Was passiert mit dem iranischen Startplatz bei der Fußball-WM 2026?
Die Kriegslage im Nahen Osten könnte auch Auswirkungen auf die in rund 100 Tagen beginnende Fußball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko haben.
Der Iran war das erste Team weltweit, das sich sportlich für die WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert hat. Aufgrund der militärischen Eskalation im Nahen Osten erscheint es unrealistisch, dass das iranische Team bei der in 101 Tagen beginnenden Fußball-Weltmeisterschaft mitmischen kann. „Sicher ist, dass nach diesem Angriff nicht zu erwarten ist, dass wir hoffnungsvoll auf die WM blicken“, sagte Mehdi Taj als Präsident des iranischen Fußballverbands am Wochenende.
Iran soll eigentlich zwei Spiele der WM 2026 in Los Angeles bestreiten
Der Spielplan der WM 2026 sieht das erste iranische Gruppenspiel am 16. Juni in Los Angeles gegen Neuseeland vor, die weiteren Gruppengegner heißen eigentlich Belgien (ebenfalls in Los Angeles) und Ägypten (in Seattle). Aufgrund der 40-tägigen Staatstrauer ruht im Iran derzeit der Fußball-Spielbetrieb. Die bisher geplanten Test-Länderspiele gegen Nigeria und Costa Rica Ende März werden deshalb auch nicht stattfinden.
Der Fußballweltverband Fifa will die Situation erst mal nur „beobachten“, wie es Fifa-Generalsekretär Mattias Grafstrom am Samstag ausdrückte, deshalb lässt sich nur spekulieren, wie der weitere sportpolitische Umgang mit dem Iran aussieht.
US-Präsident Donald Trump könnte beispielsweise dem iranischen WM-Tross die Visa verweigern, wodurch ein WM-Teilnahme unmöglich würde. Bereits die WM-Gruppenauslosung im vergangenen Dezember in Washington hatte der Iran boykottiert, weil unter anderem der iranische Fußballverbands-Präsident Mehdi Taj nicht in die USA einreisen durfte.
Verschiedene Szenarien bei iranischem Ausschluss oder Boykott der WM 2026
Was passiert aber mit dem iranischen Startplatz für die WM 2026, wenn das Mitglied der asiatischen Konföderation von sich aus auf seine WM-Teilnahme verzichtet oder vom Turnier in den USA, Kanada und Mexiko ausgeschlossen wird? Der Irak wäre aus sportlichen Gesichtspunkten der erste logische Nachrücker. Ende März spielt man eigentlich noch gegen Bolivien oder Surinam in den Playoffs um ein noch offenes WM-Ticket.
Falls der Irak sportlich scheitern sollte, hätte die Fifa die Möglichkeit, einen WM-Start per Wildcard zu ermöglichen. Würden die Irakis das WM-Ticket aus eigener Kraft schaffen, wären die Vereinigten Arabischen Emirate, zu denen beispielsweise auch Dubai zählt, der sportlich logische Nachrücker. Also ein Land, das von den iranischen Militär-Gegenschlägen derzeit betroffen ist. Die VAE waren in der asiatischen WM-Qualifikation am Irak gescheitert.
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