Die Personalie Undav: Wo der Bundestrainer Nagelsmann irrt – und wo nicht

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Bundestrainer Julian Nagelsmann macht sich das Leben selbst schwer, meint unser Autor. Die Deniz-Undav-Rufe und die Pfiffe gegen Leroy Sané sind auch Folge seiner früh definierten Rollenbilder.  


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So restlos als Sieger darf sich Bundestrainer Julian Nagelsmann nach den beiden gewonnenen Testländerspielen gegen die Schweiz (4:3) und Ghana (2:1) nicht fühlen. Warum muss man schon im Februar/März Rollen für ein Turnier im Juni festlegen? Fußball ist Tagesgeschäft. Verletzungsbedingte Ausfälle wie auf der Sechserposition (Pavlovic und Nmecha) werfen Rollenbilder für einzelne Profis doch viel zu schnell über den Haufen. Julian Nagelsmann mag man auf den Weg gen USA mitgeben: Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben. Die viel zu früh via „Kicker“-Interview nach außen getragene Personalplanungen haben all die Debatten bei TV-Experten und DFB-Fans nur befeuert, bieten Angriffsflächen, sind sicherlich auch innerhalb des DFB-Kaders kontraproduktiv gewesen.

Die DFB-Elf darf kein Premier-League-Sanatorium sein 

Besonders mit Blick auf den Sturm, in dem der klassische Mittelstürmer fehlt. Die Nationalmannschaft ist einerseits kein Sanatorium für Premier-League-Offensivkräfte, die auf Formsuche sind (Kai Havertz und Nick Woltemade). Andererseits darf der Bundestrainer auch einen konkreten Plan verfolgen, der losgelöst von der Bundesliga-Torjägerliste und der Personalie Deniz Undav ist.Im Grunde hat das Ghana-Spiel gezeigt, dass in Sachen Undav alle irgendwie richtig liegen mit ihren Einschätzungen. Der Bundestrainer, weil der formstarke VfB-Torjäger nach seiner Einwechslung 43 Minuten lang quasi unsichtbar blieb, um in der 88. Minute zum Matchwinner aufzusteigen. Als Joker ist Undav am wertvollsten, gerade gegen tiefstehende Gegner. Die vielen Undav-Rufer im Stadion stehen am Ende auch als Gewinner da, denn sie sind am späten Montagabend mit dem Gefühl aus dem Stuttgarter Stadion gegangen, es ja vorher schon gewusst zu haben, dass dieser Undav der Beste und unverzichtbar ist.

Rufe und Pfiffe sind kontraproduktiv für die Spieler

Festzuhalten ist aber auch: Schon nach nicht einmal 30 Minuten nach Undav zu brüllen, das ist unfair gewesen gegenüber den Offensivkräften auf dem Feld und ist genauso wenig förderlich wie die unüberhörbaren Pfiffe gegen Leroy Sané oder Antonio Rüdiger. Das gehört sich einfach nicht. 

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