Wildes 3:3 in Heidenheim - Undav verhindert Pleite des VfB Stuttgart
Das Schwabenduell zwischen dem 1. FC Heidenheim und dem VfB Stuttgart endet 3:3 (2:2). Sirlord Conteh sieht wie der FCH-Matchwinner aus. Aber dann trifft Deniz Undav.
Viel Arbeit, viel Bemühen, aber kein Sieg. Immerhin auch keine bittere Sonntagabend-Pleite für den VfB Stuttgart. Im Schwabenduell beim 1. FC Heidenheim musste der Champions-League-Anwärter mit einem 3:3 (2:2) zufrieden sein. Sirlord Conteh schien in der 82. Minute für den K.o. des Favoriten gesorgt zu haben. Es war ein Abstaubertor des FCH-Jokers. Aber dann glich Deniz Undav für den VfB noch aus (88.).
Der Start war für den VfB optimal verlaufen. Schon in der 5. Minute sorgte Chris Führich für den 1:0-Führungstreffer. Allein war er vor FCH-Torwart Diant Ramaj aufgetaucht, cool brachte er den Ball im Tor unter. Zuvor hatte Führich die Kugel Jan Schöppner geklaut. Ein schlimmer Patzer des Heidenheimers.
VfB Stuttgart führt früh – Heidenheim dreht das Spiel
In der 20. Minute glich der extrem vom Abstieg in die 2. Liga bedrohte FCH allerdings aus. Eren Dinkci traf gegen den Tabellenvierten aus der Landeshauptstadt zum 1:1. „Wir treffen auf eine Mannschaft, die alles in die Waagschale werfen wird“, hatte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß gesagt. „Wir müssen uns von der ersten Spielminute wieder alles hart erarbeiten, die Basics in unserem Spiel müssen vorhanden sein und wir müssen bei der Leistungsbereitschaft ans absolute Limit gehen. Bei aller Freude über das positive Ergebnis in Glasgow bleibt die Bundesliga unser wichtigster Wettbewerb.“
Also: Gas geben! In der 27. Minute war es wieder Führich, der gefährlich wurde. Aber Ramaj parierte den Schuss famos. In der 30. Minute bejubelte Ermedin Demirovic das vermeintliche Stuttgarter 2:1, doch dann griff der VAR ein und Schiedsrichter Sascha Stegemann sah sich die Bilder am Spielfeldrand an. In der Balleroberung hatte es im VfB-Strafraum ein Foul von Maxi Mittelstädt an Dinkci gegeben. Die Entscheidung war also Elfmeter für Heidenheim. Arijon Ibrahimovic verwandelte diesen zum 2:1 für den FCH (34.). Komplett gedrehte Emotionen binnen kürzester Zeit.
Demirovic im Pech – VAR kassiert zwei VfB-Tore ein
Ein weiterer Foulelfmeter brachte dem VfB das 2:2. Mittelstädt traf souverän gegen Ramaj (44.). Zuvor hatte Christian Conteh im Strafraum den nach vorne stürmenden Chema Andrés getroffen. Es war mächtig was los in der ersten Hälfte auf dem Heidenheimer Schlossberg.
Nach der Pause wollte der VfB das Happy End im Schwabenduell erzwingen. Trainer Sebastian Hoeneß brachte in der 52. Minute in Deniz Undav echte Torjäger-Power auf den Platz. Die Stuttgarter agierten dominant. Es gab Chancen. Doch der Tabellenvierte konnte sich nie sicher sein, dass der Letzte nicht mit einem Konter zuschlagen würde.
Für den FCH war ein Remis eigentlich zu wenig, die Ostalb-Kicker sind als Schlusslicht schließlich schon ein gutes Stück abgehängt. Doch zu sehr ins Risiko gehen konnte die Mannschaft auch nicht, Trainer Frank Schmidt hatte gewarnt vor dem VfB, „die haben deutlich mehr Tore auswärts geschossen als zu Hause“. In der 73. Minute traf Ermedin Demirovic zum zweiten Mal am Sonntagabend ins Heidenheimer Tor, aber wieder zählte es nicht. Wieder gab es einen VAR-Eingriff. Diesmal war eine knappe Abseitsstellung schuld. Der VfB führte nicht mit 3:2.
Undav rettet dem VfB Stuttgart einen Punkt in Heidenheim
Es war dann der FCH, der jubelte. Aber der VfB kam zurück, holte dank Undav zumindest einen Punkt in diesem wilden Spiel. Ein Sieg wäre allerdings perfekt gewesen, den aus Sicht des VfB Stuttgart war der Bundesliga-Samstag sehr gut gelaufen. Die TSG Hoffenheim hatte in Köln nur 2:2 gespielt, RB Leipzig vergab beim 2:2 gegen Dortmund spät noch den Sieg, Bayer Leverkusen verlor in Berlin mit 0:1.
Es war schon vor dem Sonntagabendspiel beim 1. FC Heidenheim klar gewesen, dass die Stuttgarter auf dem vierten Tabellenplatz der Bundesliga bleiben würden - vor Leipzig und Leverkusen. Doch absetzen dank drei Punkten in Heidenheim, das klappte nicht.
Fünf Wechsel in der Startelf beim VfB Stuttgart
Der VfB hatte zuvor sechs der jüngsten sieben Pflichtspiele gewonnen. Der FCH wartete seit Anfang Dezember (2:1 gegen Freiburg) auf einen Sieg. Beim VfB Stuttgart hatte Trainer Sebastian Hoeneß einige Asse zur Schonung auf die Ersatzbank beordert. Es gab fünf Startelf-Wechsel: Vagnoman, Jeltsch, Karazor, Undav und Leweling pausierten, stattdessen spielten Assignon, Mittelstädt, Chema, Führich und Tiago Tomas. Für Tomas war es der erste Startelf-Einsatz nach seiner Verletzung und den Tränen wegen eines familiären Trauerfalls. In der 52. Minute machte er dann für Deniz Undav Platz.
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