„Bis zum Tor nicht gut“ – Bundestrainer Nagelsmann nagelt gegen VfB-Star Undav
Bundestrainer Julian Nagelsmann kritisiert Matchwinner Deniz Undav und stellt klar: Mehr als eine Jokerrolle ist für Deutschlands aktuell besten Stürmer auch bei der WM nicht drin.
Rumms, der hat gesessen. Die Geisterstunde war nach dem deutschen 2:1-Erfolg im Testspiel gegen Ghana gerade angebrochen in Stuttgart, da gab der Bundestrainer Julian Nagelsmann seinem Matchwinner verbal noch ganz spät einen mit. „Ich fand seine Leistung bis zum Tor nicht gut. Er hat, glaube ich, nur einmal den Ball berührt. Aber deswegen ist er auch ein Topstürmer, dass er dann dasteht, wo der Ball hinfällt“, sagte Nagelsmann auf der Pressekonferenz im Stuttgarter Stadion über den Matchwinner zum späten 2:1. Das war schon sehr klar als Rechtfertigung in eigener Sache zu sehen.
Da war einer mächtig angekekst, dass es gefühlt seit langem kein anderes Thema gibt, als die DFB-Rolle des mit 18 Toren in der Bundesliga aktuell besten deutschen Stürmers. Das Problem daran: Die Wertschätzung in Fußball-Deutschland für Deniz Undav ist wesentlich größer als beim Bundestrainer. Und das sorgt für viel Kritik an Nagelsmann, der mit dem Spielertyp Undav wohl so seine Probleme zu haben scheint.
Bundestrainer Nagelsmann mit Kritik an VfB-Star Undav: Das Problem mit den Rollenbildern
Deniz Undav ist bei Nagelsmann nur Stürmer Nummer drei, hinter den weniger treffsicheren und formschwächeren Premier-League-Stürmern Kai Havertz und Nick Woltemade. Das gefällt weder dem Fan-Volk, gut hörbar am Montagabend, noch so manchem TV-Experten.
Die mehr als 52.000 im ausverkauften Stuttgarter Rund haben ein anderes Rollenverständnis für Undav als der Bundestrainer. Der Stürmer übrigens auch: „Jeder hat seine Rolle. Ich hoffe, ich kann meine noch verändern“, sagte der 29-Jährige selbst.
Die Botschaft: Auch als Joker ist Undav wichtig
Undavs Rolle als Joker, jetzt und bei der WM, sie scheint zementiert. Also rechtfertigte sich Nagelsmann mit sehr, sehr deutlichen Worten. Bei der PK nach dem Spiel klang das sehr nach Basta. Ende der Undav-Diskussion. „Das Tor ist nicht einfach, aber ich glaube, wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er den so reinmacht. Den macht er auch, weil er frisch war. Wir werden auch im Sommer Joker brauchen, die in der Lage sind, ein Spiel zu entscheiden. Das ist sein Auftrag, seine Rolle. Damit ist, glaube ich, alles besprochen. Wir hatten jetzt sieben Tage Dauer-Thema Deniz Undav.“
Man darf davon ausgehen, das weitere Undav-Tore die Diskussionen bis zum WM-Start nicht kleiner werden lassen.
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