Nach Verlängerung

Wieder im Pokalfinale - VfB-Star Tiago Tomás schießt ein „Tor für die Ewigkeit“

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Der VfB Stuttgart fordert am 23. Mai den FC Bayern München heraus. Dann soll im Berliner Olympiastadion erneut ein Titel gewonnen werden. Das Hackentor von Tiago Tomás hat es möglich gemacht.


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Es brauchte nicht zwingend Alkohol,  obwohl das eine oder andere Fläschchen sicher geöffnet wurde. Auch ohne Schampus in der Kehle kann es gewaltig prickeln, wenn die Gefühle vibrieren, wenn sich die Freude Bahn bricht. So war es am späten Donnerstagabend in der Stuttgarter MHP-Arena.

„Berauschend“ fand VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth den erneuten Einzug ins DFB-Pokalfinale. Für den Fußballgott gab es großes Lob aus Stuttgart. Eine „unglaubliche Inszenierung“ sei das gewesen. „Dass dann Tiago mit der schwersten aller Möglichkeiten in der letzten Minute - hinterm Standbein - das Tor erzielt“, das berge schon „viel Potenzial für Emotionen, für Herzrhythmusstörungen“, sagte Wohlgemuth.

VfB Stuttgart im Pokalfinale – Tomas wird gegen SC Freiburg zum Held

Am Schluss dann: kollektive VfB-Glücksgefühle, weil eben der Portugiese Tiago Tomás in der 119. Minute der Verlängerung zum Stuttgarter 2:1 gegen den SC Freiburg getroffen hatte. Ein Happy End im Halbfinale. Ein Traumtor, das die Türe öffnete zum Endspiel im Berliner Olympiastadion gegen den FC Bayern München.

Mit einer „unglaublichen Energieleistung“, jubelte der Sportvorstand, habe man „das Spiel aus meiner Sicht verdient gewonnen“. 29:18 Torschüsse zählten die Statistiker. Der VfB Stuttgart kam bei den sogenannten expected Goals auf einen sehr hohen Wert von 4,24. Da war also noch mehr drin an Treffern. Doch es war letztlich die eine Aktion von Tiago Tomás, die alles entschied.

Mit der Hacke seines rechten Fußes bugsierte der Stürmer den Ball ins Tor des SC Freiburg. Zauberhaft. Gekonnt. Einmalig. „Das ist ein Tor, das bleibt für die Ewigkeit, denke ich“, sagte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß voller Begeisterung und lobte auch gleich den ebenfalls eingewechselten Vorbereiter Badredine Bouanani -  aufs Feld gekommen in der 118. Minute -, der den Tomás-Coup mit seiner „überragenden Vorlage“ von der rechten Seite erst möglich gemacht hatte.

Tomás schießt VfB nach schwerer Zeit ins Pokalfinale

Bouanani hat beim VfB viele Wochen hinter sich, in denen er so gut wie keine Rolle in den Stuttgarter Partien spielte. Eine absolute Randfigur war er. Auch Tomás schaute mehr zu als dass er spielte. Aber nun: Matchwinner. Endspielmöglichmacher. Held des schwäbisch-badischen Halbfinales. Der Portugiese riss sich das Trikot vom Oberkörper und rannte halbnackt zur Tribüne, um mit enthusiastischen Fans zusammen zu jubeln.

Ein berauschender Moment, wohl wahr. Gerade auch für den Stürmer, der Mitte Februar nach dem Stuttgarter 3:1-Sieg gegen den 1. FC Köln auf dem Stadionrasen noch bittere Tränen geweint hatte. Da waren Gedanken an seinen kurz zuvor verstorbenen Vater hochgekommen. Schwer hatte es Tomás deshalb gehabt, zudem war er verletzt ausgefallen, konnte nicht spielen. Die späte Einwechslung gegen Köln bedeutete den ersten Einsatz des neuen Jahres.

Pokaleinzug in der Kabine gefeiert – VfB Stuttgart nun gegen FC Bayern

Nun beim 2:1 gegen den SC Freiburg war es pure Freude, die aus Tiago Tomás nach seinem famosen Tor herausplatzte. „Es war ein besonderer, unglaublicher Moment.“ Der 23-Jährige sagte, er habe eigentlich „keine Worte“ für seine Empfindungen. Aber es gab dann noch etwas zu sagen. Es sei „echt nett“ für ihn gewesen, dass es so gelaufen sei. 119. Minute. Hackentor. Finale, oho!

Am 23. Mai müsse man „versuchen, den Pokal nach Stuttgart zu bringen“.  Aber erstmal ging Tiago Tomás am Donnerstagabend feiern. Mit den Teamkollegen in der Kabine. Es war ein berauschender Fußballabend.

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