Mediathek Neckarsulm: Fest verankerte Säule im Leben der Stadt

NECKARSULM Matinee zum 101. Geburtstag der Mediathek - Institution sichert freien Zugang zu Wissen und Information

Beider Matinee zum 101. Jubiläum der Mediathek Neckarsulm: (von links) Kultur- und Sportamtsleiter Frank Borth, Festredner Dr. Frank Mentrup, Mediathek-Leiterin Dorothee Wiegand und OB Steffen Hertwig. Foto: snp

Als die „Allgemeine Ortsbibliothek Neckarsulm“, der Vorläufer der heutigen Mediathek, am 24. Mai 1921 gegründet wurde, folgten die Gründungsväter einer weitsichtigen Idee: Es sollte eine „konfessionell und politisch neutrale Bibliothek“ für alle Neckarsulmer Bürger sein.

Grundlegender Auftrag Diesem Auftrag ist die Mediathek Neckarsulm seit 100 Jahren treu geblieben. Nachdem das runde Jubiläum im vergangenen Jahr wegen der Corona-Einschränkungen nicht gefeiert werden konnte, wurde die Geburtstagsfeier jetzt mit einer öffentlichen Matinee in der Mediathek nachgeholt. Ehrengast und Festredner war der Oberbürgermeister der Stadt Karlsruhe, Dr. Frank Mentrup, Präsident des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) und Vorsitzender des dbv-Landesverbandes Baden-Württemberg. Die Mediathek hat sich in 101 Jahren sehr verändert, wie OB Steffen Hertwig feststellte. „Ihr grundlegender Auftrag jedoch nicht.“ Öffentliche Bibliotheken sichern laut Hertwig bis heute den freien, unzensierten Zugang zu Wissen, Information und Bildung für alle Menschen und damit die Grundlage für Meinungsfreiheit und Demokratie. Die Mediathek sei ein wichtiger Partner für Kitas und Schulen und fördere die Lesefähigkeit und Medienkompetenz. Als Lern-, Arbeits- und Aufenthaltsort biete sie die technische Infrastruktur und ermögliche so die Teilhabe an der digitalen Gesellschaft. Die Mediathek bereichere zudem das kulturelle Leben der Stadt und leiste einen wichtigen Beitrag für eine lebendige Innenstadt. „Sie ist Begegnungsfläche für Menschen aller Altersgruppen, aller sozialer Schichten und kultureller Hintergründe.“ Mit diesen Funktionen sei die Mediathek aus der Stadtgesellschaft nicht mehr wegzudenken, erklärte der Oberbürgermeister. „Heute ist die Mediathek eine fest verankerte Säule des öffentlichen Lebens in der Stadt.“

Mensch im Fokus Was Bibliotheken für die Stadtgesellschaft leisten können, fasste die Leiterin der Mediathek, Dorothee Wiegand, prägnant zusammen. Bei der Medienbildung stellen Bibliotheken bereits im Kindesalter den Bezug zum Lesen her. Im Zuge des Digitalen Wandels bieten sie die technischen Plattformen, damit Menschen die digitalen Medien nutzen können. Den Menschen will die Mediathek künftig noch stärker in den Fokus nehmen. „Wir wollen die Möblierung und die Räume so gestalten, dass wir neue Begegnungen ermöglichen“, kündigte Dorothee Wiegand an. Schließlich setze die Mediathek Impulse als „lebendiger, kultureller Ort, wo sich Menschen und Initiativen vernetzen können“.

Dass die Mediathek die bestmögliche Bildungsarbeit für die Neckarsulmer leistet, bestätigt das Zertifikat „Ausgezeichnete Bibliothek“, das ihr im vergangenen Jahr zum zweiten Mal für die Jahre 2021 bis 2024 verliehen wurde. Das bestätigen vor allem aber auch die Kunden selbst, wie Videointerviews beweisen. Die Gespräche mit Besuchern jeden Alters waren im Vorfeld aufgezeichnet worden und wurden bei der Matinee vorgestellt.

Viel Elan Lob gab es vor allem für die sehr gute Auswahl an unterschiedlichsten Medien, das einladende, helle Ambiente, die Möglichkeit, an separaten PC-Plätzen zu arbeiten, die kundenfreundlichen Öffnungszeiten auch am Samstag und das sehr freundliche und hilfsbereite Personal. So richtete Dorothee Wiegand zum Abschluss der Jubiläums-Matinee einen besonderen Dank an das motivierte, kreative Team der Mediathek: „Bleibt weiter mit so viel Elan bei der Sache.“ snp


Erfolgreichste Form der Kulturpolitik

Festredner Dr. Frank Mentrup sah alle Kriterien für eine moderne und erfolgreiche Bibliothek in der Mediathek Neckarsulm erfüllt. In seinem Vortrag „Was leisten Bibliotheken für die Stadtgesellschaft von morgen“ lieferte er einen „kleinen Rundumschlag durch das Bibliothekswesen“. Der dbv-Präsident charakterisierte Bibliotheken als Bildungs- und Lernort, Ort der Kreativität und Fantasie, Testlabore, um gemeinsam etwas Neues auszuprobieren, alsOrt der demokratischen Kontroverse, Lern- und Integrationsort sowie als Teil eines kulturellen Netzwerks einer Stadt. Bibliotheken führten viele unterschiedliche Menschen zusammen, die die ganze Stadtgesellschaft repräsentierten. „Viele solcher Orte sind in kleineren Gemeinden verschwunden“, gab Mentrup zu bedenken. Die Corona-Jahre hätten gezeigt, wie unverzichtbar die Bibliotheken seien. „Der Typus Bibliothek ist die erfolgreichste, niedrigschwelligste und etablierteste Form der Kulturpolitik.“ snp


DLRG feiert ihr Waldfest

NECKARSULM Die DLRG veranstaltet an Pfingsten (Sonntag und Montag, 5. und 6. Juni), jeweils ab 11 Uhr ihr Waldfest am Schweinshag. NSt