicht zum Nulltarif zu haben. Erst am Ende stehe fest, ob eine komplette oder teilweise Privatisierung des Aquatoll Erlebnisbades überhaupt in Frage kommt.“ snp


Meditativer Gottesdienst

NECKARSULM In der Martin-LutherKirche auf dem Neuberg (Mannheimer Weg 20), findet am Pfingstsonntag, 5. Juni, 19 Uhr, der meditative Abendgottesdienst „Die Quelle“ statt. Der Gottesdienst ist geprägt von Gesängen, Gebeten, kurzen Lesungen und meditativer Stille. Die Liturgie für den ökumenisch ausgerichteten Gottesdienst orientiert sich an den Andachten der TaizéBruderschaft. NSt