Fußball

VfB Stuttgart patzt im Kampf um die Champions League gegen Werder Bremen

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Der VfB Stuttgart kommt gegen Werder Bremen im 1000. Bundesliga-Heimspiel nicht über ein 1:1 hinaus. Ermedin Demirovic erzielt den Ausgleich.


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Beim VfB Stuttgart gibt es derzeit viel zu feiern: Nach wie vor 100 Jahre Brustring, ganz aktuell den Einzug in den Europapokal sowie das Finale des DFB-Pokals und zudem das 1000. Heimspiel in der Fußball-Bundesliga. 1000 Mal ist im Stuttgarter Stadion viel passiert, auch am Sonntagnachmittag. Der VfB verpasste im Klassiker gegen Werder Bremen mit dem 1:1 (0:1) den 559. Sieg. Enttäuschte Stille herrschte im Stadion nach dem Schlusspfiff.

Aber die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß schob sich mit dem Punkt und dank des besseren Torverhältnisses gegenüber der TSG Hoffenheim immerhin zurück auf Tabellenplatz vier, der am Saisonende mit Sicherheit in die Champions League führen würde. Ermedin Demirovic (61. Minute) glich die Gästeführung von Jens Stage (18.) aus, es war das 1982. Tor des VfB in einem Bundesligaheimspiel. Rekordtorschütze bleibt freilich Karl Allgöwer mit seinen 82 Heimtoren.

VfB-Stürmer Ermedin Demirovic gleicht frühen Rückstand gegen Bremen aus

Sebastian Hoeneß ließ in der Jubiläumspartie im Vergleich zum Verlängerungsfight gegen Freiburg reichlich anderes Personal von Beginn an ran: Lorenz Assignon, Luca, Jaquez, Dan-Axel Zagadou, Chema Andres, Bilal El Khannouss und Tiago Tomas spielten gegen Bremen von Beginn an, Ramon Hendriks, Jeff Chabot, Atakan Karazor, Nikolas Nartey, Chris Führich und Ermedin Demirovic wurden rausrotiert.


Die Anfangsminuten gehörten den Gästen, die um den Klassenerhalt kämpfen: Senne Lynen kam in der sechsten Minute zu zwei Abschlüssen im Strafraum, erst blockte Dan-Axel Zagadou, dann drosch Lynen knapp drüber und Jens Stage köpfte zwei Minuten später über das Tor. Die schwäbische Antwort gaben Deniz Undav per Distanzschuss (12. Minute) und das Duo El Khannouss/Tomas (14.). Die brillante Hereingabe des Marokkaners verstolperte der Portugiese allerdings.

Zeitlupenhafte Stuttgarter beim Führungstreffer der Bremer durch Stage

Waren die defensiven Wackler nur Anfangsschwierigkeiten der Stuttgarter gewesen? Nein, es war am 31. Bundesligaspieltag ein Grundproblem. Aus einem Einwurf der Bremer auf der linken Seite entwickelte sich in Sekundenschnelle die Gästeführung über rechts, Jens Stage verwandelte im Strafraum einen Rückpass ins lange Eck. Die Bewegungen der Stuttgarter, inklusive Torhüter Alexander Nübel, wirkten zeitlupenhaft, waren gegen bissige Bremer jedenfalls zu langsam.

Tor für die Gäste: Jens Stage hat für den SV Werder Bremen getroffen.
Tor für die Gäste: Jens Stage hat für den SV Werder Bremen getroffen.  Foto: Bernd Weißbrod

Die Stuttgarter blieben gelassen, kamen beim deutlich höheren Ballbesitz rasch zu ausgezeichneten Ausgleichschancen. Erst schoss Tiago Tomas, freigespielt von Denis Undav, über das Tor (21.), dann folgte eine Art Kopfball-Schuss von Bilal El Khannouss aus sechs Metern Torentfernung nach Assignon-Traumflanke, doch Schlussmann Mio Backhaus gelang eine gedankenlose Glanztat.    

Brotlose Ballbesitzkunst des VfB Stuttgart

Die Rollen waren verteilt: Bremen bemühte sich redlich und bei eigenem Eckball provokant langsam, den Partycrasher zu geben. Es war Otto-Rehhagel-Gedächtnis-Fußball, kontrollierte Offensive. Bei den Stuttgartern war es brotlose Ballbesitz-Kunst. Der VfB hatte Glück, dass Jovan Milosevic nicht das 2:0 machte (41.).

Es gab zwar viele Torchancen, so fehlte nicht viel zum Ausgleich bei Deniz Undavs Schuss in der Nachspielzeit vor dem Seitenwechsel. Doch mit dem 0:1-Pausenstand war klar, dass der Torrekord bestehen bleiben würde: Das torreichste Bundesligaheimspiel der VfB-Geschichte bleibt der 6:3-Sieg der Stuttgarter am 8. März 2008 - gegen Werder Bremen.

Vier Treffer von Mario Gomez in einem Bundesligaheimspiel sind VfB-Rekord

Mario Gomez ist mit seinen vier Treffern beim 4:1-Sieg am 9. Mai 2009 in einem Heimspiel übrigens weiterhin der erfolgreichste Torschütze. Es mussten auf dem Weg in die Champions League ja nicht gleich vier Tore für den VfB sein, zwei würden reichen, um den an die TSG Hoffenheim, dem Gegner am kommenden Samstag, verlorenen vierten Tabellenplatz zurückzuerobern. Ermedin Demirovic machte den Anfang in der 61. Minute, traf vier Minuten nach seiner Einwechslung.

Bilal El Khannouss hatte rechts im Strafraum den Ball, verharrte, überlegte - er musste doch auf Maximilian Mittelstädt zurücklegen, dachten viele. Musste er nicht. Die Flanke vors Tor und auf den Kopf von Demirovic war überraschend wie vorzüglich. Es ging weiterhin mehr hin als her, der VfB hatte mit einem Freistoß des eingewechselten Badredine Bouanani (82.) noch eine weitere gute Torgelegenheit. Doch es blieb beim 1:1 - im 1000. Bundesliga-Heimspiel des VfB Stuttgart.

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